Einspruch

Wer provoziert hier wen?

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) kann nicht mehr schweigen. Angesichts der Eskalation im Nahen Osten hat er sich mit einem dringenden Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt. Der handelt natürlich nicht von den Verbrechen, die die IS-Kämpfer täglich begehen. Nein, selbstverständlich geht es um Israel und die Al-Aksa-Moschee.

»Wir beobachten mit größter Besorgnis, dass die Gewaltspirale in Nahost weiter gedreht wird«, erklärt der ZMD und verurteilt Israels »gewaltsames Eindringen« in die Moschee, die zu den drei wichtigsten Heiligtümern der Muslime gehöre. Weiter fordert der ZMD: »Die israelische Politik muss jede Form der Provokationen durch Extremisten unterbinden.«

Interessant: Israel müsse also extremistische Provokationen unterbinden. Dabei geschieht, vom ZMD unbemerkt, genau das. Als israelische Sicherheitskräfte nämlich entdeckten, dass palästinensische Extremisten das dritte Heiligtum des Islam als Waffenlager benutzen, griffen sie ein.

heiligtümer Könnte es sein, dass der ZMD eigentlich Israel für seinen Abwehrkampf gegen muslimische Extremisten im Heiligen Land lobt? Nein. »Auch die Heiligtümer der Muslime müssen mit Respekt geachtet und geschützt werden«, erklärt der Rat und fordert, die Weltgemeinschaft müsse eingreifen. Für ihn gibt es also keine muslimischen Provokationen. Dass der Tempelberg auch Juden heilig ist, ist keiner Erwähnung wert.

Dass in Jerusalem ein jüdischer Tempel gestanden habe, ist eine zionistische Lüge, so hat es Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gesagt. Und wenn der es sagt, wird es wohl so sein. Genauso, wie er in seiner Doktorarbeit nachwies, dass die Zionisten das Ausmaß der Schoa übertreiben. Eigentlich haben Juden in Jerusalem nichts zu suchen. Am besten, sie verschwänden ganz aus »Palästina«, diese Juden mit ihrer »fiktiven« Religion und Geschichte. Genug also mit den ständigen jüdischen Provokationen! Der Nahe Osten braucht Frieden.

Der Autor ist Korrespondent der israelischen Tageszeitung »Yedioth Ahronoth«.

Bosnien-Herzegowina

Jüdischer Protest gegen rechtsextrexmen Sänger Thompson

Vergangenes Jahr hatte der kroatische Sänger Thompson mit einem Megakonzert in Zagreb einen Zuschauerrekord gebrochen. Bekannt ist er für rechtsnationalistische Auftritte. Jetzt provoziert er erneut

von Markus Schönherr  16.02.2026

Madrid

Museum wirft israelische Besucherinnen raus

Drei ältere Touristinnen werden von Besuchern bepöbelt, weil sie Davidsterne und eine israelische Fahne tragen. Doch statt ihnen zu helfen, setzt das Museum sie vor die Tür

 16.02.2026

Diskussionsveranstaltung

Francesca Albanese soll in Berlin auftreten, Absage gefordert

Es könne nicht sein, dass die Senatsverwaltung für Kultur durch die Förderung des Veranstaltungsortes ermögliche, dass antisemitische Veranstaltungen durch Steuergelder finanziert würden, so die Organisation »Gegen jeden Antisemitismus«

von Imanuel Marcus  16.02.2026

Atomprogramm

Iran: Nächste Verhandlungsrunde mit den USA in Genf

US-Präsident Donald Trump fordert vom Teheraner Regime, sein Atomprogramm zu beenden. Doch die iranische Regierung ist nur zu Zugeständnissen bereit

 16.02.2026

Sydney

Bondi-Attentäter erstmals vor Gericht

Naveed Akram ist wegen 59 Straftaten angeklagt, darunter 15-facher Mord sowie die Durchführung eines Terroranschlags

 16.02.2026

Dresden

Mehr rechtsextreme Vorfälle an Sachsens Schulen

Von NS-Symbolen und Parolen bis hin zu Beleidigungen und Gewalt: Das sächsische Bildungsministerium hat 2025 fast 250 rechtsextreme Vorfälle dokumentiert

von Yvonne Jennerjahn  15.02.2026

Analyse

Das Prinzip Trump

Der US-Präsident hat Israels sicherheitspolitische Lage gestärkt – zugleich spaltet er das eigene Land. Aber ein geschwächtes Amerika garantiert keinen stabilen Schutz

von Carsten Ovens  15.02.2026

Nahost

Italien und Rumänien nehmen als Beobachter an Trump-»Friedensrat« teil

Bislang sind in dem Gremium des US-Präsidenten nur zwei EU-Staaten dabei

 15.02.2026 Aktualisiert

Solidarität

Für Freiheit im Iran: 250.000 Demonstranten in München

Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman: »Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt«

 15.02.2026 Aktualisiert