Den Haag

Strafgerichtshof verpflichtet Chefankläger zur Vertraulichkeit

Karim Ahmad Khan, Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof Foto: picture alliance/dpa

Einem Bericht des britischen »Guardian« zufolge darf Karim Khan, der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag, künftig die Öffentlichkeit nicht mehr vorab informieren, wenn er im Rahmen seiner Ermittlungen Haftbefehle beantragt oder diese bereits ausgestellt wurden.

Eine Kammer des IStGH ordnete demnach an, dass solche Anträge geheim gehalten werden müssen. Der Richterspruch sei nicht öffentlich ergangen und der Gerichtshof habe eine Stellungnahme dazu abgelehnt, schreibt der »Guardian«.

Im vergangenen Jahr hatte Khan internationale Haftbefehle gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den damaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant erwirkt. Der Ankläger wirft Netanjahu sowie Gallant vor, schwerste Verbrechen an der Zivilbevölkerung in Gaza begangen zu haben.

Israel erkennt die Gerichtsbarkeit des IStGH nicht an und hat auch die Römischen Statuten, das Gründungsdokument des Gerichtshofs, nicht unterzeichnet.

Lesen Sie auch

Es werde nun damit gerechnet, so der »Guardian« unter Berufung auf »mit der Situation vertraute Quellen«, dass der britische Chefankläger weitere Haftbefehle gegen Vertreter des israelischen Staates anstrebt.

Die öffentliche Bekanntgabe im Mai 2024 seines Antrags auf Haftbefehl gegen die israelischen Politiker sowie einen – mittlerweile für tot erklärten – Hamas-Führer durch Khan wurde von Beobachtern als ungewöhnlich eingestuft. Auch in anderen Verfahren hat der britische Jurist seine Schritte öffentlich bekanntgemacht.

Laut »Guardian« waren einige Richter in Den Haag darüber nicht erfreut und haben dem Chefankläger nun Vertraulichkeit verordnet, da sich andernfalls die Richter, die über den Antrag entscheiden müssen, unter Druck gesetzt fühlen. Nur falls das Gericht Khan davon entbinde, könne er über geplante oder erlassene Haftbefehle öffentlich sprechen. mth

Washington D.C.

Iran-Krieg: Trump ringt hinter den Kulissen mit Zweifeln und Sorgen

Angst um die Wirtschaft und die Befürchtung, ihn könnte das politische Schicksal von Jimmy Carter ereilen, beeinflussen den Präsidenten

 20.04.2026

London

Festnahmen nach neuem Brandanschlag auf Synagoge in London

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Handeln die Täter im Auftrag Irans gegen Geld?

 20.04.2026

Teheran

Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

Am Mittwoch läuft die Waffenruhe im Iran-Krieg aus. US-Präsident Trump nennt einen neuen Verhandlungstermin. Aber das Teheraner Regime sieht keine »Perspektive für seriöse Verhandlungen«

 20.04.2026

Berlin

Deutsche Marine bereitet Einsatz in Straße von Hormus vor

Noch ist ein dauerhafter Waffenstillstand am Golf nicht absehbar. Doch Deutschlands Marine bereitet sich bereits auf den Tag X vor. Es geht um das Räumen von Minen in der Straße von Hormus

 20.04.2026

London

Antisemitismus-Vorwürfe: Britische Grüne suspendieren jüdischen Anti-Zionisten

Tony Greenstein stellte die Verbrechen der Hamas infrage und äußerte sich zugunsten der Terrororganisation. Es ist nicht sein erster Parteiausschluss

 20.04.2026

Kultur

Klein wünscht sich mehr Wehrhaftigkeit gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb

Der Antisemitismus-Beauftragte Klein kritisiert einen geplanten Auftritt der palästinenisch-stämmigen DJ Sama‘ Abdulhadi im Juli in Hamburg

 19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

Den Haag

Israelische NGO zeigt Spaniens Regierungschef Sánchez an

Die Gruppe erstattete Anzeige beim Internationalen Strafgerichtshof. Die spanische Regierung habe Kriegsverbrechen im Iran begünstigt

 20.04.2026 Aktualisiert

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026