Nikosia

Wadephul skeptisch zu raschem Ende des Iran-Kriegs

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Dienstag in Nikosia Foto: picture alliance/dpa

Außenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zu den Aussichten auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs geäußert. Die USA seien nach wie vor darauf konzentriert, die militärischen Möglichkeiten des Iran, »die eine Bedrohung der Nachbarschaft, aber auch Europas darstellen, so zu reduzieren, dass diese Gefahr nicht mehr besteht«, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem Kollegen Konstantinos Kombos in der zyprischen Hauptstadt Nikosia.

»Ich denke, dass diese Angriffe so lange weitergehen werden, bis dieses Ziel erreicht ist oder die iranische Seite eine ernsthafte Bereitschaft gezeigt hat, zu verhandeln«, so der Bundesaußenminister.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ein baldiges Ende des Krieges ins Spiel gebracht. »Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet«, zitierte ihn der US-Sender CBS News. Er legte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt fest.

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Wadephul sagte, die Europäer müssten auf den Moment warten, in dem es eine ernsthafte Chance gebe, in Verhandlungen einzusteigen. Sie müssten sich »jetzt sehr schnell aufstellen, damit wir auch in diesen Verhandlungen eine Rolle spielen«.

Der Minister sagte Zypern Solidarität bei möglichen neuen Angriffen mit iranischen Raketen oder Drohnen zu - eine militärische Unterstützung lehnte er erneut ab. Wenn eine sicherheitspolitische Situation entstehe, »wo Zypern Deutschland braucht, wird Deutschland da sein«. Die Beistandsverpflichtung des EU-Vertrages gelte und Deutschland werde sie erfüllen. Wadephul verwies aber auf die militärische Lastenverteilung innerhalb der EU. So unterstützten zahlreiche Partner Zypern, die ohnehin Mittelmeerländer seien. Deutschland sei etwa in der Ostsee oder im Baltikum aktiv. 

Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten geografisch am nächsten liegt. Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa 150 bis 250 Kilometer von Libanon und Israel entfernt. Eine Drohne iranischer Bauart hatte vergangene Woche einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern getroffen und geringen Schaden angerichtet. 

Griechenland entsandte daraufhin vier F-16-Kampfjets und zwei Fregatten. Auch Frankreich, Italien und Spanien schickten Schiffe in die Region. Kombos bedankte sich bei allen Staaten, »die rasch reagiert und ihre Unterstützung für die Verteidigungsfähigkeiten Zyperns durch konkrete und greifbare Maßnahmen bekräftigt haben«. dpa

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