Techelet

Das himmlische Blau

Mehr als 50-mal wird die Farbe »Techelet« im Tanach, der Hebräischen Bibel, erwähnt – die Schaufäden (Zizit) und Streifen von Gebetsschals (Tallitot) sind in diesem Farbton gehalten, den bereits die Phönizier verwendeten. Der Farbstoff wird beim Kochen einer Schneckenart gewonnen.

Mittelmeer Der Meeresbiologe Félix Joseph Henri de Lacaze-Duthiers fand 1858 heraus, dass drei Schnecken im Mittelmeerraum purpurblaue Farbstoffe produzieren. Die Art Murex trunculus (Stumpfe Stachelschnecke) bestimmte er als Quelle des blauen Purpurs in der Tora. Im 4. Buch Mose 15, 37–38 lesen wir: »Und der Herr sprach zu Mosche: Rede mit den Kindern Israels und sprich zu ihnen, dass sie und ihre Nachkommen sich Quasten machen an den Zipfeln ihrer Kleider und blaue Schnüre (›Ptil Techelet‹) an die Quasten der Zipfel tun.«

Die israelische Firma »Ptil Tekhelet« in Maale Adumim stellt heute Tallitot nach traditioneller Art her – sie gewinnt das Techelet aus Schnecken. Die Farbe Blau steht im Judentum stellvertretend für den Himmel. Sie soll Gläubige an Gottes Thron erinnern und dafür sorgen, dass sich die Gedanken auf Heiliges konzentrieren. ja

Talmudisches

Jüdische Longevity

Was unsere Weisen über gutes Altern lehrten

von Detlef David Kauschke  15.05.2026

Bamidbar

Die Kraft der Stämme Israels

Das jüdische Volk strebt dem Frieden nach – ist dafür aber auch bereit zu kämpfen

von Yonatan Amrani  15.05.2026

Interview

»Musik ist die Sprache, die die Seele versteht«

Jüdische Melodien begleiten Rabbiner Daniel Fabian schon sein Leben lang. Heute helfen sie ihm, das Judentum erfahrbar zu machen

von Mascha Malburg  15.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Israel

In Deboras Fußstapfen

Seit 2018 versuchen Frauen, an den Halacha-Prüfungen des Oberrabbinats teilzunehmen. Nun ist es ihnen gelungen

von Sophie Goldblum  08.05.2026

Talmudisches

Die Zahl 80

Was unsere Weisen über die wahre Stärke im Alter lehren

von Avi Frenkel  07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Essay

Brandbeschleuniger Hass auf Israel: Der Gesetzgeber darf nicht länger wegschauen

Wer auf unseren Straßen »Tod Israel« ruft, kann bislang in der Regel ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben. Das zermürbt die Demokratie

von Volker Beck  07.05.2026