Gaza

Rotes Kreuz bemüht sich um Freilassung der Geiseln

Fabrizio Carboni vom IKRK Foto: picture alliance/KEYSTONE

Das Rote Kreuz ist wegen der israelischen Geiseln im Gazastreifen und der humanitären Lage dort in ständigem Kontakt mit der herrschenden Hamas. Um die Gespräche nicht zu gefährden, könne das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aber wenig Einzelheiten nennen, sagte Fabrizio Carboni, IKRK-Regionaldirektor für den Nahen Osten, am Donnerstag zu Reportern in Genf. Er wollte nicht sagen, ob das IKRK weiß, wie viele Menschen festgehalten werden und wo sie sich befinden.

»Wir engagieren uns jeden Tag, wir drängen (auf eine Lösung)«, sagte er. Dabei gehe es nicht um Verhandlungen, betonte er, etwa, was im Gegenzug für die Freilassung der Menschen gewährt werden könne. All das sei nicht Aufgabe einer humanitären Organisation, sagte Carboni.

Demnach steht das IKRK auch mit israelischen Kräften in ständigem Kontakt. »Alle Gefangenen müssen human behandelt werden«, sagte Carboni. Er rief die Behörden auch auf, dem IKRK Besuche bei den Menschen zu ermöglichen. »Wir sind vor Ort, wir sind dort, um die Menschen zu ihren Familien zurückzubringen«, sagte er. »Aber wir brauchen Sicherheitsgarantien und Bereitschaft der Beteiligten.«

Zufügen von Leid

Angriffe auf Zivilisten sind laut Carboni unter keinen Umständen zu rechtfertigen. »Es gibt keine Hierarchie des Schmerzes«, sagte er. Es sei nicht akzeptabel, das Zufügen von Leid mit selbst erlittenem Schmerz zu rechtfertigen.

Carboni sprach über die Lage in Israel und im Gazastreifen, ohne konkret auf Äußerungen von Palästinensern oder Israelis einzugehen. Das IKRK ist stets auf Neutralität bedacht.

»Man darf Zivilisten nicht ins Visier nehmen, man darf ein Gebiet nicht belagern und man darf keine Geiseln nehmen«, betonte Carboni. »Es ist nicht akzeptabel, ein Gebiet wie den Gazastreifen mit mehr als zwei Millionen Menschen abzuriegeln.«

Israel hat sämtliche Zugänge blockiert und verhindert Nahrungsmittel- und Wasserlieferungen. Das Rote Kreuz habe dort Lager mit dem Nötigsten, aber es sei dringend auf Nachschub angewiesen. dpa

USA

Amerikas nächster Präsident?

Rahm Emanuel gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und steht für einen Kurs der Mitte – sowohl in innenpolitischen Fragen als auch im Verhältnis zu Israel. Eine Annäherung

von Joshua Schultheis  20.08.2026

München

Knobloch in Zeiten von Judenhass: »Ich habe mich getäuscht«

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht offen über ihre Enttäuschung: Warum die Reaktion auf das Hamas-Massaker ihr nicht genügt und der Judenhass sie tief erschüttert

 20.08.2026

Florida

Nach antisemitischen Angriffen: »Hebräischer Hammer« gewinnt Vorwahl

Der jüdische Abgeordnete Randy Fine, ein republikanischer Israel-Unterstützer, setzt sich gegen den Antisemiten Dan Bilzerian durch

 20.08.2026

Berlin

Medienbericht: Andreas Franck will nicht Antisemitismusbeauftragter werden

Das Bundesinnenministerium wollte die Absage Francks auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren

 20.08.2026

Mar del Plata

Argentinien entlässt Bundesrichter wegen antisemitischer Äußerungen

Der Justizrat sieht einen schweren Verstoß gegen die für Richter geltenden Anforderungen an Anstand und Unparteilichkeit

 20.08.2026

München

Brandanschlag auf jüdisches Gemeindezentrum: Hinweise auf deutschen Täter verdichten sich

56 Jahre nach dem tödlichen Anschlag in der Reichenbachstraße 27 legen die Ermittler einen neuen Erkenntnisstand vor

 20.08.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei kann bei den Landtagswahlen im Osten mit hohen Stimmanteilen rechnen. Die Möglichkeit, dass sie im Anschluss einen Ministerpräsidenten stellen könnte, stößt überwiegend auf Ablehnung

 20.08.2026

Washington D.C./Teheran

Trump droht Iran mit »Wirtschaftskrieg«

Ob auf militärischer oder diplomatischer Ebene: Sichtbare Erfolge seines Kriegs gegen den Iran bleibt der amerikanische Präsident schuldig. Nun verschärft er die Rhetorik. Iranische Medien zeigen sich unbeeindruckt

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80 Jahre alt. Eine persönliche Würdigung

von Reinhard Mohr  20.08.2026