Militär

Was kann das Raketenabwehrsystem Arrow 3?

Eine Arrow-3-Rakete wird in Israel testweise abgefeuert. Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Mit dem Raketenabwehrsystem Arrow 3 will Deutschland sich und seine Nachbarn gegen mögliche Angriffe durch Mittelstreckenraketen schützen. Der »Pfeil« kann feindliche Flugkörper in über 100 Kilometern Höhe und damit außerhalb der Atmosphäre im beginnenden Weltraum durch einen direkten Treffer zerstören. Arrow 3 wurde gemeinsam von Israel und den USA entwickelt. Die Kosten für das System belaufen sich nach israelischen Angaben auf fast vier Milliarden Euro.

Das Programm ist für Deutschland einer der Bausteine, um die nach dem Ende des Kalten Krieges weitgehend abgebaute Verteidigung gegen Angriffe aus der Luft wieder zu errichten und um eine Fähigkeit in der Luftabwehr zu erweitern. Militärs sprachen bisher von einer »Fähigkeitslücke bei der Bekämpfung ballistischer Flugkörper in der oberen Abfangschicht«. Mit Hilfe von Arrow 3 vergrößert sich die am Boden geschützte Fläche.

Massenvernichtungswaffen Laut Hersteller ist das System darauf ausgelegt, »die neuesten Bedrohungen mit größerer Reichweite abzufangen und zu zerstören«, insbesondere solche, die Massenvernichtungswaffen tragen. Schädliche Stoffe wie etwa Kampfstoffe sollen in großer Höhe möglichst gefahrlos zerstäuben.

Das komplette System besteht aus dem Gefechtsstand, Radarsensoren, Startgeräten mit je vier Lenkflugkörpern Arrow 3 sowie weiteren Peripherie-Geräten. Etwa 200 deutsche Soldaten sind künftig damit beschäftigt, das Waffensystem zu bedienen.

Für Israel ist Arrow 3 die höchste von mehreren Stufen der Raketenabwehr. Das System »Eisenkuppel« kann etwa Raketen mit kürzerer Reichweite - zum Beispiel aus dem Gazastreifen - abfangen, während »Arrow« weiter reichende Raketen abwehren soll, beispielsweise aus dem Iran. Es wurde bereits mehrfach erfolgreich getestet. Israel und die USA arbeiten schon an der Entwicklung von Arrow 4, das noch fortschrittlichere Funktionen haben soll. dpa

Magdeburg

Jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt kritisieren Hallervorden-Wahlkampf der CDU

Der Landesverband der jüdischen Gemeinschaft schaltet sich mit deutlichen Worten in die Debatte ein

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Mehrere Flaschen mit Limonade der Marke Lemonaid in verschiedenen Geschmacksrichtungen stehen im Regal in einem Getränkemarkt

Meinung

Kann politisch korrekte Limonade antisemitisch sein?

Beim FC St. Pauli ist der langjährige Kapitän Jackson Irvine weg, doch bei der politisch korrekten Brausefirma »LemonAid« sitzt der anti-israelische Australier weiter im Aufsichtsrat

von Daniel Killy  06.08.2026

Kommentar

Landtagswahlkampf mit Israelfeindlichkeit

Mit einem vielleicht auf den ersten Blick unschuldigen Satz macht das BSW Stimmung. Gegen den einzigen jüdischen Staat, die »Zionisten« und damit die Juden

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Leipzig

Dobrindt: Deutsche Drohnenabwehr mit Unterstützung Israels

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verstärkte Anstrengungen gegen hybride Bedrohungen an. Helfen sollen dabei auch die Ukraine und Israel

 06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Detroit (Michigan)

Israel-Kritiker El-Sayed gewinnt demokratische Vorwahl für Senat

Der Politiker wird im November gegen den republikanischen Kandidaten antreten. Trump nennt El-Sayed einen »kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst«

 06.08.2026

Meinung

»Blaue Moschee« als Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus?

Nach der Schließung des eng mit dem iranischen Regime verflochtenen »Islamischen Zentrums Hamburg« wird über die künftige Nutzung des Ortes diskutiert

von Ulrike Becker  06.08.2026