Iran

Trump-Berater bevorzugen israelischen Erstschlag

Vier Tanker vom Typ Boeing KC-135 Stratotanker sind am Mittwoch auf dem Ben-Gurion-Flughafen geparkt. Foto: picture alliance / newscom

Bei den Überlegungen der Amerikaner zu einem möglichen Militärschlag gegen den Iran spielt offenbar nicht nur die militärische, sondern vor allem die innenpolitische Dimension eine Rolle: Mehrere ranghohe Berater von Präsident Donald Trump würden es laut »Politico« bevorzugen, wenn zunächst Israel militärisch gegen Teheran vorginge.

Hintergrund dieser Überlegung ist demnach die Annahme, ein iranischer Gegenschlag – etwa gegen israelische oder amerikanische Ziele – könnte die Unterstützung in der US-Bevölkerung für ein direktes Eingreifen der Vereinigten Staaten erhöhen. »Es gibt Überlegungen im Umfeld der Regierung, dass die politische Lage deutlich günstiger wäre, wenn die Israelis zuerst und allein handeln und der Iran anschließend gegen uns zurückschlägt und uns damit einen zusätzlichen Grund zum Eingreifen liefert«, zitierte die Publikation einen mit internen Gesprächen vertrauten Regierungsbeamten.

Parallel dazu laufen weiterhin diplomatische Bemühungen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bei einem Besuch in Washington zuletzt auf entschlossene Schritte gegen das iranische Atom- und Raketenprogramm gedrängt. Zugleich reist nach US-Angaben ein Verhandlungsteam in die Schweiz, um Möglichkeiten für eine Einigung mit Teheran auszuloten. Doch in Teilen des Präsidentenumfelds überwiegt offenbar Skepsis. Ein Insider fasste die Stimmung gegenüber »Politico« so zusammen: »Wir werden sie bombardieren.«

Schlag gegen Führungsspitze

Unklar ist, wie weitreichend ein möglicher Einsatz wäre. Diskutiert werden laut den informierten Personen sowohl begrenzte Luftschläge, die den Druck auf die iranische Führung erhöhen sollen, als auch umfangreichere Operationen. Als mögliche Ziele gelten insbesondere nukleare Einrichtungen sowie die Infrastruktur für ballistische Raketen. Auch ein gezielter Schlag gegen die Führungsspitze – einschließlich der Revolutionsgarden – wird demnach nicht ausgeschlossen.

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Militärisch haben die USA ihre Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt. Neben tausenden bereits stationierten Soldaten wurden zusätzliche Flugzeugträgerverbände, Kampfflugzeuge und Unterstützungsmaschinen in den Nahen Osten verlegt. Beobachter sprechen von der größten Konzentration amerikanischer Streitkräfte in der Region seit dem Irakkrieg 2003.

Gleichzeitig warnen Sicherheitskreise vor erheblichen Risiken. US-Stützpunkte im Nahen Osten und in Europa könnten bei einer Eskalation ins Visier geraten. Anders als Israel verfügen viele dieser Einrichtungen nicht über ein Raketenabwehrsystem wie den Iron Dome. Ein groß angelegter Angriff mit dem Ziel eines Regimewechsels würde mit hoher Wahrscheinlichkeit massive iranische Gegenmaßnahmen nach sich ziehen – mit entsprechendem politischen Risiko in den USA, sollte es zu amerikanischen Verlusten kommen.

Strategische Handlungsfähigkeit

Auch die Frage der Munitionsvorräte spielt eine Rolle. Im Pentagon wächst die Sorge, lang andauernde Angriffe könnten Bestände so stark beanspruchen, dass die strategische Handlungsfähigkeit gegenüber anderen Rivalen, etwa China im Hinblick auf Taiwan, eingeschränkt würde.

Im Kongress fordern mehrere republikanische Abgeordnete nach Geheimdienstunterrichtungen ein entschlossenes Vorgehen. Sie verweisen auf Hinweise, dass Teheran seine nuklearen Aktivitäten erneut ausbaue. Der Iran bestreitet seit Jahren, den Bau von Atomwaffen anzustreben, und pocht auf sein Recht zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Washington hingegen zweifelt an diesen Zusicherungen – insbesondere wegen des hohen Urananreicherungsgrades. im

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