Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Beim Al-Quds-Marsch in Teheran halten Teilnehmer Bilder des alten und des neuen Obersten Führers. Foto: picture alliance/dpa

Trotz anhaltender Luftangriffe sind in Teheran erneut Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen gegangen. Die Kundgebungen finden jedes Jahr anlässlich des sogenannten Al‑Kuds‑Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini 1979 eingeführt hat.

Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die »Befreiung Jerusalems«. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.

Irans Präsident Massud Peseschkian rief die Bevölkerung trotz des Krieges zur Teilnahme auf. Auf X schrieb er am Donnerstag, das iranische Volk solle »die Feinde des Irans enttäuschen, indem es in größerer Zahl als je zuvor auf die Straße geht«.

Lesen Sie auch

Nach Angaben von Augenzeugen schwenkten die Teilnehmer iranische Fahnen und riefen antiamerikanische und antiisraelische Parolen. Staatsmedien zeigten Bilder, auf denen Menschen Porträts des getöteten Revolutionsführers Ali Chamenei sowie seines Sohnes und Nachfolgers Modschtaba Chamenei tragen.

Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte ein Video, in dem Menschen Nägel in Särge schlagen, die mit amerikanischen und israelischen Flaggen bedeckt sind. Ein weiteres Video zeigt Männer, die auf einer großen US‑Flagge auf der Straße herumtrampeln. Auf der Fahne steht auf Englisch: »Down with America (Nieder mit Amerika).«

Nach Einschätzung von Augenzeugen war die Menschenmenge in diesem Jahr kleiner als im Vorjahr. Als Gründe nannten sie die schweren israelischen Luftangriffe vor Beginn der Kundgebungen. Viele Menschen fürchteten Drohnenangriffe während der Zeremonie, andere hätten Teheran kurz nach Ausbruch des Krieges verlassen. Während der Kundgebungen war eine laute Explosion im Stadtzentrum zu hören. dpa

Potsdam

Linke sucht Kontakt mit Juden im Kampf gegen Antisemitismus

Der Partei wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Nun heißt es in einem Beschluss, dass der Parteivorstand mit jüdischen Verbänden in den Austausch gehen soll

 21.06.2026

Luzern

US-Vizepräsident Vance sieht »große Fortschritte« in Iran-Verhandlungen

In der Schweiz wird über ein Ende des Iran-Kriegs verhandelt. US-Vizepräsident Vance bewertet den Auftakt der Gespräche offenbar als Erfolg

 21.06.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in der Schweiz wurden mit Spannung beobachtet. Nun dämpft der Iran die Erwartungen

 21.06.2026

Meinung

Die Linkspartei ist für Juden unwählbar geworden

Jede Hoffnung, »Die Linke« könnte ein vernünftiger Partner werden, wurde enttäuscht. Die Partei unterstützt konsequent die Kräfte, die jüdisches Leben unmöglich machen wollen

von Sigmount A. Königsberg  21.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 21.06.2026

Kiew

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Weil er eine Einheit ehrt, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen und Juden begangen hat, entzieht Polens Präsident Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung des Landes. Der schickt den Orden jetzt per Post zurück

 21.06.2026

Potsdam

Neuer Linken-Chef: Kein Unterschied zwischen CDU »und den Faschisten selbst«

Luigi Pantisano sorgte am Wochenende auf dem Linken-Parteitag in Brandenburg mit einer Aussage für Empörung. Kurz darauf wurde er mit lediglich 53 Prozent zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt

 21.06.2026

Luzern

Gespräche zwischen Iran und USA starten

Es geht um Teherans Atomprogramm und ein Ende der Kämpfe zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel: Heute wollen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz Lösungen für diese heiklen Probleme näherkommen

 21.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  20.06.2026