Atomprogramm

Iran signalisiert Bereitschaft zu Verhandlungen

Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani sendete bereits am Donnerstag Zeichen der Verhandlungsbereitschaft. Nun folgte der stellvertretende Außenminister in einem Interview mit der BBC. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der Iran macht eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA über sein Atomprogramm von einem Verzicht Washingtons auf weitere Angriffe abhängig. Die USA müssten weitere Angriffe auf den Iran ausschließen, wenn sie die diplomatischen Gespräche wieder aufnehmen wollen, sagte Irans stellvertretender Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi dem britischen Sender BBC. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe über Vermittler mitgeteilt, dass sie zu Verhandlungen zurückkehren wolle, aber »keine klare Position« zur »sehr wichtigen Frage« weiterer Angriffe bezogen.

Trump hatte beim Nato-Gipfel neue Gespräche mit dem Iran für diese Woche angekündigt, allerdings keine Details genannt. Er hatte kürzlich die extrem gesicherten iranischen Atomanlagen angreifen lassen. Auf die Frage, ob er Irans Atomanlagen erneut bombardieren lassen würde, falls es wieder Sorgen über Teherans Urananreicherung gebe, sagte Trump am Freitag: »Sicher, ohne Frage, absolut.« Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben. Die jüngsten Angriffe hätten das Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen, bekräftigte Trump.

Der Iran werde darauf bestehen, Uran für friedliche Zwecke anreichern zu dürfen, sagte Tacht-Rawantschi der BBC und wies Vorwürfe zurück, der Iran arbeite heimlich an der Entwicklung einer Atombombe. Sein Land sei »vom Zugang zu nuklearem Material« für sein Forschungsprogramm ausgeschlossen worden. »Über das Niveau kann man reden, über die Kapazität kann man reden, aber zu sagen, dass ihr keine Anreicherung haben dürft, null Anreicherung, und wenn ihr nicht einverstanden seid, werden wir euch bombardieren – das ist das Gesetz des Dschungels«, sagte der stellvertretende iranische Außenminister.

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Verhandlungsbereitschaft hatte zuvor auch der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani signalisiert: Im Fall einer Einigung sei der Iran bereit, unter bestimmten Bedingungen seine Vorräte an 60- und 20-prozentig angereichertem Uran in ein anderes Land zu überstellen, zitierte ihn die Nachrichtenseite Al-Monitor am Donnerstag. Das stelle keine rote Linie dar. Alternativ könne das Uran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA im Iran gelagert werden. Nicht aufgeben wolle man aber das Recht auf inländische Produktion von Uran - was die USA ablehnen.

Die Islamische Republik Iran droht seit seinem Bestehen Israel immer wieder mit Vernichtung. Der jüdische Staat betrachtet eine mögliche iranische Atombombe als existenzielle Bedrohung für sein Bestehen. dpa/ja

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