Sekte

Die jüdischen Taliban und ihre »Flucht« in den Iran

Ein weibliches Mitglied der Lev-Tahor-Gemeinschaft im kanadischen Chatham (2013) Foto: imago/ZUMA Press

Mitglieder der jüdisch-chassidischen Gruppierung »Lev Tahor« haben offenbar versucht, via Guatemala in den Iran zu reisen.

Dutzende Familien seien am Flughafen in Guatemala-Stadt gesehen worden, offenbar auf dem Weg zur kurdisch-iranischen Grenze, berichteten israelische Medien heute. Demnach wurden bereits in den vergangenen Tagen einige Lev-Tahor-Anhänger mit US-Staatsbürgerschaft von guatemaltekischen Behörden bei ähnlichen Versuchen festgenommen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Israelische Angehörige hatten sich laut Berichten mit der Forderung an das Außen- sowie an das Justizministerium in Jerusalem gewandt, die guatemaltekischen Behörden um Amtshilfe zu bitten, um die Ausreise der Familien aus Guatemala zu verhindern. Vergleichbare Anträge gingen im US-Außenministerium ein.

ASYLANTRÄGE Die Einreise der Gruppenmitglieder in den Iran könne »ein großes politisches und sicherheitspolitisches Ereignis auslösen«, hieß es zur Begründung. Mitglieder der Gruppe sollen laut Medienberichten bereits 2018 wegen angeblicher Verfolgung politisches Asyl im Iran beantragt haben. Einzelne Mitglieder, darunter ein Verwandter des Gründers, sollen sich bereits im Irak aufhalten.

Die als extrem israelfeindlichen geltende Gruppe »Lev Tahor« wurde 1980 von dem Israeli Schlomo Helbrans in Jerusalem gegründet und floh später nach Kanada. Nach Vorwürfen unter anderem wegen Kindesvernachlässigung, Kindesmissbrauch und Zwangsheirat setzte sich die Gruppe 2014 nach Guatemala ab. Helbrans ertrank 2017 bei einem rituellen Bad in einem Fluss in Mexiko.

»TALIBAN« Wegen ihrer Strenge, die sich unter anderem in der Vollverschleierung von Mädchen ab dem Kleinkindalter mit Burka-ähnlichen schwarzen Gewändern auszeichnet, werden ihre Mitglieder in Israel mitunter als »jüdische Taliban« bezeichnet. Schätzungen zufolge hat die Gruppe rund 280 Mitglieder, mehrheitlich amerikanisch-israelische oder kanadisch-israelische Doppelbürger.

Bei einer gemeinsamen Razzia guatemaltekischer und US-amerikanischer Ermittler wurden im Juli zwei Anführer unter dem Verdacht des Kindesmissbrauchs und der Kindesentführung festgenommen. Bereits Anfang des Jahres wurden in Mexiko zwei Lev-Tahor-Anhänger wegen Entführung festgenommen. kna/ja

Wa’etchanan

Die Kraft des Gebets

Wie wir Enttäuschungen verarbeiten und unser Gottvertrauen bewahren können

von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl  24.07.2026

Talmudisches

Töchter Jerusalems

Was unsere Weisen über Tu beAw und die Partnersuche lehren

von Rabbiner Avraham Radbil  23.07.2026

Tischa beAw

Nach der Zerstörung

Der Tag der Trauer um den Tempel steht heute auch im Schatten von Schoa und 7. Oktober

von Rabbiner Yehoyada Amir  23.07.2026

Dewarim

Mosches Vermächtnis

Im fünften Buch der Tora richtet sich die Botschaft direkt an eine neue Generation

von Jacov Rürup  17.07.2026

Talmudisches

Nähe und Liebe

Was unsere Weisen über die Herausforderungen für Paare lehren

von Detlef David Kauschke  17.07.2026

Bein Hametzarim

Die verborgene Struktur der drei Wochen

Warum die Zeit der größten Trauer zugleich auf die endgültige Erlösung verweist

von Valentin Lutset  17.07.2026

Tradition

»Frauen waren schon immer weise«

Seit vier Jahren leitet Rabbanit Yemima Mizrachi Seminare für die Frauen von europäischen Rabbinern. Und definiert damit die Rolle der Rebbetzin neu

von Mascha Malburg  16.07.2026

Streit

Welche liberalen Konversionen werden in Israel anerkannt?

Die Union progressiver Juden behauptet, künftig würden nur Giurim ihres Rabbinatsgericht für die Alija anerkannt. Nun stellt der Zentralrat dies mit Verweis auf die Jewish Agency richtig

 15.07.2026 Aktualisiert

Matot-Mass’ej

Hand in Hand

In der biblischen Erzählung von der Verteilung des Landes wird ein wichtiges Prinzip deutlich

von Rabbinerin Yael Deusel  10.07.2026