Dresden

Stadt prüft Konsequenzen nach Chamenei-Gedenkfeier im »Haus der Brücke«

Der bei einem Luftschlag getötete Oberste Führer Ali Chamenei Foto: picture alliance / SIPA

Nach einer Trauerveranstaltung für den getöteten obersten Führer des Iran, Ali Chamenei, im Dresdner »Haus der Brücke« wächst der Druck auf die Stadtverwaltung. Wie die »Dresdner Neuesten Nachrichten« berichten, prüft die Stadt Dresden nun Konsequenzen gegen den veranstaltenden Verein.

Die Gedenkfeier hatte am 8. März in dem interkulturellen Begegnungszentrum in der Rähnitzgasse stattgefunden. Eingeladen worden sei über Telegram vom Verein Islamisches Zentrum in Sachsen – Ghadir e. V..

Nach Angaben eines Stadtsprechers hat das Rathaus erst im Nachhinein Kenntnis von der Veranstaltung erhalten. Buchungen würden von den Koordinatoren des Hauses entgegengenommen und anhand organisatorischer Kriterien geprüft. Dabei müsse zwar der Inhalt kurz beschrieben werden, eine inhaltliche Kontrolle der Veranstaltungen finde jedoch nicht statt.

Stark polarisierend

Die Stadt habe dem Verein inzwischen mitgeteilt, dass stark polarisierende politische Veranstaltungen nicht mit dem Leitbild des Hauses vereinbar seien. Im Wiederholungsfall behalte man sich »Maßnahmen bis hin zur Kündigung des Mietverhältnisses« vor. Zudem seien dem Verein bis auf Weiteres neue Veranstaltungen vorläufig untersagt worden.

Lesen Sie auch

Besonders unter Exil-Iranern in Dresden sorgt der Vorgang laut dem Bericht für Empörung. Eine Frau sagte den »Dresdner Neuesten Nachrichten«: »Die Stadt verfolgt für uns keinen klaren Ansatz. Wir möchten wirklich nicht, dass radikale schiitische Islamisten unter dem Deckmantel kultureller Einrichtungen in diesem für alle so wichtigen Haus Intoleranz und Hass verbreiten. Leider nutzen gerade die radikalsten Akteure die westliche Demokratie aus, um ihre Ideologie zu propagieren.«

Das »Haus der Brücke« wurde als offenes Zentrum für Migrantenorganisationen eingerichtet. Laut Bericht nutzen mehr als 100 Vereine und Gruppen das Gebäude, mehrere Organisationen haben dort feste Räume. Seit der Eröffnung habe es rund 200 Veranstaltungen gegeben.

Besondere Symbolkraft erhält das Haus durch seine Geschichte: Der Umbau wurde mit Unterstützung von Nachfahren der einst aus Dresden vertriebenen jüdischen Bankiersfamilie Arnhold ermöglicht. im

Berlin

Auch während Kriegs Rüstungsexporte nach Israel genehmigt

Waffenexporte nach Israel waren zuletzt ein extrem heikles Thema für die Bundesregierung – erst wegen des Gaza-Kriegs, jetzt wegen des Iran-Kriegs. Es gibt nun neue Zahlen dazu

von Michael Fischer  16.04.2026

Gaza

Hamas lehnt Entwaffnungsplan ab

Die Terrororganisation wirft dem Vermittler Mladenov eine »israelfreundliche Haltung« vor. Fortschritte bleiben aus

 16.04.2026

Washington D.C.

Republikaner stoppen Iran-Resolution – mehr Demokraten gegen Waffen für Israel

Die Demokraten wollen Präsident Trumps Militäreinsätze gegen das iranische Regime bremsen und Rüstungslieferungen an Israel stoppen, aber die Republikaner blockieren die Vorhaben

 16.04.2026

Brandenburg/Ravensbrück

Schulen sagen Besuche in KZ-Gedenkstätten ab: Der Grund ist beunruhigend

Die Gedenkstätten in Brandenburg vermelden beunruhigende Entwicklungen: Antisemitische Vorfälle häufen sich

 16.04.2026

London

Zwei Festnahmen nach versuchtem Brandanschlag auf Synagoge

Die Polizei spricht von einem antisemitischem Hassverbrechen

 16.04.2026

Meinung

Ein Boykott, der auch den Palästinensern schadet

Das Studierendenparlament der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf würde gerne die akademische Kooperation mit Israel beenden. Dabei ist interkultureller Austausch nicht zuletzt für die Friedensbemühungen in Nahost essenziell

von Michael Ilyaev  15.04.2026

Meinung

Große Worte, leiser Rückzug – und Israel bleibt zurück

Für Israel war US-Präsident Trumps harte Linie gegen Iran eine sicherheitspolitische Rückendeckung. Jetzt, wo Trump den Rückzug angedeutet hat, entsteht ein strategisches und militärisches Vakuum

von Roman Haller  15.04.2026

Interview

»Auch Clickbait spielt eine Rolle«

Wie kommt es zu den israelfeindlichen und antisemitischen Narrativen in deutschen Medien? Lukas Uwira hat dazu geforscht

von Chris Schinke  15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026