Meinung

Wenn der Rabbi geht

Rabbiner kommen, Rabbiner gehen. In Karlsruhe wird Zeev-Wolf Rubins am selben Wochenende willkommen geheißen, an dem in Düsseldorf Julian Chaim Soussan verabschiedet wird. So weit, so gut. Zu beanstanden ist jedoch der Grund, warum Soussan Düsseldorf verlässt. Die Vorkommnisse in den vergangenen Monaten hätten ihn zu dem Schritt getrieben, heißt es etwas nebulös.

Aushängeschild Ein wahrlich schlechtes Signal. Immer wieder gibt es Streit in den Gemeinden, der Rabbiner sei zu konservativ, zu orthodox, würde seine Pflichten vernachlässigen, hätte gar keine gültige Smicha oder sie irgendwo im Hinterzimmer erworben. Die Argumente, seinen Rabbiner loszuwerden, sind vielfältig. Doch in diesem Fall geht es nicht um das Fehlverhalten des Rabbiners. Soussan war gern in Düsseldorf, war anerkannter und angesehener Gesprächspartner der Christen, das Aushängeschild einer modernen flexiblen Orthodoxie in der Landeshauptstadt. So viel Renommee lässt sich eine Gemeinde selten nehmen.

Die Düsseldorfer tut es; warum, das muss sie mit sich ausmachen. Aber sie schwächt das junge, lebendige Judentum, in dem Orthodoxe und Liberale versöhnliche, gemeinsame Wege gehen können. Haben Eigensinn und Machtgier einen Dialog auf Augenhöhe unmöglich gemacht? Und wie muss es denn um eine Gemeinde bestellt sein, die das größte Pfund, das sie hat, gehen lässt? Und nicht irgendeine, sondern eine, die sich rühmt, die drittgrößte in Deutschland zu sein. So wird eingerissen, was in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut wurde: ein selbstverständlich gewordenes starkes Judentum. Leider gibt Düsseldorf ein schlechtes Beispiel ab.

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 20.10.2026 Aktualisiert

Vereinte Nationen

Wer finanziert die Arbeit der UN-Berichterstatter?

Die Genfer NGO UN Watch hat einen Bericht vorgelegt, der die Zuwendungen an rund 140 unabhängige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen unter die Lupe nimmt. Auf Platz 3 der Liste: Francesca Albanese

von Michael Thaidigsmann  20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Washington D.C.

Vance gibt keine Wahlempfehlung für Netanjahu ab

Im Gegensatz zu seinem Chef Donald Trump sieht der amerikanische Vizepräsident von einer Unterstützung des israelischen Ministerpräsidenten ab. Warum?

 20.10.2026

Nach Spionage-Urteil

Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Dem Diplomaten solle der starke Protest des Iran übermittelt werden, heißt es. Kurz zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt

 20.10.2026

Gießen

Staatsanwaltschaft klagt AfD-Politiker wegen NS-Parole an

Bei seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der AfD-Jugendorganisation soll Kevin Dorow eine Parole der Hitlerjugend verwendet haben. Nun muss ein Gericht über die Anklage entscheiden

 20.10.2026

Luftwaffenstützpunkt Ovda

Hegseth trifft Netanjahu bei unangekündigtem Israel-Besuch

Wenige Tage vor der israelischen Wahl ging es bei dem Geheimtreffen wohl um das weitere Vorgehen gegen das Mullah-Regime in Teheran

 20.10.2026