Bundestag

Scholz fühlt sich erinnert an dunkelste Zeiten der Geschichte

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Bundestag Foto: picture alliance/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich ausdrücklich hinter Demonstrantinnen und Demonstranten gestellt, die derzeit für die Demokratie und gegen rechtsextreme Ansichten auf die Straßen gehen.

»Wenn in diesem Land Konferenzen stattfinden in Landhäusern, wo darüber beraten wird, wie ein Teil der Bevölkerung aus diesem Land herausgebracht werden kann - «Remigration» als Stichwort - das erinnert an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte«, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in der Generaldebatte im Bundestag.

Viele Menschen hätten jetzt Angst, dass sie das Land verlassen müssten. »Und deshalb, finde ich, braucht es an dieser Stelle auch ein ganz klares Bekenntnis von uns allen: Wir stehen vor diesen Bürgerinnen und Bürgern, sie müssen sich nicht fürchten«, betonte Scholz.

Potsdamer Villa

Auslöser der seit mehr als zwei Wochen andauernden Proteste war ein Bericht des Medienhauses Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremen in einer Potsdamer Villa am 25. November. An dem Treffen hatten auch mehrere AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion teilgenommen.

Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte bei dem Treffen nach eigenen Angaben über »Remigration« gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang. Laut Correctiv nannte Sellner drei Zielgruppen: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht und »nicht assimilierte Staatsbürger«.

Scholz betonte, er sei sehr froh, dass so viele Bürger über alle Parteigrenzen hinweg gemeinsam dagegen auf die Straßen gingen. An Oppositionschef Friedrich Merz (CDU) gerichtet, sagte Scholz, ein anständiger Umgang miteinander sei gerade besonders wichtig. »Wir müssen als Demokraten zusammenstehen«, forderte er. »Wir haben in Deutschland eine Aufgabe vor unserer Geschichte. Wir wollen als Demokratinnen und Demokraten zeigen, dass wir diesen Trend stoppen, und zwar gemeinsam.« dpa

Nahost

Zahl verletzter US-Soldaten nach Drohnenangriff in Kuwait steigt

Nach dem Vorfall war von sechs getöteten amerikanischen Soldaten und fünf Verletzten die Rede gewesen. Nun stellt sich heraus: Es waren weitaus mehr

 12.03.2026

Beirut

Libanon - Wie viele Kriege kann ein Land ertragen?

Der Iran-Krieg hat auch den Libanon mit voller Wucht erfasst. Hunderte Tote, Hunderttausende Vertriebene nach nur einer Woche. Wie halten die Menschen einen nie enden wollenden Kriegszustand aus?

von Amira Rajab  12.03.2026

Teheran

Irans Polizeichef: Betrachten Demonstranten als Feinde

Die israelische Regierung hofft auf einen Sturz der iranischen Regierung durch das eigene Volk. Doch der oberste Polizist des Landes warnt potenzielle Demonstranten: »Haben den Finger am Abzug.«

 12.03.2026

Washington D.C./Tel Aviv

Netanjahu-Begnadigung: Trump greift Herzog erneut scharf an

In einem Interview benutzt der Präsident in Zusammenhang mit dem israelischen Staatsoberhaupt auch vulgäres Vokabular

 12.03.2026

Sacramento/Washington D.C.

FBI warnt vor möglichem iranischem Drohnenangriff auf Kalifornien

Die US-Bundespolizei sagt, unbemannte Fluggeräte könnten von einem unbekannten Schiff vor der Küste gestartet werden

 12.03.2026

New York

UN-Sicherheitsrat fordert Iran zum Stopp von Angriffen auf Golfstaaten auf

China und Russland kritisierten die Resolution, machten ihre Annahme jedoch möglich

 12.03.2026

Teheran

Iran zu Waffenruhe bereit, wenn Israel und USA nie mehr angreifen

Das Teheraner Regime formuliert auch andere Bedingungen für einen Waffenstillstand, den niemand verlangt

 12.03.2026

Kommentar

Chamenei und die VIP-Lounge im Paradies

»VIP?«, fragt ein Engel durch den Türspalt. »Gewiss. Ich bin der Erhabene Führer«, sagt er ungeduldig

von Louis Lewitan  12.03.2026

Nahost

Trump über Iran: »Es gibt praktisch nichts mehr zum Angreifen«

Israels Verteidigungsminister hat Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs gerade erst eine Absage erteilt - nun sendet der US-Präsident erneut andere Signale

 11.03.2026