Nahost

USA greifen iranische Verteidigungssysteme an, Teheran attackiert Tanker

Us-Präsident Donald Trump am Montag im Weißen Haus Foto: picture alliance / abaca

Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran verschärft sich weiter. Während das US-Militär in der dritten Nacht in Folge Ziele im Iran bombardierte, griff Teheran nach eigenen Angaben erneut Schiffe in der Straße von Hormus sowie amerikanische Militärstandorte in der Region an. Erstmals bestätigten die Vereinigten Arabischen Emirate dabei den Tod eines Besatzungsmitglieds infolge eines iranischen Raketenangriffs auf Tanker.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate wurden die Tanker Mombasa und Al Bahiyah in omanischen Hoheitsgewässern von zwei iranischen Marschflugkörpern getroffen. Auch israelische Publikationen berichteten.

Ein indischer Seemann kam demnach ums Leben, acht weitere Crewmitglieder wurden verletzt, darunter vier schwer. Beide Schiffe gerieten in Brand, die Feuer konnten jedoch gelöscht werden. Abu Dhabi sprach von einem schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und erklärte, das Land behalte sich »alle notwendigen Maßnahmen« zum Schutz seiner Souveränität und Sicherheit vor.

Unbekanntes Geschoss

Auch die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete einen weiteren Zwischenfall in der Nähe der omanischen Küste. Demnach wurde ein Tanker von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen. Verletzt wurde dabei niemand.

Die iranischen Revolutionsgarden bekannten sich unterdessen zu den Angriffen auf zwei Supertanker. Nach ihrer Darstellung hätten die Schiffe Warnungen ignoriert, ihre Navigationssysteme abgeschaltet und versucht, eine verminte Route zu passieren. Die USA würden Schiffe dazu bewegen, »einen illegalen Seeweg« zu nutzen, hieß es. Wer mit dem »aggressiven Feind« kooperiere, müsse mit weiteren Angriffen rechnen.

Parallel dazu setzte das US-Zentralkommando (CENTCOM) seine Luftoffensive gegen den Iran fort. Nach Angaben des Militärs wurden entlang der iranischen Küste mehrere militärische Einrichtungen mit Präzisionswaffen angegriffen. Betroffen waren demnach unter anderem Standorte in Buschehr, Chabahar, Jask, Konarak, Abu Musa und Bandar Abbas.

Maritime Fähigkeiten

Im Visier standen laut CENTCOM Küstenverteidigungssysteme, Raketen- und Drohnenstellungen sowie weitere maritime Fähigkeiten der iranischen Streitkräfte. Ziel der Angriffe sei es, die Fähigkeit Teherans einzuschränken, die internationale Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen.

Lesen Sie auch

Bereits zuvor hatte das US-Militär erklärt, Präsident Donald Trump habe eine weitere Angriffswelle angeordnet. Die Operationen sollten den iranischen Streitkräften »einen hohen Preis auferlegen« und ihre Fähigkeit verringern, »unschuldige Zivilisten und die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen«.

Trump hatte die neuen Luftangriffe zuvor öffentlich angekündigt. »Wir führen heute Nacht einen weiteren sehr großen Angriff durch«, sagte der Präsident. Zugleich erklärte er, sämtliche iranischen militärischen Fähigkeiten ausschalten zu wollen, die mit der Straße von Hormus in Verbindung stünden. »Ich glaube, am Ende werden wir die gesamte Passage kontrollieren«, sagte Trump.

Jordanien und Kuwait

Außerdem bekräftigte der Präsident, dass die Vereinigten Staaten ihre Blockade gegen den iranischen Schiffsverkehr im Persischen Golf wieder aufnehmen würden. Die Golfstaaten sollten sich nach seinen Vorstellungen finanziell an den amerikanischen Sicherheitsmaßnahmen beteiligen. Die USA müssten dafür entschädigt werden, »einen sehr reichen Teil der Welt zu schützen«.

Auch an anderen Schauplätzen des Konflikts wurden neue Angriffe gemeldet. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden wurden ein US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit ballistischen Raketen sowie amerikanische Militäranlagen in Kuwait mit Drohnen angegriffen. In einer Erklärung riefen die Revolutionsgarden die jordanische Bevölkerung dazu auf, die US-Stützpunkte im Land zu schließen.

Iranische Staatsmedien berichteten zudem von Angriffen auf US-Einrichtungen in Kuwait. Die Revolutionsgarden behaupteten, dabei seien Radaranlagen und Kommunikationssysteme zerstört worden. Das US-Zentralkommando wies diese Darstellung zurück. CENTCOM-Sprecher Tim Hawkins bezeichnete die iranischen Angaben als »Lügen«.

Abgefangen und zerstört

Auch Bahrain meldete neue iranische Angriffe. Nach Angaben des Innenministeriums heulten am Dienstagmorgen landesweit die Sirenen. Der Medienberater des Königs erklärte, die Luftabwehr habe iranische Flugkörper abgefangen und zerstört.

Die jüngste Eskalation folgt auf das weitgehende Scheitern der zuvor vereinbarten Waffenruhe zwischen Washington und Teheran. Seitdem haben beide Seiten ihre gegenseitigen Angriffe erheblich ausgeweitet. Besonders die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel, entwickelt sich dabei zunehmend zum Zentrum der militärischen Auseinandersetzung. im

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026