Brandenburg

Scholz: Jüdisches Leben hat wieder Platz in Deutschland

Abraham Lehrer, Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Manja Schüle (SPD), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Foto: picture alliance/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) misst der Eröffnung einer neuen Synagoge in Potsdam eine hohe symbolische Bedeutung bei. Es sei für ihn ein »berührender Moment, zu sehen, dass nach der furchtbaren Geschichte während des Faschismus und Nationalsozialismus mit der Zerstörung jüdischen Lebens in Deutschland und ganz Europa«, jüdisches Leben wieder einen Platz findet und Orte dafür existierten, sagte Scholz zu Beginn einer Sommerreise durch seinen Wahlkreis. »Das ist ein Zeichen, das Hoffnung macht.«

Scholz stärkte der jüdischen Gemeinde in Deutschland den Rücken. Die Juden und Jüdinnen könnten sich auf »uns verlassen«, sagte er. Aktuell gebe es wieder politische Bestrebungen, die sich gegen diese Religion richteten. Zu seinem Besuch der neuen Synagoge in Potsdams Innenstadt kam Scholz, der nur wenige Hundert Meter entfernt wohnt, in Begleitung seiner Personenschützer zu Fuß.

Scholz sprach vor Ort mit Abraham Lehrer, dem Präsidenten der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), der auch Vizepräsident des Zentralrats der Juden ist, und Manja Schüle (SPD), der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg.

Polizeischutz und Sicherheitsschleuse

Die 17,5 Millionen Euro teure Synagoge wurde vor wenigen Wochen unter starkem Polizeischutz eingeweiht. Sie soll ab dem 1. September das religiöse Zentrum von mehreren jüdischen Gemeinden der Stadt werden und bietet nach Angaben des Trägers 199 Menschen gleichzeitig Platz. Sie steht unter polizeilichem Schutz, ist mit einer Sicherheitsschleuse ausgestattet, die Fenster bestehen aus schusssicherem Glas.

Mehr als 85 Jahre nach den NS-Pogromen haben Jüdinnen und Juden nun wieder ein religiöses und kulturelles Zentrum in der brandenburgischen Landeshauptstadt.

Potsdam war zuletzt die einzige Landeshauptstadt in Deutschland ohne eine Synagoge. Dort gab es bislang nur ein kleines jüdisches Gotteshaus in der Universität. Das Vorhaben um die Synagoge war schwierig und von jahrelangem Streit unter den jüdischen Gemeinden begleitet, die unterschiedliche religiöse Strömungen vertreten. dpa/ja

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026