Meinung

Würde statt Blut und Bilder

Derzeit machen schreckliche Fotos im Internet die Runde. Sie zeigen Udi und Ruth Fogel aus Itamar mit ihren Kindern Yoav, Elad und Hadas auf blutgetränkten Kissen und Bettdecken. Die israelische Regierung hat die Bilder des Massakers zur weiteren Verbreitung freigegeben. Ein bewusster Schritt in die Öffentlichkeit. Und er ist verständlich, schließlich soll der Welt so vor Augen geführt werden, mit welchen mörderischen Terroristen es Israel zu tun hat. Dennoch: Die Entscheidung ist falsch. Denn sie nutzt niemandem.

Kameras In diesen Tagen schaut die Weltöffentlichkeit fast ausschließlich nach Japan. Wer sich die abgeschlachtete Siedlerfamilie dennoch ansieht, gehört vermutlich zum Kreis derer, die ohnehin entsetzt und empört sind. Es kann sich auch um sensationslüsterne Gaffer handeln. Oder – noch schlimmer – um jemanden, der mit den Mördern sympathisiert. Diese Freunde des Terrors sind es, die sonst in Gaza und an anderen Orten ihre eigenen Toten und Schwerverletzten in die Kameras halten. Solche Propaganda passt zwar zum menschenverachtenden Regime der Hamas und ihrer Gefolgsleute. Sie passt aber nicht zum jüdischen Staat, der die Menschenwürde so hoch achtet.

Bilder sind willkommene Munition im PR-Krieg. Israel macht da keine Ausnahme. Doch gerade in diesem Fall ist es der falsche Weg, mit den Fotos der im Schlaf hingerichteten Familie die öffentliche Meinung beeinflussen zu wollen. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, heißt ein Sprichwort. Es gibt aber Zeiten und Ereignisse, bei denen weder das eine noch das andere das ganze Ausmaß von Trauer Schmerz und Wut ausdrücken können.

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026