Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran verschärft sich weiter. Während das US-Militär in der dritten Nacht in Folge Ziele im Iran bombardierte, griff Teheran nach eigenen Angaben erneut Schiffe in der Straße von Hormus sowie amerikanische Militärstandorte in der Region an. Erstmals bestätigten die Vereinigten Arabischen Emirate dabei den Tod eines Besatzungsmitglieds infolge eines iranischen Raketenangriffs auf Tanker.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate wurden die Tanker Mombasa und Al Bahiyah in omanischen Hoheitsgewässern von zwei iranischen Marschflugkörpern getroffen. Auch israelische Publikationen berichteten.
Ein indischer Seemann kam demnach ums Leben, acht weitere Crewmitglieder wurden verletzt, darunter vier schwer. Beide Schiffe gerieten in Brand, die Feuer konnten jedoch gelöscht werden. Abu Dhabi sprach von einem schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und erklärte, das Land behalte sich »alle notwendigen Maßnahmen« zum Schutz seiner Souveränität und Sicherheit vor.
Unbekanntes Geschoss
Auch die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete einen weiteren Zwischenfall in der Nähe der omanischen Küste. Demnach wurde ein Tanker von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen. Verletzt wurde dabei niemand.
Die iranischen Revolutionsgarden bekannten sich unterdessen zu den Angriffen auf zwei Supertanker. Nach ihrer Darstellung hätten die Schiffe Warnungen ignoriert, ihre Navigationssysteme abgeschaltet und versucht, eine verminte Route zu passieren. Die USA würden Schiffe dazu bewegen, »einen illegalen Seeweg« zu nutzen, hieß es. Wer mit dem »aggressiven Feind« kooperiere, müsse mit weiteren Angriffen rechnen.
Parallel dazu setzte das US-Zentralkommando (CENTCOM) seine Luftoffensive gegen den Iran fort. Nach Angaben des Militärs wurden entlang der iranischen Küste mehrere militärische Einrichtungen mit Präzisionswaffen angegriffen. Betroffen waren demnach unter anderem Standorte in Buschehr, Chabahar, Jask, Konarak, Abu Musa und Bandar Abbas.
Maritime Fähigkeiten
Im Visier standen laut CENTCOM Küstenverteidigungssysteme, Raketen- und Drohnenstellungen sowie weitere maritime Fähigkeiten der iranischen Streitkräfte. Ziel der Angriffe sei es, die Fähigkeit Teherans einzuschränken, die internationale Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen.
Bereits zuvor hatte das US-Militär erklärt, Präsident Donald Trump habe eine weitere Angriffswelle angeordnet. Die Operationen sollten den iranischen Streitkräften »einen hohen Preis auferlegen« und ihre Fähigkeit verringern, »unschuldige Zivilisten und die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen«.
Trump hatte die neuen Luftangriffe zuvor öffentlich angekündigt. »Wir führen heute Nacht einen weiteren sehr großen Angriff durch«, sagte der Präsident. Zugleich erklärte er, sämtliche iranischen militärischen Fähigkeiten ausschalten zu wollen, die mit der Straße von Hormus in Verbindung stünden. »Ich glaube, am Ende werden wir die gesamte Passage kontrollieren«, sagte Trump.
Jordanien und Kuwait
Außerdem bekräftigte der Präsident, dass die Vereinigten Staaten ihre Blockade gegen den iranischen Schiffsverkehr im Persischen Golf wieder aufnehmen würden. Die Golfstaaten sollten sich nach seinen Vorstellungen finanziell an den amerikanischen Sicherheitsmaßnahmen beteiligen. Die USA müssten dafür entschädigt werden, »einen sehr reichen Teil der Welt zu schützen«.
Auch an anderen Schauplätzen des Konflikts wurden neue Angriffe gemeldet. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden wurden ein US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit ballistischen Raketen sowie amerikanische Militäranlagen in Kuwait mit Drohnen angegriffen. In einer Erklärung riefen die Revolutionsgarden die jordanische Bevölkerung dazu auf, die US-Stützpunkte im Land zu schließen.
Iranische Staatsmedien berichteten zudem von Angriffen auf US-Einrichtungen in Kuwait. Die Revolutionsgarden behaupteten, dabei seien Radaranlagen und Kommunikationssysteme zerstört worden. Das US-Zentralkommando wies diese Darstellung zurück. CENTCOM-Sprecher Tim Hawkins bezeichnete die iranischen Angaben als »Lügen«.
Abgefangen und zerstört
Auch Bahrain meldete neue iranische Angriffe. Nach Angaben des Innenministeriums heulten am Dienstagmorgen landesweit die Sirenen. Der Medienberater des Königs erklärte, die Luftabwehr habe iranische Flugkörper abgefangen und zerstört.
Die jüngste Eskalation folgt auf das weitgehende Scheitern der zuvor vereinbarten Waffenruhe zwischen Washington und Teheran. Seitdem haben beide Seiten ihre gegenseitigen Angriffe erheblich ausgeweitet. Besonders die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel, entwickelt sich dabei zunehmend zum Zentrum der militärischen Auseinandersetzung. im