Einspruch

Trump und seine Eitelkeit

Andrei S. Markovits Foto: UM Photography, A. Thomason

Einspruch

Trump und seine Eitelkeit

Andrei S. Markovits setzt alle Hoffnung auf das demokratische Amerika

von Andrei S. Markovits  30.01.2017 18:47 Uhr

Mit Donald Trump werden die USA von einem narzisstischen Egomanen regiert. Alle Versuche, eine politische Rationalität in seinem Handeln und seinen öffentlichen Äußerungen zu entdecken, scheitern. Er ist ein ungehobelter Mann ohne Manieren, der bloß seine Eitelkeit befriedigt. Politisch betrachtet ist Donald Trump der erste postmoderne Präsident. Ein Programm der Beliebigkeit hat ihn ins Weiße Haus gebracht, er verkündet: Alles ist Ansichtssache, alles relativ. Sein Motto: Entschuldige dich niemals, Fakten gibt es nicht, es zählen nur Emotionen.

Daher laufen auch viele Vorwürfe ins Leere: Trump ist kein Rassist, vermutlich hat er mehr schwarze Freunde als meine liberalen Kollegen an der Universität. Trump ist kein Antisemit, mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn ist zum ersten Mal eine jüdische Familie im Weißen Haus.

rassismus Aber der Nicht-Rassist und Nicht-Antisemit befördert Rassismus und Antisemitismus. Sein unglaublich rowdyhaftes Auftreten sorgt dafür, dass sich die Schleusen öffnen. Die Entscheidung, dass Muslime aus bestimmten Ländern nicht in die USA einreisen dürfen, schadet amerikanischen Firmen und Universitäten – und den Interessen der USA, die er vorgibt zu beschützen.

Trumps irrationale Politik bricht alle Tabus, egal wie groß der Schaden ist. Und in der Administration gibt es niemanden, der ihn bremst. Seine Leute dort sind im Wesentlichen Familienangehörige und Spezis, Trumps interne Machtbasis ist ein patrimoniales System. Der Zweck seiner Berater ist es, Trump in seiner Eitelkeit zu bestärken.

Derzeit herrscht immerhin noch die Hoffnung, dass das 25. Amendment angewendet wird, dass also Trumps Amtsunfähigkeit festgestellt wird. Und es gibt konkretere Hoffnung: auf die Stabilität des politischen Systems und auf die Zivilgesellschaft, die so stark ist wie lange nicht – etwa der »Women’s March« oder die liberale Presse. All das hilft, die Hoffnung auf ein demokratisches Amerika wachzuhalten.

Der Autor ist Politologe an der University of Michigan.

CSD

Berlin: Antisemitismus in der queeren Szene nimmt zu

Erst nach parlamentarischen Anfragen veröffentlicht der Senat eine schon seit Monaten fertige Untersuchung zu Judenhass in der LGBTIQ-Community

von André Anchuelo  20.07.2026

Bericht

Brandenburg zählt 461 antisemitische Vorfälle im vergangenen Jahr

Sachbeschädigung, Bedrohung und Gewalt: In Brandenburg gibt es immer wieder antisemitische Vorfälle. Laut einem neuen Jahresbericht stagnieren diese Fälle auf einem hohen Niveau - doch die Enthemmung nehme zu

von Benjamin Lassiwe  20.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

New York/Jerusalem

Scharfe Kritik an Mamdani nach Ankündigung, Netanjahu festnehmen zu lassen

Aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten heißt es, Mamdani solle ich lieber »auf die Behebung des Schadens konzentrieren, den seine Politik New York zugefügt hat«

 20.07.2026

Washington D.C.

Demokraten kritisieren Trump nach Tod von US-Soldaten scharf

Erstmals seit Monaten verzeichnen die USA nach eigenen Angaben wieder Tote nach iranischem Beschuss. Die US-Demokraten reagieren darauf mit Kritik an Trump, doch der verteidigt seinen Krieg

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

Terror

Ermittlungen enthüllen Hamas-Netzwerk in Europa

Das Geflecht erstreckt sich von Griechenland und Zypern über Österreich und Skandinavien bis nach Deutschland

 20.07.2026

Budapest

Premier Peter Magyar will Schachlegende Judit Polgár als Präsidentin

»Für mich persönlich wäre es ein großes Privileg und eine enorme Ehre, wenn sie diese Bitte annehmen würde«, sagt der Regierungschef

 20.07.2026

Augsburg

15-Jähriger wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf Synagoge angeklagt

Größere Mengen an pyrotechnischem Material soll der jugendliche Verdächtige gesammelt und zuvor einen selbst gebauten Sprengsatz zur Explosion gebracht haben

 20.07.2026