Meinung

Unsoziales Netzwerk

Zugegeben, 3.022 Freunde bei Facebook zu haben ist für eine Organisation nicht gerade viel. Da interessieren sich mehr Menschen für Tofu – exakt 5.687. Doch diese 3.022 sind Fans der rechtsextremen NPD. Und es können noch mehr werden. Denn Facebook mit seinen 500 Millionen Nutzern beteiligt sich nicht an der Kampagne »Soziale Netzwerke gegen Nazis«. Die ruft Betreiber von Plattformen wie MySpace, Youtube oder StudiVZ dazu auf, von ihrem »Hausrecht« Gebrauch zu machen und Seiten mit rechtsextremen Inhalten zu sperren. Das scheint Facebook-Chef Mark Zuckerberg nicht weiter zu interessieren. So bleibt auch die NPD-Seite zugänglich. Da hilft nur eines: Auf »Gefällt-mir-nicht« klicken. Facebook hätte die Gelegenheit gehabt, mal mit etwas Positivem von sich reden zu machen. Stattdessen setzte das Unternehmen noch eins drauf und deaktivierte zeitweise die Seite eines Anti-NPD-Blogs – wegen der hasserfüllten Sprache und technischer Probleme. Ja, ja, die dösige Technik. Vielleicht sollte Facebook lieber nach Seiten suchen, die wirklichen Hass verbreiten. Eine Software dafür gibt es ja offenbar.

Erinnerung

Holocaust-Überlebende kritisieren Schoa-Vergleiche mit Corona-Regeln

Die Organisation Combat Antisemitism Movement (CAM) veröffentlichte am Donnerstag einen Bericht zur Trivialisierung des Holocaust im Internet innerhalb der letzten zwei Jahre

 20.01.2022

Erinnerung

Deutschland und Israel prangern Holocaust-Leugnung an

Botschafter beider Länder: Zum 80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz soll eine UN-Resolution angestoßen werden

 20.01.2022

Standpunkt

Uralte Klischees

Der Historiker Wolfgang Reinhard äußerte kürzlich sein Unbehagen an der deutschen Erinnerungskultur. Eine Widerrede von Michael Wolffsohn

von Michael Wolffsohn  20.01.2022

Essay von Yehuda Bauer

90 Minuten Tarnsprache

Ziel war es, den Massenmord als Unternehmung der SS zu organisieren

von Yehuda Bauer  20.01.2022

Geschichte

»Schoa-Gedenken ist für uns Juden ein religiöses Gebot«

Zum 80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz unterstreicht Zentralratspräsident Schuster die Bedeutung von Gedenktagen

 19.01.2022

Hintergrund

Die Maschinisten des Völkermords

Am 20. Januar 1942 besprachen hochrangige NS-Funktionäre am Wannsee die systematische Ermordung von bis zu elf Millionen Juden Europas

von Verena Schmitt-Roschmann  19.01.2022

Oranienburg

Zentralrat der Juden gegen neuen Straßennamen

Die Benennung einer Straße in der Nähe des ehemaligen KZ Sachsenhausen nach Gisela Gneist stößt auf Kritik

 19.01.2022

27. Januar

Knesset-Präsident Mickey Levy redet im Bundestag

Zur Gedenkstunde an die Opfer des Nationalspzialismus spricht auch die Schoa-Überlebende Inge Auerbacher

 19.01.2022

Extremismus

Amadeu Antonio Stiftung warnt vor Symbolpolitik

Die Stiftung fordert, Telegram als Frühwarnsystem von Straftaten zu verstehen und gezielt die Strafverfolgung auszuweiten

 18.01.2022