Religion

Debatte über möglichen interreligiösen Feiertag geht weiter

Foto: Verwendung weltweit

Der Vorschlag eines interreligiösen Feiertags in Deutschland bleibt weiter im Gespräch. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hatte einen solchen »Tag des Wir-Gefühls und der Besinnung« im Zusammenhang der Corona-Pandemie angeregt.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte sich in einer ersten Reaktion eher skeptisch geäußert. Jüdische Feiertage seien in der Regel biblisch, wenige nachbiblisch oder neuzeitlich. »Es stünde uns nicht an, einen Feiertag zu schaffen, der einen religiösen Charakter hat«, so Josef Schuster.

»Es stünde uns nicht an, einen Feiertag zu schaffen, der einen religiösen Charakter hat.«

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Für einen Tag des Innehaltens würden sich aus Schusters Sicht etwa Aktionen wie ein »Tag der offenen Gotteshäuser« eignen, der interkonfessionell gestaltet werden könne, betonte Schuster. Hingegen meinte der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland, Andreas Nachama, ein interreligiöser Feiertag sei ein »positiver Vorschlag, der zu einem sehr guten Austausch führen kann«.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wollte sich auf KNA-Anfrage noch nicht zu dem Vorschlag äußern. Zuvor sei zu klären, wie Bätzing sich einen solchen Feiertag konkret vorstelle, sagte EKD-Sprecher Carsten Splitt. Die Islamverbände in Deutschland äußerten sich am Freitag offen für die Idee. kna

Wajera

Gebot der Zurückhaltung

Als Sodom unterging, wurde Lot gerettet – weil er an der richtigen Stelle geschwiegen hatte

von Rabbiner Elischa Portnoy  22.10.2021

Talmudisches

Wie Schilf und nicht wie eine Zeder

Wie sich Rabbi Elasar gegen einen hässlichen Mann versündigte

von Rabbiner Avraham Radbil  22.10.2021

Interview

»Das Lernen hat kein Ende«

Mendel Itkin über die Digitalisierung der Talmud-Übersetzung von Lazarus Goldschmidt

von Ayala Goldmann  21.10.2021

Hessen

Josef Schuster spricht zum Reformationstag

Auf Einladung der Evangelischen Kirche hält der Zentralratspräsident einen Vortrag über 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 20.10.2021

Geschichte

Märtyrer, Heiliger – Judenhasser?

Maximilian Kolbe ging vor 80 Jahren für einen KZ-Mithäftling in den Tod. Vor 50 Jahren wurde er für seine heroische Tat selig- und elf Jahre später heiliggesprochen. Dabei ist der polnische Pater nicht frei jeder Kritik. Wie antisemitisch war er?

von Andrea Krogmann  15.10.2021

Schabbat

Dem Tier keine Schmerzen bereiten

Warum es nur unter bestimmten Umständen erlaubt ist, Kühe am Ruhetag zu melken

von Rabbiner Avraham Radbil  15.10.2021

Standpunkt

Es reicht für alle

Der Mensch muss gegen den Hunger in der Welt kämpfen − denn die Erde bringt genug hervor

von Rabbiner Raphael Evers  15.10.2021

Talmudisches

Verloren und gefunden

Wie sich Chanina Ben Dossa um fremde Küken kümmerte

von Noemi Berger  15.10.2021

Lech Lecha

Mann mit Makel

Awram ist kein Mensch ohne Fehler – und wird gerade deshalb von Gott erwählt

von Rabbiner Alexander Nachama  14.10.2021