Meinung

Wer den Unterschied macht

Dabei hatte sich Angela Merkel doch schon solche Mühe gegeben, umsichtig zu formulieren und keine Religion zu diskriminieren. Beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Bundeskriminalamts in der vergangenen Woche sagte die Kanzlerin: »Der Terror von heute hat viele Gesichter«, und erwähnte dabei »islamistische Terroristen« ebenso wie den »Attentäter von Norwegen«, Anders Breivik.

Ausgewogener geht es kaum, sollte man meinen. Doch die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) ist nicht zufrieden. Deren Generalsekretär Oguz Ücüncü wirft Merkel nun vor, dass sie »immer noch vom ›islamistischen Terror‹ spricht«. Denn, so der Funktionär: »Spätestens nach den Anschlägen in Norwegen sollte klar sein, dass Terrorismus … keine Religion hat.«

ideologie Das ist ja nicht falsch, aber abgesehen davon, dass Terroristen, die im Namen Allahs bomben, sich sicher dagegen verwahren würden, nichts mit Religion zu tun zu haben: Wird nicht – zu Recht – immer wieder betont, dass Islam und Islamismus nicht dasselbe sind, dass jener eine Religion, dieser aber eine gefährliche politische Ideologie sei?

Mit ihrem Einspruch entlarvt sich die IGMG, immerhin Mitglied des Islamrats der Bundesrepublik, selbst. Die Organisation, der vom Verfassungsschutz Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und Nähe zu Terrororganisationen wie der Hamas vorgeworfen wird, gibt mit ihrer Stellungnahme faktisch zu: Nicht irgendwelche »Islamophoben« – die IGMG selbst ist es, die keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus macht.

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026