Meinung

Würde statt Blut und Bilder

Derzeit machen schreckliche Fotos im Internet die Runde. Sie zeigen Udi und Ruth Fogel aus Itamar mit ihren Kindern Yoav, Elad und Hadas auf blutgetränkten Kissen und Bettdecken. Die israelische Regierung hat die Bilder des Massakers zur weiteren Verbreitung freigegeben. Ein bewusster Schritt in die Öffentlichkeit. Und er ist verständlich, schließlich soll der Welt so vor Augen geführt werden, mit welchen mörderischen Terroristen es Israel zu tun hat. Dennoch: Die Entscheidung ist falsch. Denn sie nutzt niemandem.

Kameras In diesen Tagen schaut die Weltöffentlichkeit fast ausschließlich nach Japan. Wer sich die abgeschlachtete Siedlerfamilie dennoch ansieht, gehört vermutlich zum Kreis derer, die ohnehin entsetzt und empört sind. Es kann sich auch um sensationslüsterne Gaffer handeln. Oder – noch schlimmer – um jemanden, der mit den Mördern sympathisiert. Diese Freunde des Terrors sind es, die sonst in Gaza und an anderen Orten ihre eigenen Toten und Schwerverletzten in die Kameras halten. Solche Propaganda passt zwar zum menschenverachtenden Regime der Hamas und ihrer Gefolgsleute. Sie passt aber nicht zum jüdischen Staat, der die Menschenwürde so hoch achtet.

Bilder sind willkommene Munition im PR-Krieg. Israel macht da keine Ausnahme. Doch gerade in diesem Fall ist es der falsche Weg, mit den Fotos der im Schlaf hingerichteten Familie die öffentliche Meinung beeinflussen zu wollen. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, heißt ein Sprichwort. Es gibt aber Zeiten und Ereignisse, bei denen weder das eine noch das andere das ganze Ausmaß von Trauer Schmerz und Wut ausdrücken können.

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  19.09.2026 Aktualisiert

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 19.09.2026

Nahost

Signal aus Teheran: Iran will zurück zu Rahmenabkommen

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz erklärt, der Iran habe kein Interesse an einem endlosen Krieg

 19.09.2026

Kommentar

Michael Lüders, Groß-Palästina und seine Vorliebe für Wassermelonen

Wie BSW-Spitzenkandidat Michael Lüders sich als verrückter Rand einer Wahldebatte präsentierte

von André Anchuelo  19.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Berliner Linke nennen Hamas-Massaker »Widerstand«

In einer Sitzung wurde die Forderung nach einer »vollen politischen und materiellen Unterstützung des palästinensischen Widerstands in all seinen Formen« erhoben. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs

 19.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Hohe Feiertage, wichtige Wahl

Die Bürger von Mecklenburg-Vorpommern wählen am 20. September ihr Parlament. Wird der besorgniserregende Trend, der in Sachsen-Anhalt zu beobachten war, fortgesetzt und verfestigt?

von Juri Rosov  19.09.2026

Sachsen-Anhalt

Jurist hält Bundeszwang »nicht für abwegig«

Falls eine AfD-geführte Landesregierung Verfassungsrecht oder Bundesgesetze missachten sollte, könnte der sogenannte Bundeszwang zum Einsatz kommen

 19.09.2026

Jerusalem

Warum ein Ex-Shin-Bet-Chef Israelis dazu aufruft, zu Jom Kippur in der Synagoge ihre Waffen zu tragen

Die Verantwortlichen der Synagogen sollten dafür sorgen, dass bewaffnete Menschen kommen, sagt Arik Barbing

 19.09.2026

Interview

»Frontalangriff auf die Integrität unserer Republik«

Kulturstaatsminister Weimer über den Geschichtsrevisionismus der AfD und die Folgen ihres Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt

von Corinna Buschow, Karsten Frerichs  19.09.2026