Meinung

UNO: Propaganda mit Kindern

Bravo! Die UNO kümmert sich auch da noch um die Rechte unserer Jüngsten, wo der Rest der Welt sonst einfach nicht hinschaut. Das UN-Komitee für Kinderrechte besteht aus »18 unabhängigen Experten«, die, so heißt es offiziell, von »besonders moralischem Charakter und anerkannter Kompetenz« sind. Ein tolles Gremium also, das sich gleich von der Hamas den Rüffel eingefangen hat, einen wichtigen Bericht »zu spät« vorgelegt zu haben.

Der handelt nämlich von Israel, und dort heißt es unter anderem, Israel missbrauche Kinder als Informanten oder gar als menschliche Schutzschilde, es stecke Kinder über Jahrzehnte ins Gefängnis, es foltere, zwinge sie zu falschen Geständnissen und töte sie bei Luftangriffen. Harte Vorwürfe, die nicht nur begierig aufgegriffen werden, sondern, so auch nur ein Teil wahr wäre, wirklich Konsequenzen haben müssten.

Gerücht Das Problem mit diesem Bericht ist aber ein doppeltes: In weiten Teilen des 21-seitigen Papiers wird jedem – soll heißen: dem jeweils übelsten – Gerücht über die Regierung Netanjahu, das israelische Schul- oder Gesundheitssystem oder die Zahal geglaubt. Wahnvorstellungen über mordgierige, folternde israelische Soldaten finden sich, und allein so etwas disqualifiziert den Bericht des UN-Komitees.

In anderen Teilen ist der Report jedoch tatsächlich interessant, ja, man mag’s kaum glauben: ausgewogen. Viele politische Initiativen der Regierung in Jerusalem, die die Situation von Kindern sowohl im israelischen Kernland als auch in den von der Palästinensischen Autonomiebehörde regierten Gebieten verbessern, werden benannt und gelobt. Auf tatsächliche Probleme, wie die schlechte Bildungssituation von Beduinenkindern, wird hingewiesen. Und dass die Ausbildung von arabischen und jüdischen Kindern in Israel unterschiedlich gewichtet ist, kann man ja tatsächlich kritisieren.

Diese nachlesens- und bedenkenswerte Kritik steht in dem Bericht – und doch ist der UN-Report ein Skandal. Zum einen sorgt er durch die bloße Kolportage übelster Gerüchte selbst für seine intellektuelle Diskreditierung. Zum anderen beweist sowohl die Art, wie die UN ihren Bericht präsentiert hat, als auch die auf Stichworte wie »Schutzschild« und »Folter« dressierte Resonanz des Gros der westlichen Presse, dass es vielleicht dem einen oder anderen Experten, nicht aber dem UN-Gremium als Ganzem, um das vorgebliche Ziel geht: dass es allen Kindern besser gehe.

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