Flüchtlingspolitik

»Von unserer Erfahrung lernen«

Zeev Elkin Foto: Flash 90

Herr Minister, die Flüchtlingskrise war eines der Themen der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen. Welchen Eindruck haben Sie bei den Gesprächen von der aktuellen Situation gewonnen?
Ich habe bei den Unterredungen in Berlin und auch zuvor bei Gesprächen mit Vertretern des Bundes und der Länder in Jerusalem – erst vor wenigen Wochen war Bundesratspräsident Tillich zu Gast – viel über die derzeitige Lage erfahren. Ich habe verstanden, dass der Flüchtlingszustrom eine große Herausforderung für die Bundesrepublik darstellt. Zugleich habe ich meinen Gesprächspartnern versichert, dass der Staat Israel seit seiner Gründung vor vergleichbaren Herausforderungen steht.

Inwiefern?
Zum Beispiel in Bezug auf die Zahlen der Zuwanderung. Wir haben derzeit pro Jahr etwa 30.000 Neueinwanderer, wobei man diese Zahl in Relation zur Bevölkerungszahl setzen muss. Was in Deutschland wie eine besonders kritische Situation wirkt, ist bei uns tägliche Realität. In den 90er-Jahren waren es etwa eine Million Menschen, die wie ich als Neueinwanderer ins Land kamen, das entsprach ungefähr 25 Prozent der damaligen Bevölkerung. Das wäre so, als ob heute fast 20 Millionen Zuwanderer nach Deutschland kämen.

Doch kann man jüdische Neueinwanderer, die heute zum Beispiel aus Frankreich nach Israel kommen, mit syrischen Kriegsflüchtlingen vergleichen, die in Deutschland Schutz suchen?
Selbstverständlich ist das ein Unterschied. Wir sind ein Einwanderungsland, und wir nehmen Menschen auf, mit denen uns eine gemeinsame Geschichte verbindet. Aber schlussendlich sind sie alle Menschen, es gibt im Aufnahme- und Integrationsprozess vergleichbare Aufgaben. Die Bundesrepublik kann vielleicht auch von unseren Erfahrungen lernen.

Was zum Beispiel?
Die behördliche Zuständigkeit. Etwas, das für uns selbstverständlich ist, aber hier sehr kompliziert zu sein scheint, ist, dass es ein einziges Amt gibt, das die Themen der Zuwanderung und Integration bearbeitet. Das Konzept des Misrad Haklita, der Eingliederungsbehörde, bedeutet für die Neueinwanderer, dass sie eine Stelle haben, an die sie sich in den ersten Monaten mit fast allen Fragen wenden können. Ein anderer Punkt ist die Erfassung der Zuwanderungsdaten. Die Bundesrepublik hat derzeit nicht immer belastbare Zahlen, es soll sogar größere Gruppen von Flüchtlingen geben, von denen noch nicht einmal Namen und Identität bekannt sind. Wir haben ein gut funktionierendes Programm mit exakten Daten und Profilen.

Gibt es konkrete Projekte und Vorhaben, die Sie hier in Berlin vereinbart haben?
Ich habe Kanzlerin Merkel und Kanzleramtsminister Altmaier die Bildung einer Arbeitsgruppe vorgeschlagen, die organisiert, dass sich deutsche Fachleute in Israel einen Eindruck von der Organisation und dem Ablauf unserer Einwanderungs- und Integrationsmaßnahmen verschaffen.

Mit dem israelischen Minister für Einwanderung sprach Detlef David Kauschke.

Berlin

DIG warnt vor Regierungsbeteiligung der Linken

»Verhindern Sie es«, fordert Cerstin Richter-Kotowski von den Grünen und der SPD

 22.09.2026

Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak

Berlin

Chat mit Clan: Linke-Politiker zieht sich vorerst zurück

Der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hatte Chatkontakt mit einem Mitglied der Familie Remmo. Das bezeichnet er selbst als Fehler. Damit ist die Sache aber noch nicht ausgestanden

 22.09.2026

Berlin/Schwerin

Presseschau: Politische Ränder gewinnen Landtagswahlen

Medienreaktionen auf die Abstimmungen in der Bundeshauptstadt und in Mecklenburg-Vorpommern

 22.09.2026

Berlin

Michel Friedman warnt SPD und Grüne vor Koalition mit der Berliner Linken

»Wenn die SPD und die Grünen mit dieser Linken koalieren, die antisemitische Linksextremisten und Islamisten toleriert, dann ist ihre Glaubwürdigkeit zutiefst erschüttert«, sagt der Publizist

 22.09.2026

Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak

Berlin

Grünen-Fraktionschefin empfiehlt der Linkspartei Ausschluss von Ferat Koçak

Dröge: Koçak hat wiederholt an Veranstaltungen teilgenommen, bei denen antisemitische, Terror verherrlichende Menschen aufgetreten sind

 22.09.2026

Berlin-Wahl

Klöckners Gretchenfrage: »Wie haltet ihr es mit dem Antisemitismus?«

Die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin hat SPD und Grüne auf Instagram aufgefordert, in Berlin keine Koalition mit der Linkspartei einzugehen. Ansonsten werde das »Nie wieder« zur Farce

 22.09.2026

Glosse

Ein Clan-Chef als Antisemitismusbeauftragter!

Warum Issa Remmo der »Linken« offiziell Persilscheine ausstellen und Arafat Abou-Chaker neuer Polizeipräsident in Berlin werden sollte

von Ayala Goldmann  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Berlin

Gericht erlaubt Extremismus-Einstufung von »Jüdischer Stimme« wieder

Das Berliner Verwaltungsgericht hatte eine Extremismus-Einstufung des Vereins »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« zunächst gestoppt. Das Oberverwaltungsgericht sieht es aber anders

 22.09.2026