Berlin

»Wir werden um Obergrenzen nicht herumkommen«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: Thomas Lohnes

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich in der Tageszeitung »Die Welt« zur Limitierung der Flüchtlingsaufnahme geäußert: »Über kurz oder lang werden wir um Obergrenzen nicht herumkommen.« Zur Begründung führte er Probleme bei der Integration an. »Wenn es so weiter geht wie bisher, wird die Vermittlung unserer Werte zunehmend schwieriger«, sagte Schuster.

Intoleranz »Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des ›Islamischen Staates‹ und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist«, sagte der Zentralratspräsident.

Dabei gehe es nicht nur um Judenfeindschaft, sondern auch um die Gleichberechtigung von Frau und Mann sowie den Umgang mit Homosexuellen. Diese Intoleranz führte er weniger auf den muslimischen Glauben zurück, sondern eher auf die Herkunft zahlreicher Asylsuchender aus dem arabischen Raum.

Asyl Gegenüber der Jüdischen Allgemeinen bekräftige Schuster am Montag nochmals die Überzeugung des Zentralrats, dass Deutschland Flüchtlinge aufnehmen müsse: »Wer asylberechtigt ist, muss auch Asyl erhalten.« Zum Grundrecht auf Asyl gehörten aber zwei Aspekte: die menschenwürdige Versorgung der Flüchtlinge und ihre erfolgreiche Integration in der Gesellschaft.

»Daher werden wir um eine Begrenzung oder Kontingentierung der Zuwanderung auf die Dauer nicht herumkommen. Eine gerechte Verteilung in der EU sowie eine Bekämpfung der Fluchtursachen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge müssen damit einhergehen«, sagte Schuster. epd/ja

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