Meinung

Schließt Iran von der Olympiade aus!

In der vergangenen Woche verweigerte ein iranischer Sportler bei der Schwimm-WM in Shanghai in letzter Minute seine Teilnahme an einem Vorlauf – angeblich aus Müdigkeit. Doch schnell wurde klar, dass in Wahrheit die Präsenz eines israelischen Schwimmers der Grund für den Rückzieher war. Derselbe Iraner weigerte sich bereits bei der Sommer-Olympiade 2008 in Peking, gemeinsam mit einem Israeli ins Becken zu springen. Solche Beispiele gibt es zuhauf.

Unsportlich Das Regime in Teheran schreckt nicht davor zurück, auch Spitzensportler für seinen pathologischen Hass gegen den jüdischen Staat zu instrumentalisieren. Irans Verhalten ist unsportlich und widerspricht nicht nur dem olympischen Gedanken. Aber das Internationale Olympische Komitee (IOC) schweigt, um des vermeintlichen lieben Friedens willen. Der Wunsch, Sport und Politik zu trennen, ist zwar berechtigt, denn im Sport messen sich auch dann Athleten miteinander, wenn sich ihre Regierungen nicht grün sind.

Doch durch sein Schweigen lässt sich das IOC vor den Karren der iranischen Diffamierungspolitik spannen. Kein Land ist gezwungen, eine Mannschaft zu Olympischen Spielen zu entsenden. Wenn es aber mitmacht, dann unterwirft es sich den Spielregeln. Seit Jahren bricht Teheran durch seinen Boykott israelischer Sportler diese – und das IOC sieht einfach zu. Es ist nun an der Zeit, rechtzeitig vor Olympia 2012 eine klare Ansage zu machen: Wenn der Boykott nicht beendet wird, können iranische Sportler nicht an den Spielen teilnehmen! Alles andere wäre eine Kapitulation der Sportfunktionäre und eine moralische Bankrotterklärung.

Der Autor ist Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC).

Krieg

Trump verlängert Feuerpause mit dem Iran

Nur einen Tag zuvor hatte der US-Präsident den Schritt als sehr unwahrscheinlich bezeichnet

 22.04.2026

Waffenruhe

Trump: Iran hat keine andere Wahl, als weiterzuverhandeln

Seit Tagen steht im Iran-Krieg eine Frage im Fokus: Kommt es zu neuen Verhandlungen in Pakistan? Trump gibt sich optimistisch – auch was eine mögliche Einigung angeht

 21.04.2026

Hessen

Bundesrats-Vorstoß: Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen

Hessen will das Leugnen des Existenzrechts Israels bundesweit unter Strafe stellen. Ein entsprechender Entwurf ist bereits vorbereitet. Er soll im Mai in der Länderkammer in Berlin eingebracht werden

von Christof Bock  21.04.2026

Luxemburg

Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe ist unklar, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Der deutsche Außenminister richtet nun einen Appell an Teheran

 21.04.2026

Rom

Entschädigungsstreit: Italien stärkt ausländische NS-Opfer

Es waren grausame Taten an jenem Juni-Tag 1944, als im griechischen Dorf Distomo SS-Einheiten Zivilisten töteten. Um Entschädigungen wird noch gestritten. Nun hat Italiens höchstes Gericht geurteilt

 21.04.2026

Berlin

Kulturstaatssekretär Friederici muss gehen

Die Vergabe von Fördergeld gegen Antisemitismus sorgt schon länger für Wirbel. Nun hat der Vorgang personelle Konsequenzen

 21.04.2026

München

CSU-Fraktion und jüdische Studenten fordern entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sagt, Judenhass müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei: »Lippenbekenntnisse reichen nicht.«

 21.04.2026

Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Nach Spionagevorwürfen hatte die iranische Justiz am Montag zwei Männer exekutieren lassen. Nun wird ein weiteres Urteil vollstreckt

 21.04.2026

Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Der SPD-Politiker und Autor sagt, Protest und Widerspruch seien legitim. Problematisch werde es, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen

 21.04.2026