Berlin

Wadephul: Werden uns am Iran-Krieg nicht beteiligen

Außenminister Johann Wadephul (CDU) Foto: picture alliance/dpa

Deutschland wird sich nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul (CDU) nicht an militärischen Aktionen gegen den Iran beteiligen.

Im Gegensatz zu Großbritannien, das den USA die Nutzung britischer Stützpunkte in der Region für die Zerstörung iranischer Raketen und Raketen-Abschussrampen erlaubt, habe Deutschland solche Basen dort nicht, sagte Wadephul im Deutschlandfunk. »Wir haben auch keine entsprechenden militärischen Mittel«, sagte Wadephul. »Und die Bundesrepublik hat definitiv nicht die Absicht, sich irgendwie zu beteiligen.«

Möglich sei allerdings, dass »unsere Bundeswehrsoldaten, wenn sie angegriffen werden würden, sich defensiv verteidigen würden«, führte er weiter aus. »Weitere Maßnahmen darüber hinaus wird es aus bundesdeutscher Sicht nichts geben.« Bundeswehr-Einheiten sind derzeit in Jordanien und im Irak stationiert.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Erhebliche Gefahr«

Auf die Frage, ob der Angriff Israels und der USA auf den Iran völkerrechtswidrig sei, sagte Wadephul unter anderem: »Es gibt natürlich auch Zweifel daran, das steht doch außer Frage. Aber wir müssen doch eine Gesamtbewertung der politischen und der Sicherheitsdimension vornehmen, der wir gegenüberstehen. Das ist unsere Verantwortung als Bundesregierung zu sagen, was bedeutet das für uns hier. Und der Iran ist eine erhebliche Gefahr, nicht nur für Israel, für die Region dort, sondern auch für Deutschland und für Europa.«

Lesen Sie auch

Konkret bedeute diese Gefahr, dass es im Iran »wieder ein erhebliches ballistisches Raketenprogramm« gebe, führte Wadephul aus. »Das sind Raketen mit einer Reichweite, die auch Europa bedrohen«. Das iranische Regime sei zudem »jederzeit entschlossen gewesen«, »auch gegen Europa, gegen europäische Interessen zu handeln« und bedrohe »uns auch terroristisch hier in Deutschland«.

Vom Iran würden »Cyberangriffe Richtung Deutschland ausgehen«. Das Land unterstütze zudem Russlands Krieg gegen die Ukraine. »Das kann ich doch nicht unberücksichtigt lassen«, sagte Wadephul.

»Wenn diesem Regime das Handwerk gelegt wird, dass es zumindest gegen uns nicht mehr so vorgehen kann, wie es das in der Vergangenheit getan hat, dann erhöht es unsere Sicherheit hier in Deutschland. Und das ist für mich ein entscheidender Aspekt«, so Wadephul. dpa

Washington D.C./Tel Aviv

Netanjahu-Begnadigung: Trump greift Herzog erneut scharf an

In einem Interview benutzt der Präsident in Zusammenhang mit dem israelischen Staatsoberhaupt auch vulgäres Vokabular

 12.03.2026

Sacramento/Washington D.C.

FBI warnt vor möglichem iranischem Drohnenangriff auf Kalifornien

Die US-Bundespolizei sagt, unbemannte Fluggeräte könnten von einem unbekannten Schiff vor der Küste gestartet werden

 12.03.2026

New York

UN-Sicherheitsrat fordert Iran zum Stopp von Angriffen auf Golfstaaten auf

China und Russland kritisierten die Resolution, machten ihre Annahme jedoch möglich

 12.03.2026

Teheran

Iran zu Waffenruhe bereit, wenn Israel und USA nie mehr angreifen

Das Teheraner Regime formuliert auch andere Bedingungen für einen Waffenstillstand, den niemand verlangt

 12.03.2026

Kommentar

Chamenei und die VIP-Lounge im Paradies

»VIP?«, fragt ein Engel durch den Türspalt. »Gewiss. Ich bin der Erhabene Führer«, sagt er ungeduldig

von Louis Lewitan  12.03.2026

Nahost

Trump über Iran: »Es gibt praktisch nichts mehr zum Angreifen«

Israels Verteidigungsminister hat Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs gerade erst eine Absage erteilt - nun sendet der US-Präsident erneut andere Signale

 11.03.2026

Großbritannien

London scheitert erneut mit Anklage gegen Kneecap-Rapper

Weil er bei einem Konzert eine Flagge der Hisbollah geschwenkt haben soll, wurde Rapper Mo Chara wegen Terrorismusvorwürfen angeklagt. Doch ein Formfehler lässt den Prozess scheitern

 11.03.2026

Doha

Wadephul: Weitere 93 Millionen Euro für humanitäre Hilfe

Der deutsche Außenminister ist vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs auf Krisenreise in der Golfregion. Um das Leid der Menschen zu mildern, stockt die Bundesrepublik ihre Unterstützungsgelder auf

 11.03.2026

Krieg

USA: Am Dienstag fast stündlich Angriffswellen auf den Iran

Die USA greifen seit mehr als einer Woche Ziele im Iran an. Am Dienstag hatte der US-Verteidigungsminister besonders harte Angriffe angekündigt. Nun äußert sich das US-Militär in einem Update dazu

 11.03.2026