Meinung

Wenn der Rabbi geht

Rabbiner kommen, Rabbiner gehen. In Karlsruhe wird Zeev-Wolf Rubins am selben Wochenende willkommen geheißen, an dem in Düsseldorf Julian Chaim Soussan verabschiedet wird. So weit, so gut. Zu beanstanden ist jedoch der Grund, warum Soussan Düsseldorf verlässt. Die Vorkommnisse in den vergangenen Monaten hätten ihn zu dem Schritt getrieben, heißt es etwas nebulös.

Aushängeschild Ein wahrlich schlechtes Signal. Immer wieder gibt es Streit in den Gemeinden, der Rabbiner sei zu konservativ, zu orthodox, würde seine Pflichten vernachlässigen, hätte gar keine gültige Smicha oder sie irgendwo im Hinterzimmer erworben. Die Argumente, seinen Rabbiner loszuwerden, sind vielfältig. Doch in diesem Fall geht es nicht um das Fehlverhalten des Rabbiners. Soussan war gern in Düsseldorf, war anerkannter und angesehener Gesprächspartner der Christen, das Aushängeschild einer modernen flexiblen Orthodoxie in der Landeshauptstadt. So viel Renommee lässt sich eine Gemeinde selten nehmen.

Die Düsseldorfer tut es; warum, das muss sie mit sich ausmachen. Aber sie schwächt das junge, lebendige Judentum, in dem Orthodoxe und Liberale versöhnliche, gemeinsame Wege gehen können. Haben Eigensinn und Machtgier einen Dialog auf Augenhöhe unmöglich gemacht? Und wie muss es denn um eine Gemeinde bestellt sein, die das größte Pfund, das sie hat, gehen lässt? Und nicht irgendeine, sondern eine, die sich rühmt, die drittgrößte in Deutschland zu sein. So wird eingerissen, was in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut wurde: ein selbstverständlich gewordenes starkes Judentum. Leider gibt Düsseldorf ein schlechtes Beispiel ab.

Entscheidung

Bundesverfassungsgericht stoppt Reiche-Video über Kritik an Linken

Die Linke hat mit einer Klage gegen die Bundeswirtschaftsministerin zumindest vorläufig Erfolg gehabt: Katherina Reiche muss bis zu einer endgültigen Entscheidung einen Instagram-Post löschen, in dem sie der Partei Antisemitismus vorwirft

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Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

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Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

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Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

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Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

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 15.10.2026