Studierendenkonferenz

»Wir sind die Zukunft«

Shir Horowitz von der »National Union of Israeli Students« (NUIS) Foto: DISK

Studierendenkonferenz

»Wir sind die Zukunft«

Im Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Ländern treffen sich junge Erwachsene aus Deutschland und Israel in Frankfurt am Main

von Joshua Schultheis  30.10.2022 12:22 Uhr

In Frankfurt am Main findet an diesem Wochenende die zweite Deutsch-Israelische Studierendenkonferenz statt. Das Ziel der Tagung ist die Vertiefung der Freundschaft zwischen Israel und Deutschland sowie eine stärkere Vernetzung von Studierenden und jungen Erwachsenen beider Länder.

Organisiert wird die Konferenz von der »National Union of Israeli Students« (NUIS), der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD), dem Verband Jüdischer Studierender in Hessen (VJSH), dem »freien zusammenschluss von student*Innenschaften« (fzs) sowie dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (JuFo DIG). Die Räume werden von der Goethe-Universität Frankfurt gestellt.

Zusammenarbeit Mit mehreren Grußworten wurde die Tagung am Samstagabend eröffnet. Die Vorsitzende des VJSH, Tatiana Kvetnaya, richtete sich an die Anwesenden mit den Worten: »Wir sind vereint in unserem Ziel, für eine Welt zu kämpfen, in der wir als jüdische Menschen und alle anderen Menschen unabhängig und ohne Angst leben können.«

»Veranstaltungen wie diese sind ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Antisemitismus.«

Hanna Veiler, Vorstandsmitglied der JSUD

Hanna Veiler, Vorstandsmitglied der JSUD, sagte in ihrem Beitrag, »Veranstaltungen wie diese sind ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Antisemitismus«. Ein wichtiger Aspekt der Konferenz sei auch, »neue Bekanntschaften zu schließen«.

Der Vorsitzende des JuFo DIG, Constantin Ganß, nannte die deutsch-israelische Freundschaft »ein Privileg, das wir, die neue Generation, mit Leben füllen müssen«. Das gelte besonders in einer Zeit, »in der die letzten Holocaust-Überlebenden sterben und der Antisemitismus wieder auflebt«.

Matthias Konrad, Vorstandsmitglied beim fzs, sprach von dem Ereignis als einem »Symbol für die Freundschaft und Partnerschaft zwischen unseren beiden Ländern«. Die Teilnehmenden bildeten ein einzigartiges »Bündnis von Jugendorganisationen«, das sich »hinter Israel und gegen Antisemitismus« stelle.

Im Namen der israelischen Delegation, die mit etwa 50 Personen nach Deutschland angereist ist, sagte Shir Horowitz, Referentin für Sozialpolitik bei der NUIS, sie fühlten sich »geehrt hier zu sein«.  Sie wünsche sich, dass die Teilnehmenden gemeinsam an einer Vertiefung der »Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland« arbeiten. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion sagte sie: »Wir sind die Zukunft und wir können sie so viel besser machen.«

Gestaltung Die beiden Schirmherren der Konferenz, Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, richteten sich jeweils in einer Videobotschaft an die Teilnehmenden. Özdemir nannte die Konferenz ein »besonders wichtiges« Projekt, da gerade jungen Menschen eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der deutsch-israelischen Beziehung zukomme. »Ihr seid die Zukunft«, sprach der Minister zu den anwesenden Studierenden.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir nannte die Konferenz ein »besonders wichtiges« Projekt für die deutsch-israelischen Beziehungen.

Auch Prosor beschwor die besondere Verantwortung der jungen Generation. Es sei an ihnen, »sicherzustellen, dass die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland in den kommenden Jahren gedeihen, weiter ausgebaut und vertieft werden«.

Auf der Tagung, die am späten Sonntagnachmittag endet, werden mehrere Vorträge gehalten. Bisher sprachen Hillel Neuer, Geschäftsführer der NGO »UN Watch«, über israelbezogenen Antisemitismus, und der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, über die religiöse Toleranz in Israel, von der Deutschland viel lernen könne. Zudem können die Teilnehmenden der Konferenz aus einer Reihe an Workshops, etwa über das israelische Bildungssystem oder zu den neuesten Ergebnissen der Antisemitismusforschung, auswählen.

Resolution Der Konferenz in Frankfurt war die Formulierung und Verabschiedung einer gemeinsamen Resolution vorangegangen. In dem Text, der zuerst Ende September in Jerusalem präsentiert wurde, wird unter anderem ein konsequentes Vorgehen gegen alle Formen des Antisemitismus, ein besserer Austausch zwischen Studierenden aus beiden Ländern sowie ein Ende der universitären Kooperationen zwischen Deutschland und dem Iran gefordert. Neben den an der Konferenz beteiligten Akteuren unterschrieben auch die Studierendenorganisationen von CDU, FDP, SPD und den Grünen die Resolution.

Frankfurt/Main

Experten: Antisemiten hetzen im Netz inmitten von Lifestyle-Themen

Der Vertrauensverlust in klassische Medien macht TikTok, Youtube und Instagram zur wichtigsten Arena für politische Debatten. Dort müsse der Kampf für die Demokratie stattfinden, betonen Extremismus-Experten

von Christof Bock  15.09.2026

Bayern

Nach Morddrohung gegen Charlotte Knobloch – jetzt äußert sich die Polizei

Die Hintergründe

 15.09.2026

Berlin

Nach antisemitischem Angriff: Aufruf zum Tragen eines Davidsterns

An Rosch Haschana wurde eine Frau antisemitisch beleidigt und verletzt. Mehrere jüdische Organisationen und Vereine rufen nun für Donnerstag zum Tragen eines Davidsterns aus Solidarität auf

 15.09.2026

Washington

US-Bericht räumt Munitionsmangel infolge des Iran-Kriegs ein

Ein Bericht aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium bestätigt, was die Regierung lange bestritt: Der Iran-Krieg hat die Munitionsvorräte der USA empfindlich ausgedünnt. Das Pentagon will nun gegensteuern

 15.09.2026

Tel Aviv

IDF-Chef prüft rechtliche Schritte gegen Film »Naza«

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet bisher bekannt gewordene Teile der Doku als »Ritualmordlegenden, bewusste Verzerrungen der Realität und falsche Anschuldigungen gegen IDF-Soldaten«

 15.09.2026

Berlin

Wie die Auswahl des Antisemitismusbeauftragten zum Debakel wurde

Der Senat wollte den Posten eines Antisemitismusbeauftragten für die Hochschulen der Hauptstadt schaffen. Doch das Verfahren wurde abgebrochen. Eine neue Recherche zeigt, wie es so weit kommen konnte

 15.09.2026

Umfrage

AfD bleibt laut Umfrage stärkste Partei – CDU/CSU auf Tief

Die in Teilen rechtsextremistische Partei hat einen Vorsprung von 11 Prozentpunkten zur zweitstärksten Partei

 15.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  15.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 15.09.2026 Aktualisiert