Meinung

Zeit zu handeln, Berlin!

Katharina Schmidt-Hirschfelder Foto: Marco Limberg

Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind die ersten Bundesländer, die offiziell einen Antisemitismusbeauftragten ernannt haben. Gut so.

Denn damit vermitteln sie ein wichtiges Signal: Wir nehmen die Sorgen der jüdischen Gemeinden ernst. Wir haben das Problem erkannt. Wir nennen es beim Namen. Das Land Berlin könnte sich davon eine Scheibe abschneiden. Stattdessen erteilte die rot-rot-grüne Regierung dem Vorstoß der Berliner CDU, auch in der Hauptstadt einen Antisemitismusbeauftragten zu installieren, bislang immer eine Absage, zuletzt im Herbst 2017.

Straftaten Dabei hätte sie allen Grund dazu, dem Beispiel von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zu folgen. Denn die Zahl antisemitisch motivierter Straftaten stieg mittlerweile um das Doppelte: mit 149 registrierten Fällen im Jahr 2013 auf 288 Taten 2017. Eine alarmierende Zahl – die im Übrigen nichts über die Täter aussagt.

So würden antisemitische Vorfälle »systematisch unterschätzt« und »ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis« vermittelt, warnte denn auch der vom Bundestag eingesetzte Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus in seinem jüngsten Bericht. Denn es sind nicht nur Rechtsextreme, die jüdische Schüler bedrohen, Passanten auf der Straße anpöbeln und auf Anti-Israel-Demonstrationen Hassparolen skandieren.

Genau hier kann ein Antisemitismusbeauftragter ansetzen: als Schnittstelle zwischen dem Land, seinen Ämtern und Bildungseinrichtungen. Als Experte, bei dem sich Informationen bündeln und der Institutionen hilft, Empfehlungen umzusetzen. Dass die Jüdische Gemeinde zu Berlin mittlerweile einen Antisemitismusbeauftragten hat, entlässt das Land Berlin nicht aus der Verantwortung. Andernfalls blieben die Bekenntnisse von Berliner Politikern zu einer weltoffenen, toleranten Stadt nichts als leere Worthülsen.

schmidt-hirschfelder@juedische-allgemeine.de

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026

Moskau

Israelis nach Zwischenfall an Flughafen wieder freigelassen

Die Festgehaltenen müssen mehrere Stunden lang ohne Zugang zu Essen, Wasser oder Toiletten warten. Israels Außenminister Sa’ar interveniert

 21.04.2026

Budapest

Péter Magyar: Netanjahu müsste bei Einreise festgenommen werden

Der designierte Ministerpräsident Ungarns hatte seinen israelische Kollegen zu einem Besuch eingeladen. Nun erklärt er, was passieren würde, sollte dieser der Einladung folgen

 21.04.2026

Nahost

Vance soll zu Iran-Gesprächen nach Pakistan reisen

Die Reise nach Islamabad könnte bereits heute erfolgen. Der Zeitpunkt ist brisant, denn die derzeitige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft aus

 21.04.2026

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Berlin

Abbruch nach Antisemitismus bei Makkabi-Spiel

Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der antisemitischen Volksverhetzung und Beleidigung

 20.04.2026

Washington D.C.

Iran-Krieg: Trump ringt hinter den Kulissen mit Zweifeln und Sorgen

Angst um die Wirtschaft und die Befürchtung, ihn könnte das politische Schicksal von Jimmy Carter ereilen, beeinflussen den Präsidenten

 20.04.2026

London

Festnahmen nach neuem Brandanschlag auf Synagoge in London

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Handeln die Täter im Auftrag Irans gegen Geld?

 20.04.2026

Teheran

Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

Am Mittwoch läuft die Waffenruhe im Iran-Krieg aus. US-Präsident Trump nennt einen neuen Verhandlungstermin. Aber das Teheraner Regime sieht keine »Perspektive für seriöse Verhandlungen«

 20.04.2026