Solidarität

Weimar hisst israelische Fahne

Der Landesvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Thüringens wirbt für Weimar. Foto: imago images/Jacob Schröter

Als Zeichen der Solidarität hat die Stadt Weimar am Dienstag vor ihrer Hauptverwaltung eine israelische Flagge gehisst.

Damit soll auf die anhaltenden israelfeindlichen und antisemitischen Proteste und Äußerungen in Deutschland reagiert werden, erklärte der parteilose Oberbürgermeister Peter Kleine. Er rief alle Menschen in der Klassikerstadt, die sich in den Konflikt involviert fühlten, dazu auf, aufeinander zuzugehen und Versöhnung vorzuleben.

Verantwortung »Die aktuellen antiisraelischen und antisemitischen Entgleisungen auf deutschen Straßen sind skandalös und inakzeptabel«, sagte er.

Weimar stehe mit seiner geschichtlichen Verantwortung an der Seite
Israels und werde alles tun, um Antisemitismus zu bekämpfen. Jeder
könne und dürfe seine Kritik am Vorgehen Israels angesichts der
derzeitigen Eskalation in Nahost artikulieren - »aber nicht mit
Gewalt in Wort und Tat«, bekräftigte der Oberbürgermeister.

Die habe auch in Thüringen zugenommen, sagte Innenminister Georg
Maier (SPD) in Erfurt. Er kündigte an, gegen antisemitische
Straftäter mit aller Härte vorgehen. Das betreffe auch Hetze und
Gewaltaufrufe im Internet.

Nordhausen Der bisher schwerwiegendste Vorfall im Freistaat hat sich nach seinen Angaben in Nordhausen ereignet, wo Unbekannte in der vorigen Woche mit einem brennenden Wurfgeschoss versuchten, eine am Rathaus aufgezogene Fahne Israel zu entzünden. Gegenüber solchen Taten gebe es »null Toleranz«, versicherte der Minister. Sollte es sich bei den Straftätern um Ausländer handeln, schließe das in letzter Konsequenz
auch deren Abschiebung ein.

Damit reagierte Maier auch auf eine Forderung des Vorsitzenden der
Jüdischen Landegemeinde, Reinhard Schramm. Der hatte in einem offenen Brief den israelbezogenen als die schlimmste Form des Antisemitismus in Deutschland bezeichnet, weil er der gemeinsame Nenner aller Antisemiten sei.

Synagogen Laut Maier haben Thüringens Sicherheitskräfte 479 jüdische Objekte im Blick. Dabei reiche das Spektrum von Synagogen und Gebetsräumen bis hin zu Stelen und Stolpersteinen. Als Beispiel für jüngste Verbesserungen nannte er neue Türen für die Erfurter Synagoge und den Einbau moderner Sicherheits-Elektronik in verschiedenen jüdischen Einrichtungen des Freistaates.

Laut Landesamt für Verfassungsschutz sind Antisemiten im gesamten
extremistischen Spektrum zu finden. Mit weitem Abstand lägen indes
Rechtsextremisten vorn, sagte Präsident Stephan Kramer. Hier komme es
zum Zusammenschluss von Neuer Rechter über das »Reichsbürger-« und
Querdenker-Milieu bis hin zur AfD. Auch für Islamisten sei
Antisemitismus ein zentraler Kern des Selbstverständnisses, so der
frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland. epd

Beirut

Israel: Haben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026