Beendete Geiselkrise

Trump und Netanjahu feiern Rückkehr der letzten Geisel

Zwei Frauen umarmen sich in Tel Aviv, nachdem sie gehört hatten, dass die sterblichen Überreste von Ran Gvili geborgen und nach Israel überführt wurden. Im Hintergrund ist ein Foto Gvilis zu sehen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Mit der Rückführung der sterblichen Überreste des israelischen Polizisten Ran Gvili aus dem Gazastreifen haben US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen symbolischen Schlusspunkt unter das Kapitel der Geiselnahmen gesetzt. Beide Politiker betonten am Montag übereinstimmend, dass nun eine neue Phase beginnen müsse – mit klaren Erwartungen an die Hamas. Israelische und amerikanische Publikationen berichteten.

Netanjahu sprach vor der Knesset von einer »außergewöhnlichen Leistung für den Staat Israel«. Man habe ein Versprechen eingelöst. »Wir haben versprochen, alle zurückzubringen – und wir haben alle zurückgebracht, bis zum letzten«, sagte der Regierungschef. Gvili sei »ein Held Israels«, der als Erster in den Kampf gegangen und »als Letzter zurückgekehrt« sei.

Auch US-Präsident Trump stellte den Erfolg in den Mittelpunkt – und lobte ausdrücklich seine eigene Regierung. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, man habe nun »den letzten Geisel-Leichnam aus Gaza zurückgeholt«. Weiter erklärte Trump: »Gute Arbeit! Die meisten hielten es für unmöglich.« Er gratulierte seinem »großartigen Team von Champions«, das den Waffenstillstand vermittelt habe.

Entwaffnung und Demilitarisierung

Trump ging noch einen Schritt weiter und erklärte in einem Interview, selbst die Hamas habe bei der Bergung mitgewirkt. »Sie haben sehr hart daran gearbeitet, den Leichnam zurückzubringen«, sagte er. Die Terrororganisation habe dabei »mit Israel zusammengearbeitet«. Gleichzeitig machte Trump klar, dass diese Kooperation nun Konsequenzen haben müsse: »Jetzt müssen wir die Hamas entwaffnen – so wie sie es versprochen haben.«

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Netanjahu schlug in dieselbe Richtung. Mit dem Ende der Geiselkrise beginne jetzt nicht der Wiederaufbau, sondern »die Entwaffnung der Hamas und die Demilitarisierung des Gazastreifens«. Israel habe ein klares Interesse daran, diesen Schritt nicht zu verzögern. Zugleich vermied Netanjahu Aussagen zu eigenen Verpflichtungen der nächsten Waffenstillstandsphase.

Symbolträchtig entfernte Netanjahu während einer Rede die gelbe Schleife von seinem Revers – ein Zeichen der Solidarität mit den Geiseln. »Jetzt, da der Auftrag erfüllt ist, ist es Zeit, sie abzunehmen«, sagte er. Auch Präsident Isaac Herzog und Oppositionspolitiker folgten diesem Schritt.

Nutzen der Zusammenarbeit

In Washington unterstrichen Vertreter der Trump-Regierung, die Rückführung Gvilis belege den Nutzen internationaler Zusammenarbeit. Ein US-Regierungsvertreter sprach von einer engen Koordination zwischen den USA, Israel, Ägypten, Katar und der Türkei. Diese Kooperation habe gezeigt, »was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet«.

Zugleich bekräftigte die US-Seite ihre Linie, dass es ohne vollständige Entwaffnung der Hamas keinen Wiederaufbau geben werde. Trump sei »vollständig im Einklang mit Ministerpräsident Netanjahu«, hieß es. Die Botschaft sei eindeutig: Solange die Hamas ihre Waffen behalte, bleibe Gaza blockiert – politisch wie wirtschaftlich.

Während Trump den Erfolg öffentlich feierte, verband er ihn unmissverständlich mit einer Warnung. Sollte die Hamas versuchen, Vereinbarungen zu unterlaufen, werde er »andere Maßnahmen« ergreifen lassen. Die Rückführung der letzten Geisel sei ein Ende – aber zugleich, so Trump, »ein neuer Anfang«. im

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