Thüringen

»Wir sind entsetzt über den gezielten Angriff auf das Gedenken«

Zerstörter junger Baum der »1000 Buchen«»-Initiative (Archiv) Foto: dpa

Nach der Zerstörung von Gedenkbäumen für Opfer des NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar hat die Polizei nach eigenen Angaben noch keine Hinweise auf mögliche Täter. Derzeit würden die am Tatort gesicherten Spuren ausgewertet, sagte ein Sprecher der Landespolizeiinspektion Jena am Freitag.

Die Untersuchungen sollen unter anderem Aufschluss über das Tatwerkzeug bringen. Bislang hätten sich noch keine Zeugen der Tat bei der Polizei gemeldet. In die Ermittlungen ist nach Angaben des Sprechers der Staatsschutz eingebunden, weil ein politisches Motiv für die Tat nicht ausgeschlossen werden könne.

opfer Nahe der Gedenkstätte Buchenwald waren sieben Bäume abgesägt worden, die an Opfer des NS-Konzentrationslagers bei Weimar erinnern sollen. Die Bäume waren den ermordeten Kindern von Buchenwald sowie sechs namentlich genannten Häftlingen gewidmet, wie der Sprecher der Gedenkstätte, Rikola-Gunnar Lüttgenau, am Mittwoch mitteilte.

Die Stadt Weimar hat für Hinweise auf den oder die Täter eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. »Wir schauen, was das bringt«, sagte der Polizeisprecher.

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»Wir sind entsetzt über den gezielten Angriff auf das Gedenken«, schrieb die Gedenkstätten-Stiftung Buchenwald und Mittelbau-Dora im Kurznachrichtendienst Twitter. Immer wieder habe es in der Vergangenheit in der Gedenkstätte Beschädigungen von Gedenktafeln oder Hinweisschildern oder Hakenkreuz-Schmierereien gegeben, sagte Lüttgenau.

Die jetzt abgesägten Gedenkbäume standen nach seinen Angaben an der Trasse der ehemaligen Buchenwaldbahn, mit der Menschen aus ganz Europa von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager gebracht worden waren. Sie liegt etwas außerhalb des eigentlichen Gedenkstättenareals. Es sei nicht die erste Zerstörung von Bäumen an dieser Stelle gewesen, sagte der Sprecher. Bereits vor einigen Jahren mussten Pflanzungen ersetzt werden.

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Zudem sei am Mittwoch festgestellt worden, dass Unbekannte auf einem Wegweiser in der Gedenkstätte den Hinweis auf Aschegräber zerkratzten, in denen die Nazis 1944/45 den Leichenbrand aus dem Krematorium abkippten.

In das Konzentrationslager Buchenwald hatten die Nazis 280.000 Menschen verschleppt. Etwa 56 000 von ihnen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten und medizinischen Experimenten. Am 11. April 1945 befreiten US-Truppen das Lager. Tausende Häftlinge waren zuvor noch auf sogenannten Todesmärschen ums Leben gekommen. dpa

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