Einspruch!

Vom Weg abgekommen

Nach dem spärlichen Ergebnis der Gurlitt-Taskforce und der Nachricht, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen NS-Raubkunst zu günstigen Preisen an Nazi-Familien wie die Görings verkauft haben, scheint man in diesem Lande beim Umgang mit NS-Raubkunst vom Weg abzukommen.

Das Direktorium der Claims Conference hat deshalb eine Resolution beschlossen und Deutschland aufgefordert, sich seiner moralischen Verantwortung mit Nachdruck zu stellen. Dabei gibt es drei zentrale Forderungen. Eine lautet: Mit NS-Raubkunst dürfen keine Profite gemacht werden! NS-Raubkunst darf auf dem Kunstmarkt keinen Wert mehr besitzen, und diejenigen, die wissentlich damit handeln oder ihren Verpflichtungen zur Provenienzrecherche nicht nachkommen, sollen öffentlich gemacht werden.

Flucht Zudem muss der uneingeschränkte Zugang zu allen Archivalien und Informationen gewährleistet werden. Gerade aufgrund der NS-Verfolgung der ursprünglichen Eigentümer ist die Nachweisführung meist sehr schwierig, da Dokumente infolge von Flucht, Inhaftierung und Verschleppung oft nicht mehr vorhanden sind. Andererseits werden sie in Restitutionsverfahren verlangt.

Erben stoßen bei der Suche auf Abwehr und Zurückweisung. Und wer eine Suchmeldung in der Lost-Art-Datenbank einstellt, muss mit Schadenersatzansprüchen der derzeitigen Besitzer rechnen, die um ihre Profite im Falle eines Verkaufs besorgt sind.

Nicht zuletzt müssen faire und gerechte Verfahren gewährleistet sein. Während für Restitutionsgesuche an öffentliche Einrichtungen die freiwillige Bindung an die Washingtoner Prinzipien gilt, besteht im privaten Bereich keinerlei Handhabe, geraubte Kunstwerke zurückzuerhalten. Es ist an der Zeit, die Herausgabe von NS-Raubkunst in einem Gesetz zu regeln. Die Verfahren müssen nach klaren und transparenten Regeln erfolgen und die Gremien ausgewogen besetzt sein.

Der Autor ist Repräsentant der Claims Conference in Deutschland.

Washington

USA beschlagnahmen Kryptowährungen und Online-Infrastruktur von Hamas

Die US-Behörden gehen weiter gegen die digitale Finanzierung der palästinensischen Terrororganisation vor

 02.09.2026

Tino Chrupalla, Bundesvorsitzender der AfD, spricht bei dem Wahlkampfauftritt in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern), 28. August

Berlin/Heidelberg

Verdacht der Volksverhetzung: Dachorganisation der Sinti und Roma zeigt Tino Chrupalla an

Es geht um eine Äußerung des AfD-Chefs bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern

 02.09.2026

Verteidigung

Deutsche Marine testet erfolgreich israelisches Raketensystem

Nun sollen Pläne für eine Beschaffung der Waffen mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern vorangebracht werden

von Carsten Hoffmann  02.09.2026

Nahost

USA greifen erneut Ziele im Iran an – Trump droht mit noch härteren Schlägen

Das US-Zentralkommando erklärte, Luftabwehrstellungen, Radaranlagen, maritime Einrichtungen, Kommunikationssysteme sowie Anlagen und Fähigkeiten zum Verlegen von Seeminen seien getroffen worden. Der Iran startete derweil Angriffe in Jordanien und Bahrain

 02.09.2026

Marschflugkörper mit Staustrahlantrieb

Russland hilft Iran heimlich bei Entwicklung von Überschallraketen

Experten zufolge würde eine solche Waffe eine Gefahr für Landziele und Schiffe darstellen – darunter auch Flugzeugträger

 02.09.2026

Justiz

Meinungsfreiheit ist kein Freibrief: Zur Leugnung des Existenzrechts Israels

Eine Klarstellung von Nathan Gelbart

von Nathan Gelbart  01.09.2026

Kommentar

Intifada-Party bei der Linken

Für Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl, kommt der jüngste Antisemitismus-Skandal ihrer Partei zur Unzeit. Doch ihre Empörung ist unglaubwürdig

von Ralf Balke  01.09.2026

Karlsruhe

Mutmaßliche Unterstützer rechtsextremer Terrorgruppe angeklagt

Zwei Jugendliche stehen im Verdacht, die »Letzte Verteidigungswelle« unterstützt und einen Anschlag auf eine Asylunterkunft versucht zu haben. Die Bundesanwaltschaft will sie in Jena vor Gericht sehen

 01.09.2026

Helsinki/Genf

Finnland beendet UNRWA-Finanzierung

Die Regierung in Helsinki will die Hilfsgelder für die palästinensischen Gebiete nicht streichen, sondern künftig über Organisationen weiterleiten, die nicht von der Hamas unterwandert sind

 01.09.2026