Antisemitismus

Rabbiner Pinchas Goldschmidt zu Vorfall in München: »Abschieben! Noch heute!«

Das jüdische Gemeindezentrum in München, vor dem sich der Vorfall ereignete Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Der Präsident der in München ansässigen Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, hat den mutmaßlich antisemitisch motivierten Vorfall in München verurteilt. Auf der Plattform X schrieb er knapp: »Abschieben! Noch heute!«

Auch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) äußerte sich zu dem Angriff. Dieser sei »ein weiteres, trauriges Resultat von importiertem Antisemitismus aus dem Nahen Osten und großer Respektlosigkeit gegen unser Land und seine gastgebende Gesellschaft«, erklärte der dreiköpfige Vorstand der ORD am Montag.

»Viel zu lange haben wir einer solchen Entwicklung mit großer Naivität zugeschaut, statt Recht und Gesetz und Respekt vor den hier geltenden Regeln konsequent durchzusetzen. Solche Taten dürfen nicht unbeantwortet bleiben.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Am Samstagabend hatten laut Polizei drei Syrer am Münchner Sankt-Jakobs-Platz vor dem Jüdischen Gemeindezentrum aufgestellte Bilder und Kerzen für Geiseln der Hamas und getötete israelische Soldaten bespuckt. Die in Österreich lebenden Tatverdächtigen im Alter von 19, 20 und 21 Jahren hätten sich zudem verbal aggressiv geäußert, hieß es.

Als sie weggehen wollten, wurden sie von zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes festgehalten. Der 19-Jährige habe dann einen der Sicherheitsleute getreten und ein Messer gezückt. Nachdem Polizisten vor Ort zu schießen gedroht hätten, habe der Mann das Messer fallen lassen.

Lesen Sie auch

Die drei Tatverdächtigen wurden den Angaben zufolge vorläufig festgenommen. Niemand sei verletzt worden. Gegen die drei Männer wird nun wegen Bedrohung, Körperverletzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ermittelt. Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz, Oberstaatsanwalt Andreas Franck, hat für die Generalstaatsanwalt München die Ermittlungen in dem Fall übernommen. kna/ja

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026