Einspruch

Und trotzdem ein klares Zeichen

Daniel Neumann Foto: Daniel Neumann

Eine Überraschung war es nicht, als die Nachricht durchgestochen wurde, dass der Verfassungsschutz die AfD nun bundesweit als rechtsextremen Verdachtsfall einstuft. Mit anderen Worten: Die Partei ist durchsetzt von rechtsextremen Bestrebungen, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Landes richten.

Kurz darauf verfügten Verwaltungsrichter zwar, dass diese Einordnung bis zum Ende eines laufenden Gerichtsverfahrens weder artikuliert noch durch nachrichtendienstliche Mittel unterfüttert werden dürfe. Doch auch für die AfD ist dies nur ein Pyrrhussieg, den sie in gewohnt verkürzter und verzerrender Weise auszuschlachten verstand. Dabei ändert sich rein gar nichts!

gutachten Denn die Tatsache, dass eine aus öffentlich zugänglichen Informationen gewonnene und in ein gut 1000 Seiten starkes Gutachten gegossene Erkenntnis vorläufig aus juristischen Gründen noch nicht verlautbart werden darf, wird weder den Tenor noch die Folgen verändern. Hier gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Da können die Moderaten noch so oft das Gegenteil bezeugen: Der Wesenskern der AfD ist dunkelbraun.

Die meisten AfD-Wähler wissen, wem sie da ihre Stimme geben.

Der einzig glaubwürdige Weg, dies zu ändern, wäre ein konsequenter Ausschluss radikaler Kräfte – der wiederum einer Selbstausweidung gleichkäme. Dass Björn Höcke, die faschistische Galionsfigur des offiziell aufgelösten, aber nach wie vor starken »Flügel«, jüngst im hessischen Offenbach bei einer Wahlkampfveranstaltung auftrat, ist Ausdruck dieser Realität. Distanzierung geht jedenfalls anders.

verfassungsschutz Dennoch sollten keine falschen Hoffnungen gehegt werden: Die inoffizielle Einstufung des Verfassungsschutzes wird die Partei nur marginal schwächen. Die meisten AfD-Wähler wissen, wem sie da ihre Stimme geben.

Und trotzdem: Es ist ein klares Zeichen des Rechtsstaates, dass er extremistische Bestrebungen unter dem Deckmantel einer »bürgerlichen« Partei nicht hinzunehmen bereit ist. Und solche Signale braucht es gerade in diesen Zeiten!

Der Autor ist Direktor des Landes­ver­ban­des der Jüdischen Gemeinden in Hessen.

Ausgerechnet am 7. Oktober

Greta Thunberg marschiert mit Terror-Unterstützern und Israelfeinden

Drei Jahre nach den Massakern der Hamas gab es in Berlin israelfeindliche Proteste. Mit dabei: die einstige Klima-Ikone Greta Thunberg

 07.10.2026

Berlin

Julia Klöckner ruft zum Kampf gegen Antisemitismus auf

Die Bundestagspräsidentin erinnert an die Opfer des 7. Oktober 2023 in Israel. Ihre Botschaft: Antisemiten müssten in die Schranken gewiesen werden

 07.10.2026

Bettina König (SPD), Kerstin Wolter (Die Linke) und Nina Stahr (Grüne, v.l.) vor dem ersten Vorsondierungsgespräch, 1. Oktober

Nach der Wahl

Linke, Grüne und SPD in Berlin beraten über Umgang mit Antisemitismus

Die Regierungsbildung ist noch nicht richtig in Gang gekommen. Nun treffen sich Linke, Grüne und SPD zu einem dritten Vorgespräch – an einem historischen Tag. Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

 07.10.2026

Meinung

Magdeburg: Versagen der Demokraten

Nach der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt: Wie der Vormarsch der Rechtsextremen weitergeht, hängt auch von den demokratischen Parteien ab. Jetzt wären Zusammenhalt, Disziplin und Führung gefragt

von Michael Thaidigsmann  07.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  07.10.2026

Islamismus

Studie: Nach Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg verlagern sich Netzwerke nach Frankfurt

Einer neuen Untersuchung von American Jewish Committee Berlin und democ zufolge bestehen die Strukturen des vom Iran gesponserten schiitischen Islamismus in Deutschland fort

 07.10.2026

Berlin

Fischer, Thierse, Altmaier – Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

Frühere Spitzenpolitiker von SPD, Grünen und CDU wenden sich gegen eine Koalition mit der Linkspartei in der Hauptstadt. Sie sähen gemeinsame Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie nicht gesichert, heißt es in einem Appell

 07.10.2026

Berlin

Initiative von Jüdinnen und Juden wendet sich gegen Koalition mit der Linken

Mit einem offenen Brief an Vertreter von SPD und Grünen in Berlin und auf Bundesebene sowie ihre Fraktionsmitglieder warnen die Unterzeichnenden vor einer Regierung mit der Linkspartei in der Hauptstadt

 07.10.2026

Justiz

Fast 12.500 Strafverfahren zum Nahost-Konflikt in Berlin

Seit dem Terrorangriff auf Israel hat der Antisemitismus zugenommen. Keine Woche vergeht in Berlin ohne Demonstrationen zum Gaza-Krieg. Wie aufgeheizt die Stimmung ist, zeigen auch Zahlen der Justiz

 07.10.2026