Lörrach

Rabbiner sagt nach Angriff auf Synagoge: »Wir machen weiter!«

Rabbiner Moshe Flomenmann Foto: Peter Bollag

Unbekannte haben zwei Eier an die Fassade der Lörracher Synagoge geworfen. Ein antisemitischer Hintergrund sei nicht auszuschließen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Tatzeitraum war zwischen Sonntagabend und Mittwochmorgen. Gebäude in der Umgebung waren nicht betroffen.

»Leider wurde unsere Synagoge wieder Ziel eines antisemitischen Angriffs«, sagte Rabbiner Moshe Flomenmann gegenüber der Jüdischen Allgemeinen. Bereits Anfang November des vergangenen Jahres hatten Unbekannte ebenfalls zwei Eier an die Synagoge geworfen, die Täter konnten nicht ermittelt werden.

Es bleibe »ein Gefühl, das sehr unangenehm ist«, sagt Rabbiner Flomenmann.

Die Gemeinde habe Strafanzeige bei der Polizei gestellt, so Rabbiner Flomenmann. Man vertraue auf die Behörden, es bleibe jedoch »ein Gefühl, das sehr unangenehm ist«. Der Vorfall zeige, »dass das jüdische Leben in Lörrach nicht allen gefällt«, sagte der Rabbiner. Aber: »Wir machen weiter!«

Unterstützung Der Antisemitismusbeauftrage von Baden-Württemberg, Michael Blume, sagte auf Anfrage dieser Zeitung: »Als die Synagoge Lörrach gebaut wurde, war sie auf Offenheit angelegt.« Nach »mehreren antisemitischen Vorfällen inklusive Eierwürfen« hätten die Sicherheitsmaßnahmen jedoch ausgebaut werden müssen. In dieser Situation benötige die Gemeinde »unsere Unterstützung«, so Blume. dpa/js

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 29.01.2026 Aktualisiert

Sanktionen

EU setzt Revolutionsgarden auf Terrorliste

In der Europäischen Union wurde jahrelang um diesen Schritt gerungen. Jetzt gibt es eine Einigung

 29.01.2026 Aktualisiert

Interview

Oberrabbiner Goldschmidt: Iran destabilisiert gesamten Nahen Osten

Der ehemalige Moskauer Oberrabbiner über den Iran, die Zukunft von Gaza und Antisemitismus in Europa

von Leticia Witte  29.01.2026

Gedenkstunde

Bundestagspräsidentin fordert mehr Schutz jüdischen Lebens

Wie geht es weiter, wenn die Überlebenden der Schoa nicht mehr da sind? Es müssen neue Wege gefunden werden, sagt die Präsidentin des Bundestages. In der Gedenkstunde des Bundestages, in Gegenwart einiger Zeitzeugen

von Leticia Witte  29.01.2026

Washington D.C.

Rubio warnt Iran vor Angriff und schließt Präventivschlag nicht aus

Die USA stärken ihre Militärpräsenz in der Golfregion und warnen den Iran vor Angriffen auf US-Basen. Der Außenminister zeigt sich ratlos, wie es nach einem Sturz der Führung im Iran weitergeht

 29.01.2026

Meinung

Warum es auch schwerfällt, die gelbe Schleife abzulegen

Zwei Jahre und drei Monate lang haben Menschen auf aller Welt mit der gelben Schleife ihre Solidarität mit den am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppten Geiseln gezeigt. Nun können wir sie endlich ablegen

von Sophie Albers Ben Chamo  29.01.2026

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026

„Bündnis Sahra Wagenknecht“

Lafontaine sorgt mit Aussage zu Antisemitismus für Empörung

»Der Russenhass ist ebenso verwerflich wie der Antisemitismus«, schrieb der BSW-Politiker und ehemalige Ministerpräsident am Tag vorm internationalen Holocaust-Gedenktag

 29.01.2026

London

Am Holocaust-Gedenktag Juden »vergessen«: BBC entschuldigt sich

In Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt war von »sechs Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime ermordet wurden« die Rede. Dass es sich um Juden handelte, wurde nicht erwähnt

 29.01.2026