Ohr Torah Stone

Interreligiösen Dialog stärken

Foto: Getty Images/iStockphoto

Die Sicht des Judentums auf andere Religionen soll verstärkt im Blick religiös-jüdischer Studien der modern-orthodoxen jüdischen Bildungsbewegung »Ohr Torah Stone« (OTS) stehen.

Ein neu gegründetes interreligiöses Dialoginstitut soll eine zeitgemäße Haltung gegenüber anderen Religionen sowohl in Bezug auf in Israel lebende Nichtjuden wie auch auf weltweiter Ebene vermitteln, berichtete die Tageszeitung »Jerusalem Post« (Montag). Aufgabe des im Oktober offiziell gegründeten »Blickle Institut für interreligiösen Dialog« ist nach OTS-Angaben, »neue Paradigmen für die Beziehungen des Judentums zu Nichtjuden zu entwickeln«.

rabbinerseminare Es sei damit die erste orthodox-jüdische Einrichtung, die einen systematischen Zugang zu interreligiösem Verständnis und Beziehungen suche. Durch das neue Institut entwickelte Lehrpläne sollen in einem ersten Schritt zunächst in die OTS-Einrichtungen wie Religionsschulen und Rabbinerseminare eingebracht werden.

Mit der Gründung Israels seien die Beziehungen des jüdischen Volkes zu den Völkern der Welt zu einem wesentlichen Thema geworden, so OTS. Insbesondere gelte es, »den Status anderer Religionen nach jüdischem Recht zu definieren, unsere Beziehungen zu nichtjüdischen Minderheiten in Israel zu kodifizieren sowie unsere geistige und materielle Verantwortung gegenüber dem ‚Anderen‘ in unserer Mitte zu spezifizieren«. Dies sei besonders dringend, da widersprüchliche Ansichten dazu für interne jüdische Konflikte sorgten.

»Die Vision des Instituts ist es, sicherzustellen, dass alle Völker besser über andere monotheistische Religionen aufgeklärt werden können, um bessere Beziehungen zwischen unseren Glaubensrichtungen zu fördern und damit Israel und der ganzen Welt als Segenquelle zu dienen«, zitierte die Zeitung den Vorsitzenden der »Stiftung Stuttgarter Lehrhaus«, Karl Herman Blickle. kna

Tasria-Mezora

Die Macht des Wortes

Was wir sagen, kann verletzen oder heilen. Die Tora fordert, Schaden zu vermeiden und Gutes zu stiften

von Avi Frenkel  17.04.2026

Talmudisches

Dämonen

Was sind sie, und wie schütze ich mich vor ihnen? Unsere Weisen gaben Antworten

von Rabbinerin Yael Deusel  17.04.2026

Amida

Stehen vor Gott

Das Hauptgebet im Judentum ist Gespräch, Selbstprüfung und kollektive Stimme Israels. Sein Ursprung jedoch ist bis heute ungeklärt

von Sophie Goldblum  16.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Video

Pessach verstehen: Bedeutung, Bräuche und Traditionen

Rabbiner Dovid Gernetz erläutert die religiöse und historische Bedeutung von Pessach

von Jan Feldmann  01.04.2026

Chol HaMoed

Warum der Esel?

Das Grautier steht in der biblischen Geschichte für die Kraft, die den Menschen an seine niederen körperlichen Bedürfnisse bindet

von Vyacheslav Dobrovych  01.04.2026

Schemini

Fremdes Feuer

Wer mehr tut als geboten, läuft Gefahr, dass Frömmigkeit zur Selbstdarstellung wird

von Rabbiner Bryan Weisz  01.04.2026

Meinung

Hauptsache, Israel steht am Pranger!

Palmsonntag in Jerusalem und auf Social Media: Ein Rückblick

von Wolf J. Reuter  01.04.2026

Mascha Malburg

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026