Nahost

Terror auf dem Sinai

Ortstermin: Verteidigungsminister Barak, Armeechef Gantz, Premier Netanjahu Foto: Flash 90

Nach dem blutigen Angriff im Grenzgebiet zwischen Israel und Ägypten Anfang dieser Woche beschuldigt die Muslimbruderschaft den israelischen Geheimdienst. Am Sonntag hatten Terroristen aus dem Sinai 16 ägyptische Polizisten getötet und anschließend beim Grenzübergang Keren Schalom Richtung Israel gefeuert. Es war ihnen auch gelungen, einen Panzer in ihre Gewalt zu bringen und damit auf israelisches Gebiet vorzudringen.

»Die Schuld für dieses Verbrechen trägt der Mossad, der von Beginn an unsere Revolution unterbinden wollte. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass er vor einigen Tagen seine zionistischen Bürger aufrief, den Sinai zu verlassen«, hieß es auf der Website der islamistischen Vereinigung. Zwar hatte Israel wirklich eine Reisewarnung für die Halbinsel herausgegeben, doch der Grund waren ernstzunehmende Terrorwarnungen.

Al Qaida Ex-Präsident Hosni Mubarak hatte in Sicherheitsbelangen stets eng mit Jerusalem zusammengearbeitet. Die jetzige Regierung indes will keine Kooperation mit dem jüdischen Staat. Nach dem Sturz Mubaraks entwickelte sich das Wüstengebiet zusehends zum gesetzlosen Terrain, es herrscht praktisch Anarchie. Die wenigen Soldaten in dem riesigen Gebiet sind oft schlecht ausgebildet und dürftig bewaffnet, Beduinenbanden treiben ihr Unwesen. Israel sieht das Gefahrenpotenzial als enorm an, weil sich dort mittlerweile Al-Qaida-Zellen aus dem gesamten Nahen Osten tummeln sollen. Das offizielle Ägypten bezeichnete die Angreifer, die nach Angaben aus israelischen Sicherheitskreisen der Gruppe »Weltweiter Dschihad« mit engen Verbindungen zu Al Qaida zuzurechnen sind, als »Ungläubige«. Die Regierung in Kairo versprach, die Täter dingfest zu machen.

Unterdessen hat die ägyptische Armee mit Raketen und Hubschraubern mutmaßliche islamistische Stellungen auf der Halbinsel angegriffen. Am Mittwoch wurde gemeldet, dass dabei 20 Menschen getötet worden sein sollen. Es sei das erste Mal seit dem Krieg gegen Israel 1973 gewesen, dass die ägyptischen Streitkräfte in dem Gebiet Raketen eingesetzt hätten, hieß es.

Die Vorfälle der vergangenen Tage haben die ohnehin fragile Beziehung zwischen Israel und dem südlichen Nachbarn noch weiter belastet. Doch auch die oft als »brüderlich« gelobte Verbindung zwischen Ägypten und den Palästinensern ist getrübt, haben die Terroristen doch mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Waffen aus dem Gazastreifen erhalten.

Brandenburg

Antisemitismusbeauftragter Büttner für schärferes Strafrecht

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat ein strengeres Strafrecht gegen Judenhass gefordert. Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter schließt sich an

 24.08.2026

Spremberg/Forst

Stolpersteine gestohlen

Der Staatsschutz ermittelt

 24.08.2026

Norwegen

Wandbild in Oslo ehrt palästinensische Terroristin

Ein überdimensionales Wandbild im Zentrum der norwegischen Hauptstadt zeigt unter anderen die frühere PFLP-Terroristin Leila Khaled, die von der verantwortlichen Gruppe als »Widerstandskämpferin« bezeichnet wird

 24.08.2026

Dresden

Unbekannter entwendet Kippa

Der Staatsschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

 24.08.2026

Meinung

Jüdische Schulen: Orte der Zugehörigkeit

Der Wunsch nach jüdischer Bildung wächst, während die Strukturen zunehmend fragil werden

von Eduard Steinberg  24.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Die schwedischen Linken-Politiker Hanna Gedin und Jonas Sjöstedt

Jerusalem

Israel verweigert zwei schwedischen EU-Abgeordneten die Einreise

Jonas Sjöstedt und Hanna Gedin von der schwedischen Linkspartei wollen in der vergangenen Nacht anreisen, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu besuchen

 24.08.2026

Hand zeigt ein Smartphone mit dem ChatGPT Logo vor rotem Hintergrund

Künstliche Intelligenz

Sam Altmans ChatGPT zeigt ab heute Werbung

Einige User werden von nun an Werbung sehen. Wie werden gesuchte Antworten von Anzeigen getrennt?

 24.08.2026

MIttlerer Osten

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg - und droht Golfstaaten

Im Iran-Krieg wird aktuell nicht gekämpft. Washington will Teheran wirtschaftlich in die Knie zwingen. Der Iran gibt sich selbstbewusst - und droht den USA und ihren Verbündeten mit Konsequenzen

 24.08.2026