Leipzig

Oleg Portnoy als Militärrabbiner eingeführt

Rabbiner Oleg Portnoy hat am Dienstagnachmittag in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne seine Urkunde entgegengenommen, ebenso den Tallit aus den Händen von Rabbiner Avichai Apel von der Orthodoxen Rabbinerkonferenz. Feierlich wurde er in sein Amt als Militärrabbiner eingeführt. Er ist von aktuell insgesamt vier Militärrabbinern in Deutschland der dritte, der bereits offiziell eingeführt ist.

»Nach vielen Jahren der Gemeindearbeit habe ich nun gedacht, es ist eine neue Herausforderung, auch beim Etablieren des Militärrabbinates«, so Rabbiner Oleg Portnoy. Er selbst habe nie militärisch gedient, jetzt ist er einer der Ersten in diesem Amt und betreut als Militärrabbiner gleich mehrere Bundesländer: Von Leipzig aus wird er für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen zuständig sein. Im Rahmen einer Nebentätigkeit betreut er zudem die Jüdische Gemeinde in Halle.

Es gehe darum, betont Militärbundesrabbiner Zsolt Balla, den Frieden zu wahren. »Schalom ist nicht nur eine Begrüßung, es ist ein Konzept, verbunden mit dem Wort ›Vollkommenheit‹. Es gilt zu verstehen, dass jeder Einzelne von uns eine Rolle spielt. Wir sind alle kleine Zahnräder in einer riesigen Maschine.«

Er sei stolz, so Zsolt Balla, dass es nun mehr und mehr Militärrabbiner gebe. Bis zu zehn Stellen gelte es bundesweit zu besetzen. Derzeit laufen weitere Bewerbungsverfahren, auch Rabbinerinnen seien willkommen. Man möchte damit in die Gesellschaft und in die Bundeswehr hineinwirken, auch, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Portnoy kenne er bereits aus seiner ersten Zeit in Deutschland, so Zsolt Balla, der auch bei der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig amtiert. Sie hätten zusammen studiert und gelernt. Er wisse, dass Portnoy ein fleißiger und verlässlicher Mensch sei. 

Rabbiner Portnoy ist als Militärrabbiner verbeamteter Beschäftigter der Bundeswehr und somit als Zivilist nicht Teil der Befehlskette. Alle Militärrabbiner werden sich in erster Linie in der Militärseelsorge engagieren, sie werden Menschen begleiten, die in extremen Ausnahme- oder in Alltagssituationen Hilfe wünschen. Das Besondere: »Militärseelsorge ist für alle da, egal, welcher Religion jemand angehört. Und dieses Angebot gilt nicht nur in den Einsätzen, dann besonders, vor allem aber im täglichen Leben«, fasst Michael Hochwart, Generalmajor, Kommandeur Ausbildungskommando der Bundeswehr, das Anliegen zusammen. Zudem würde man auf die Kompetenz und Lehre der Rabbiner im sogenannten Lebenskundlichen Unterricht der Bundeswehr-Ausbildung zurückgreifen wollen. »Das können wir gut gebrauchen.« Damit sind Seminare und Lehrstunden vor allem zu Fragen der Ethik gemeint. Wie verhält man sich in Krisensituationen, beim Umgang aus nächster Nähe mit Tod, Verzweiflung, Verletzungen und Katastrophen? »Wir brauchen Sie und wir brauchen den Beistand«, sagte Hochwart mit Blick auf Oleg Portnoy.

Eine genaue Zahl von jüdischen Bundeswehrangehörigen, auch jenen im zivilen Dienst, wisse man nicht. Schätzungen gingen früher von 300 aus. Wer bei der Bundeswehr arbeitet, muss seine Religionszugehörigkeit nicht bekannt geben. Doch man möchte eben sichtbarer sein, auch als Ansprechpartner, so Zsolt Balla.

Oleg Portnoy freut sich auf seine neuen Aufgaben. Er stammt aus der Ukraine, ist 46 Jahre alt und weiß, auch seine Familie muss nun hinter dem stehen, was er als neue Herausforderung sieht. Denn nicht nur Gespräche in den Kasernen stehen an, auch Einsätze kann er ab jetzt begleiten. »Wir sind bereit. Wir haben uns von Anfang an darauf eingestellt, dass wir in Einsätze gehen. Das ist ein Teil unserer Arbeit. Wir werden Soldaten dort unterstützen, wo sie das brauchen. Dafür werden wir geschult und vorbereitet. Und das soll auch so sein.«

Militärrabbiner Oleg Portnoy hat am Dienstagnachmittag in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne seine Urkunde entgegengenommen, ebenso den Tallit aus den Händen von Rabbiner Avichai Apel von der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD). Portnoy ist von den vier Militärrabbinern in Deutschland und der dritte, der nun in sein Amt offiziell eingeführt worden ist.

»Nach vielen Jahren der Gemeindearbeit habe ich nun gedacht, es ist eine neue Herausforderung, auch beim Etablieren des Militärrabbinates«, so Oleg Portnoy. Er selbst habe nie militärisch gedient, jetzt ist er einer der Ersten in diesem Amt und betreut neben der Jüdischen Gemeinde Halle als Militärrabbiner gleich mehrere Bundesländer. Von Leipzig aus wird er für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen zuständig sein.

Eine genaue Zahl von jüdischen Bundeswehrangehörigen, auch jenen im zivilen Dienst, habe die Bundeswehr nicht. Von wenigen Hundert gehe man aus, hieß es am Rande der Veranstaltung. Denn, wer bei der Bundeswehr arbeitet, muss seine Religionszugehörigkeit nicht bekannt geben.

Doch die Vertreter des Judentums möchten sichtbarer sein, so Zsolt Balla - Rabbiner in Leipzig und gleichzeitig auch Militärbundesrabbiner. Bis zu zehn Militärrabbiner könne es bald geben. Bewerbungsverfahren laufen bereits.

Die Rabbiner möchten damit in die Gesellschaft und auch in die Bundeswehr hinein wirken und Militärseelsorge anbieten - wer immer diese braucht, ob jüdisch oder nicht-jüdisch.

Oleg Portnoy ist 46 Jahre alt und stammt aus der Ukraine. Er freue sich sehr auf die neuen Aufgaben, ließ er wissen. Im Rahmen dieser Verantwortung betreut er nun auch den »lebenskundlichen Unterricht« innerhalb der Bundeswehr.

Das heißt, Militärseelsorger wie er sprechen über Themen der Ethik, über menschliche Situationen in Krisen, die besonders in einem Kriegsfall auftreten können, etwa den Umgang mit Tod, Verletzungen und Katastrophen.

Einsätze kann Portnoy ab jetzt auch begleiten. »Wir sind bereit. Wir haben uns von Anfang an darauf eingestellt, dass wir in Einsätze gehen. Das ist ein Teil unserer Arbeit. Wir werden Soldaten dort unterstützen, wo sie das brauchen. Dafür werden wir geschult und vorbereitet. Und das soll auch so sein«, sagt der frisch eingeführte Militärrabbiner.

Lesen Sie mehr dazu in unserer nächsten Printausgabe am Donnerstag.

Israel

In Deboras Fußstapfen

Seit 2018 versuchen Frauen, an den Halacha-Prüfungen des Oberrabbinats teilzunehmen. Nun ist es ihnen gelungen

von Sophie Goldblum  08.05.2026

Talmudisches

Die Zahl 80

Was unsere Weisen über die wahre Stärke im Alter lehren

von Avi Frenkel  07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Essay

Brandbeschleuniger Hass auf Israel: Der Gesetzgeber darf nicht länger wegschauen

Wer auf unseren Straßen »Tod Israel« ruft, kann bislang in der Regel ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben. Das zermürbt die Demokratie

von Volker Beck  07.05.2026

Medien

Worte wiegen schwer

Was dürfen Journalisten? Auch Pressekodex und Gesetz kennen Grenzfälle. In der jüdischen Ethik wirft der Chafetz Chaim einen interessanten Blick auf die Frage, was an die Öffentlichkeit gehört

von Mascha Malburg  07.05.2026

Behar–Bechukotaj

Vom Joch befreit

Wie der Ewige seinem Volk die Last der Unterdrückung nimmt

von Rabbiner Avraham Radbil  07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Interview

Josef Schuster: »Juden und Muslime sind keine Erzfeinde«

Bald startet der Katholikentag in Würzburg. Mit dabei: der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Welche Tipps er für Gäste hat - und wie er auf Juden, Christen und Muslime in aufgeheizten Zeiten blickt

von Leticia Witte  06.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  05.05.2026 Aktualisiert