Washington D.C.

US-Gericht ordnet Abschiebung von Machmud Chalil an

Machmud Chalil organisierte Pro-Terror-Kundgebungen auf dem Campus. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Dem israelfeindlichen Aktivisten Machmud Chalil droht die Abschiebung aus den USA. Ein US-Einwanderungsgericht im Bundesstaat Louisiana ordnete die Abschiebung nach Algerien oder alternativ Syrien an und begründete dies damit, dass Chalil beim Antrag für seine Green Card - also eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis - Informationen zurückgehalten habe. 

Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die als Anhänge in einem Schreiben seiner Anwälte veröffentlicht wurden. Diese haben sich am Mittwoch (Ortszeit) an einen Bundesrichter in New Jersey gewandt, der im Juni Chalils Freilassung aus der Haftanstalt in Jena im Bundesstaat Louisiana angeordnet hatte. Laut dem Schreiben hat Chalil 30 Tage Zeit, gegen die Abschiebungsanordnung vom 12. September juristisch vorzugehen.

Chalil wurde nach eigenen Angaben in einem palästinensischen Flüchtlingscamp in Syrien geboren. Zudem besitzt er Berichten zufolge durch die mütterliche Familienseite die algerische Staatsangehörigkeit. 

»Politisch motivierte Verhaftung«

Er hatte sich im März als Redner bei Pro-Terror-Protesten an der New Yorker Columbia-Universität beteiligt und war dabei festgenommen worden. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, auf dem Universitätsgelände Flugblätter mit dem Logo der islamistischen Hamas verteilt zu haben.

Nach mehr als 100 Tagen Abschiebehaft kam er auf Kaution frei. Chalil hatte das Vorgehen als »politisch motivierte Verhaftung« bezeichnet und von der US-Regierung eine Entschädigung oder Entschuldigung verlangt. 

Das Verfahren wegen seiner Haft liegt indes weiter beim Bundesgericht in New Jersey. Nur eine Anordnung dieses Gerichts, dass er während des laufenden Verfahrens nicht abgeschoben werden dürfe, wäre ein nennenswertes Hindernis für eine Abschiebung, heißt es in dem Anwaltsschreiben. 

Lesen Sie auch

Einen Einspruch gegen die Abschiebungsanordnung halten seine Anwälte für nicht sehr erfolgversprechend. Auch gebe es angesichts der politischen Hintergründe seines Falls Grund zur Annahme, dass das Einwanderungsgericht »zügig« verfahren und die Abschiebung bestätigen werde.

Die Green Card ermöglichte dem früheren Doktoranden bislang den dauerhaften Aufenthalt in den USA. Seine Ehefrau ist US-Staatsbürgerin - das gemeinsame Kind kam im April zur Welt, als er in Haft saß. dpa/ja

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert

Berlin

Thüringens Innenminister fordert AfD-Verbotsverfahren

In einem Gutachten begründen Juristen ihre Einschätzung besonders mit Verstößen gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürdegarantie

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026