Nahost

Trump droht Iran mit noch härteren Angriffen – USA setzen Luftschläge und Seeblockade fort

US-Präsident Donald Trump am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus Foto: picture alliance / CNP / AdMedia

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer deutlichen Ausweitung der Militärschläge gedroht. Sollten die iranischen Führungsspitzen nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, würden in der kommenden Woche unter anderem Kraftwerke und Brücken ins Visier genommen. Gleichzeitig setzte das US-Militär seine Angriffe auf iranische Ziele fort und nahm auch die Seeblockade iranischer Häfen wieder auf.

In einem Interview mit Fox News kündigte Trump an, die Angriffe in den nächsten Tagen weiter zu intensivieren. »Wir werden sie heute Nacht sehr hart treffen. Wir werden sie morgen Nacht sehr hart treffen. Wir werden sie auch in der Nacht danach sehr hart treffen«, sagte der Präsident.

Sollte Teheran nicht verhandeln, werde es »richtig schlimm«. Dann stünden »Kraftwerke« und »Brücken« auf der Zielliste. Zugleich betonte Trump, Washington bemühe sich, die Zivilbevölkerung zu schonen. Über Mittelsmänner habe seine Regierung dem Iran erneut die Botschaft übermitteln lassen: »Ihr solltet besser ein Abkommen schließen, sonst wird nichts mehr übrig sein.«

Blockade iranischer Häfen

Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) flog das amerikanische Militär in der vergangenen Nacht erneut Dutzende Luftangriffe auf iranische Raketenstellungen, Drohnenstandorte und Küstenverteidigungssysteme. Die Einsätze dauerten rund sieben Stunden und waren bereits die vierte Nacht in Folge mit umfangreichen Angriffen. Ziel sei es, Irans Fähigkeit einzuschränken, die internationale Handelsschifffahrt und zivile Besatzungen im Persischen Golf zu bedrohen.

Parallel dazu nahm Washington auf Anordnung Trumps die Blockade iranischer Häfen wieder auf. Die Maßnahme war im April eingeführt und im vergangenen Monat im Rahmen einer Waffenruhe zwischen den USA und Iran ausgesetzt worden. Nachdem Teheran nach amerikanischen Angaben erneut Handelsschiffe angegriffen hatte, erklärte Trump die Vereinbarung für beendet und ordnete die Wiederaufnahme der Blockade an. Während der ersten Blockadephase waren laut CENTCOM mehr als 140 Handelsschiffe zum Umkehren gezwungen worden.

Nach Darstellung des US-Militärs hat der Iran innerhalb der vergangenen Woche sieben zivile Handelsschiffe angegriffen. Dabei seien mehrere Menschen getötet oder verletzt worden. Die Angriffe gelten als wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im Machtkampf um die Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus.

»Anfliegende Bedrohungen«

Auch die Spannungen in den arabischen Golfstaaten nahmen weiter zu. Kuwait meldete den Abschuss von 33 Drohnen, fünf Marschflugkörpern und einer ballistischen Rakete. Zudem sei ein kuwaitisches Kriegsschiff getroffen worden. Vier Soldaten wurden nach Militärangaben verletzt. Wenige Stunden später erklärte auch Bahrain Luftalarm und warnte vor »anfliegenden Bedrohungen«.

Im Iran selbst berichteten staatliche Medien über Explosionen in den Hafenstädten Bandar Abbas und Sirik an der Straße von Hormus. Beide Orte waren bereits mehrfach Ziel amerikanischer Angriffe.

Neben den militärischen Maßnahmen verschärfte Washington auch den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Das US-Finanzministerium verhängte Sanktionen gegen Dutzende Personen, Unternehmen und Schiffe, die mit dem iranischen Reeder Mohammad Hossein Shamkhani in Verbindung stehen sollen. Außerdem fror die Regierung nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent digitale Vermögenswerte der iranischen Zentralbank im Wert von mehr als 130 Millionen Dollar ein. im

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