Vor 80 Jahren

Zentralrat der Juden: Nürnberger Prozesse waren Wendepunkt

Angeklagte während des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher des Internationalen Militärgerichtshofes auf der Anklagebank, in der vorderen Reihe v.l.n.r.: der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring, der ehemalige Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß und der ehemalige Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop, in der hinteren Reihe: der ehemalige Großadmiral Karl Dönitz, der ehemalige Großadmiral Erich Raeder und der ehemalige Gauleiter und Reichsstatthalter von Wien Baldur von Schirach. Hinter ihnen stehen amerikanische Militärpolizisten. Foto: picture alliance / SZ Photo

Die Nürnberger Prozesse gegen NS-Hauptkriegsverbrecher vor 80 Jahren sind nach Worten des Zentralrats der Juden in Deutschland ein historischer Wendepunkt gewesen. Dieser habe das Fundament für das moderne Völkerstrafrecht gelegt, erklärte der Zentralrat auf der Plattform X. »Die Prinzipien, die damals formuliert wurden, prägen bis heute internationale Gerichte und die deutsche Rechtsordnung. Sie erinnern uns daran, dass Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde niemals verhandelbar sind.«

Die Prozesse in der früheren Stadt der Reichsparteitage der Nazis seien ein entscheidender erster Schritt gewesen, »um den millionenfachen Mord an den Jüdinnen und Juden Europas und das Leid der Überlebenden sichtbar zu machen«. Ihr Mut, ihre Zeugnisse und ihre Stimmen blieben die Grundlage von Erinnern und Mahnen bis heute, schreibt der Zentralrat.

Am 20. November 1945 begann in Nürnberg ein bis dahin weltweit einmaliger Prozess. Vor Gericht standen unter anderem Reichsmarschall Hermann Göring, Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß und Außenminister Joachim von Ribbentrop. Zwölf Todesurteile verhängte der Militärgerichtshof schließlich am 1. Oktober 1946 und sieben langjährige Haftstrafen. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Außerdem wurden NSDAP, Gestapo, SD und SS zu verbrecherischen Organisationen erklärt.

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