Washington D.C./Jerusalem

Trump: Herzog solle sich »schämen«, weil er Netanjahu noch nicht begnadigt hat

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Consolidated News Photos

US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Präsidenten Isaac Herzog ungewöhnlich scharf attackiert und ihn erneut öffentlich aufgefordert, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu begnadigen. Herzog reagierte betont kühl und verwies auf die Unabhängigkeit Israels und den Rechtsstaat.

Trump äußerte sich amerikanischen Medien zufolge nur einen Tag nach einem Treffen mit Netanjahu abfällig über Herzog. Der israelische Präsident solle sich »schämen«, weil er bislang keine Begnadigung ausgesprochen habe, sagte Trump. Die Israelis sollten Herzog wegen seiner Haltung kritisieren, fügte er hinzu. Der US-Präsident betonte zudem, dass der israelische Präsident formal die Befugnis zur Begnadigung habe und warf Herzog vor, aus machtpolitischen Gründen zögerlich zu sein.

Präsident Isaac Herzog: »Soweit ich mich erinnere, bin ich der Präsident Israels.«Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Netanjahu hatte im November offiziell um eine Begnadigung gebeten und dies mit dem »Wohl des Staates« begründet. In seinem Antrag schrieb er, die juristischen Verfahren gegen ihn seien zu einem Brennpunkt politischer Spannungen geworden. Gleichzeitig betonte er, er sei von seiner Unschuld überzeugt und wolle diese notfalls vor Gericht beweisen.

Herzog reagierte auf Trumps Vorstoß während eines Rückflugs von seinem Staatsbesuch in Australien. Israelische Publikationen berichteten. In einer Stellungnahme aus dem Flugzeug teilte das Präsidentenamt mit, der Antrag werde derzeit vom Justizministerium geprüft. Erst danach werde der Präsident die Angelegenheit im Einklang mit dem Gesetz, dem Staatsinteresse und seinem Gewissen beurteilen – »ohne Einfluss von externem oder internem Druck«. Zugleich würdigte Herzog Trumps Beiträge zur Sicherheit Israels, unterstrich aber die Souveränität des Landes und die Bindung an rechtsstaatliche Verfahren.

Lesen Sie auch

Auf die Frage nach seiner persönlichen Reaktion auf Trumps öffentliche Forderung sagte Herzog knapp: »Soweit ich mich erinnere, bin ich der Präsident Israels.« Er hatte während seiner Reise mehrfach betont, dass der Antrag nach den üblichen Verfahren geprüft werde und noch keine Entscheidung gefallen sei.

Beobachter gehen davon aus, dass die Chancen auf eine Begnadigung gering sind. Der öffentliche Druck aus Washington gilt als ungewöhnlicher Eingriff in innere Angelegenheiten Israels. im

Madrid

Spanien sperrt Luftraum für an Iran-Krieg beteiligte Flugzeuge

Die Militärbasen Rota und Morón waren bereits für am Krieg beteiligte US-Militärflugzeuge gesperrt. Nun eskaliert der Streit weiter

 30.03.2026

Entscheidung

Versammlung »Kufiyas in Buchenwald« nach Weimar verlegt

Die Gedenkstätte Buchenwald begrüßt die Verlegung einer umstrittenen Versammlung aus dem Lagergelände. Am Jahrestag der Befreiung steht die Erinnerung an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft im Mittelpunkt, nicht politischer Protest

 30.03.2026

Ankara

Erneut iranisches Geschoss von Nato in der Türkei abgefangen

Schon wieder muss ein Nato-Abwehrsystem ein Geschoss aus dem Iran im türkischen Luftraum abfangen. Es ist bereits der vierte Vorfall dieser Art seit Beginn des Iran-Kriegs

 30.03.2026

Berlin

Merz stellt nach Krieg Beitrag für Straße von Hormus in Aussicht

Beim Besuch des syrischen Übergangspräsidenten spielt auch der Iran-Krieg eine Rolle. Der Kanzler dringt auf ein schnelles Ende der Kämpfe

 30.03.2026

Teheran

Iran hängt zwei Anhänger der Volksmudschahedin

Seit Kriegsbeginn geht die iranische Justiz mit äußerster Härte gegen mutmaßliche Spione und Kritiker vor. Nun werden zwei Männer gehängt, die einer im Iran verbotenen Gruppe angehören

 30.03.2026

Washington D.C.

Bericht: Trump prüft Militäreinsatz zur Uran-Bergung im Iran

Setzen die USA im Iran auch Bodentruppen ein? Trump erwägt laut einem Medienberichten, angereichertes Uran mit Gewalt zu beschlagnahmen

 30.03.2026

Israel

232 Verletzte binnen eines Tages – Raketen aus Iran, Drohnen aus Jemen

Seit Beginn des Krieges vor gut einem Monat wurden mehr als 6000 Menschen in israelischen Kliniken behandelt

 30.03.2026

Ottawa/Brüssel

Kanada verweigert EU-Abgeordneter die Einreise

Jüdische Organisationen begrüßen die Entscheidung. Rima Hassan werden Israelhass und Terrorverherrlichung vorgeworfen

 30.03.2026

London

Blair warnt vor Judenhass in Europa, weist Völkermord-Vorwurf gegen Israel zurück

Der frühere Premierminister schreibt, wiederkehrende Stellungnahmen europäischer Regierungen hätten das Anwachsen des Antisemitismus bislang nicht gestoppt

 30.03.2026