Kanzlerwahl

So reagiert das Ausland auf die Wahl-Niederlage im ersten Durchgang von Friedrich Merz

Foto: picture alliance / imageBROKER

»Schock« und »Rückschlag«: Im Ausland wird die Niederlage von Friedrich Merz (CDU) im ersten Versuch bei der Wahl des Bundeskanzlers im Bundestag teils drastisch kommentiert. Die internationalen Schlagzeilen im Überblick:

»The Times«:
»Friedrich Merz verfehlte am Dienstag in der ersten Wahlrunde unerwartet die für das Amt des deutschen Bundeskanzlers benötigte parlamentarische Mehrheit – ein Rückschlag für seine neue Koalition mit den Mitte-Links-Sozialdemokraten.«

»The Guardian«:
»Friedrich Merz erleidet Schock-Niederlage bei der Kanzlerwahl im Deutschen Bundestag.«

»The Telegraph«:
»Merz wird bei der Wahl zum Bundeskanzler blamiert. Der Vorsitzende der deutschen Konservativen erleidet überraschende Niederlage in geheimer Wahl«

»Washington Post«:
»Merz (…) hat unerwartet nicht genügend Unterstützung in der ersten Runde der Parlamentsabstimmung erhalten – und damit sechs Monate nach dem Zusammenbruch der vergangenen Bundesregierung eine weitere politische Krise ausgelöst.«

Lesen Sie auch

»New York Times«:
»Es war ein unerwarteter und ernüchternder Rückschlag für Merz, während Deutschland zunehmend unter Druck gerät – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und außenpolitisch.«

»Wall Street Journal«:
»Das Ergebnis der Abstimmung ist beispiellos im Nachkriegsdeutschland (…). Da die Abstimmung geheim war und sich kein Abweichler öffentlich geäußert hat, ist unklar, warum ein Dutzend Mitglieder der vorgeschlagenen Koalition unter Merz ihm ihre Unterstützung verweigerten.«

CNN:
»In einer peinlichen Abstimmung im Bundestag hat Merz den Einzug ins Kanzleramt verfehlt (…). Zwar wird erwartet, dass er letztlich einen Weg an die Macht findet, doch das Ergebnis stürzt das Land erneut in politisches Chaos.«

»El Mundo«:
»Historische Überraschung im Bundestag: Der Christdemokrat Friedrich Merz verfehlt im ersten Wahlgang die Mehrheit für das Amt des Bundeskanzlers. Der Anführer der Konservativen wurde von 18 Abgeordneten «verraten» - dabei dachte man, dass alles bereits festgezurrt war.«

»El País«:
»In Deutschland ist eine völlig unerwartete und beispiellose politische Krise ausgebrochen, nachdem Friedrich Merz, der Vorsitzende der Christdemokraten und Kanzlerkandidat, bei der Wahl zum Regierungschef gescheitert ist.«

»Cinco Dias«:
»Die Pleite von Merz führt zu Verlusten am deutschen Aktienmarkt. Der Dax ist nach dem Scheitern des Christdemokraten um mehr als zwei Prozent gefallen, und er zieht auch die europäischen Indizes nach unten.«

Lesen Sie auch

»Europa Press«:
»Merz verliert allen Prognosen zum Trotz den ersten Wahlgang zur Wahl des Bundeskanzlers. Die Niederlage in einer geheimen Wahl ist beispiellos in der Geschichte.«

»La Sexta«:
»Überraschung in Deutschland: Der konservative Friedrich Merz scheitert bei seinem ersten Versuch, zum Bundeskanzler gewählt zu werden.«

Dänisches Radio DR:
»Große Überraschung bei deutscher Kanzlerabstimmung. (…) Niemand hat damit gerechnet. Es ist ein totaler Schock. Das ist historisch und eine riesige Demütigung für Merz, bevor er sein Amt überhaupt angetreten hat.«

»Politiken«:
»Merz stolpert. Europa schaut äußerst besorgt zu, während Deutschland von einem unerwarteten politischen Drama erschüttert wird. Es schafft Unsicherheit um die Führung des Kontinents in einer turbulenten Zeit, in der sich die Probleme anhäufen.«

»Berlingske«:
»Ein Schock in der deutschen Politik.«

»Dagens Nyheter«:
»Historische Niederlage. Das deutsche Parlament sagt am Dienstag Nein zum Christdemokraten Friedrich Merz - etwas Vergleichbares ist noch nie passiert.«

»Svenska Dagbladet«:
»Der Schock sitzt tief. Statt seinen Triumph zu feiern, stolpert Friedrich Merz bei der Abstimmung, bei der er am Dienstag zum Bundeskanzler gewählt werden sollte. Das gab es noch nie - und es zeigt, wie umstritten Merz ist.«

»Les Échos«:
»Drama in Deutschland: Merz scheitert bei der Wahl zum Kanzler im ersten Wahlgang. (…) Dies ist eine beispiellose Niederlage in der Geschichte der Bundesrepublik.«

»Libération«:
»Im Moment ist es also ein Fehlstart für den Gewinner der Parlamentswahlen im Februar, der in Europa mit Hoffnung erwartet wird und versichert, dass «Deutschland wieder auf Kurs ist».«

RFI:
»Noch nie in der Nachkriegsgeschichte ist ein Kanzlerkandidat derart gescheitert, im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Es ist also eine riesige Überraschung und eine riesige Enttäuschung für Friedrich Merz (…).« dpa

Krieg

USA melden Zerstörung iranischer Schnellboote

Seit Anfang April gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Doch ein neuer US-Vorstoß hat die Lage an der Meerenge von Hormus verschärft. Nun melden die USA einen Angriff auf iranische Schiffe

 04.05.2026

Nahost

Bennett sieht Angriffe auf Emirate als Kriegserklärung Irans

Der israelische Oppositionspolitiker Bennett bewertet die Angriffe des Iran auf die Emirate als Wiederaufnahme des Kriegs. Die Anweisungen des Zivilschutzes in Israel bleiben vorerst unverändert

 04.05.2026

Abu Dhabi

Emirate: Großbrand nach iranischem Drohnenangriff

Seit Beginn der Waffenruhe vor knapp vier Wochen mussten die Emirate ihre Bevölkerung nicht mehr vor iranischen Angriffen warnen. Nun scheint die Lage sich wieder zuzuspitzen

 04.05.2026 Aktualisiert

Frankreich

Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?

Mit 74 Jahren nimmt Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon zum vierten Mal Anlauf auf das Präsidentenamt. Dabei operiert er gezielt mit antisemitischen und antiisraelischen Narrativen

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Kiel

Minenjagdboot »Fulda« mit Ziel Mittelmeer gestartet

Das deutsche Minenjagdboot »Fulda« steht für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus bereit. Nun ist die Besatzung von Kiel aus gestartet – näher an das mögliche Einsatzgebiet

 04.05.2026

Tampa

US-Militär dementiert iranischen Angriff auf Kriegsschiff

Aus dem Iran gibt es Berichte über Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff. Die USA äußern sich prompt. Zu einer anderen Behauptung wird zunächst geschwiegen

 04.05.2026

Interview

Josef Schuster: »Juden und Muslime sind keine Erzfeinde«

Bald startet der Katholikentag in Würzburg. Mit dabei: der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Welche Tipps er für Gäste hat - und wie er auf Juden, Christen und Muslime in aufgeheizten Zeiten blickt

von Leticia Witte  04.05.2026

Berlin

Merz: Jüdisches Leben so bedroht wie lange nicht mehr

Das Präsidium der CDU tagte am Montag in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin und verabschiedete einen Beschluss gegen Antisemitismus. Kanzler Merz machte zuvor deutlich, warum das wichtig ist

von Detlef David Kauschke  04.05.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

USAID-Ermittlungen: Mehr UNRWA-Mitarbeiter waren am 7. Oktober beteiligt

Drei UNWRA-Lehrern sowie einem Sozialarbeiter der Organisation wird vorgeworfen, entweder an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein oder Geiseln festgehalten zu haben

 04.05.2026