Meinung

Wenn der Rabbi geht

Rabbiner kommen, Rabbiner gehen. In Karlsruhe wird Zeev-Wolf Rubins am selben Wochenende willkommen geheißen, an dem in Düsseldorf Julian Chaim Soussan verabschiedet wird. So weit, so gut. Zu beanstanden ist jedoch der Grund, warum Soussan Düsseldorf verlässt. Die Vorkommnisse in den vergangenen Monaten hätten ihn zu dem Schritt getrieben, heißt es etwas nebulös.

Aushängeschild Ein wahrlich schlechtes Signal. Immer wieder gibt es Streit in den Gemeinden, der Rabbiner sei zu konservativ, zu orthodox, würde seine Pflichten vernachlässigen, hätte gar keine gültige Smicha oder sie irgendwo im Hinterzimmer erworben. Die Argumente, seinen Rabbiner loszuwerden, sind vielfältig. Doch in diesem Fall geht es nicht um das Fehlverhalten des Rabbiners. Soussan war gern in Düsseldorf, war anerkannter und angesehener Gesprächspartner der Christen, das Aushängeschild einer modernen flexiblen Orthodoxie in der Landeshauptstadt. So viel Renommee lässt sich eine Gemeinde selten nehmen.

Die Düsseldorfer tut es; warum, das muss sie mit sich ausmachen. Aber sie schwächt das junge, lebendige Judentum, in dem Orthodoxe und Liberale versöhnliche, gemeinsame Wege gehen können. Haben Eigensinn und Machtgier einen Dialog auf Augenhöhe unmöglich gemacht? Und wie muss es denn um eine Gemeinde bestellt sein, die das größte Pfund, das sie hat, gehen lässt? Und nicht irgendeine, sondern eine, die sich rühmt, die drittgrößte in Deutschland zu sein. So wird eingerissen, was in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut wurde: ein selbstverständlich gewordenes starkes Judentum. Leider gibt Düsseldorf ein schlechtes Beispiel ab.

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026