Göttinger Friedenspreis

Proteste gegen Preisvergabe

Demonstranten der »Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost« in Berlin (2015) Foto: dpa

Die Vergabe des diesjährigen Göttinger Friedenspreises an den Verein »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« bleibt heftig umstritten. Jetzt kündigt das »Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus« eine Protestaktion gegen die Verleihungsfeier an diesem Samstag an.

»Wir halten diese Preisvergabe an eine dediziert antiisraelische und antizionistische Organisation für untragbar«, heißt es in einem Aufruf, der im Internet verbreitet wurde. Das Bündnis werde die Preisverleihung in einer privaten Galerie »mit einer Kundgebung vor Ort kritisch begleiten«.

Die Stoßrichtung von BDS sei »unzweifelhaft antisemitisch«, betont der Zentralrat der Juden.

ZENTRALRAT Zuvor hatten unter anderen der Zentralrat der Juden in Deutschland und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, die »Jüdische Stimme« als antisemitisch kritisiert und eine Absage der Verleihung gefordert. Sie begründeten das mit einer Nähe des Vereins zur Boykott-Kampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Die israelfeindliche Bewegung ruft immer wieder zu allumfassenden Boykott-Aktionen gegen den jüdischen Staat auf.

»BDS ist keine Bewegung, deren Kritik sich an der Politik der israelischen Regierung entzündet«, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster. Die Boykotte richteten sich vielmehr gegen alle in Israel lebenden Menschen. Die Stoßrichtung der BDS-Bewegung sei »unzweifelhaft antisemitisch«.

Wegen der Vorwürfe hatten die Universität, die Stadt und die Sparkasse ihre Unterstützung zurückgezogen.

BOYKOTT »Die Auszeichnung einer Initiative, die eine gegen Juden gerichtete Boykott-Initiative unterstützt, ist nicht nur des Göttinger Friedenspreises unwürdig, es ist darüber hinaus ein Schlag ins Gesicht der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Israel«, so Schuster weiter.

Wegen der Vorwürfe hatten die Universität, die Stadt und die Sparkasse in Göttingen ihre Unterstützung für die Preisverleihung zurückgezogen. Sie kann deshalb nicht wie sonst in der Aula der Hochschule stattfinden. Die Stiftung Dr. Roland Röhl, die den Friedenspreis seit 1999 vergibt, hält unterdessen an der Auszeichnung der »Jüdischen Stimme« fest.  ja/epd

Mohsen Rezaei wirft bei einer Wahl im Iran seinen Stimmzettel in eine Urne

Iran-Krieg

Iran knüpft Gespräche mit den USA an sieben Bedingungen

Teheran stellt weiter Maximalforderungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit den USA. Im erneuten Kriegsfall droht Teheran mit dem Einsatz neuartiger Waffen

 01.11.2026

Annegret Kramp-Karrenbauer spricht bei der Kiel Security Conference

Antisemitismus in Deutschland

Kramp-Karrenbauer warnt vor Bündnissen mit Linken oder AfD

In Berlin hat die Linke die Wahl gewonnen, in Sachsen-Anhalt die AfD. Die frühere CDU-Chefin meint, das Leben vieler Menschen würde sich massiv verändern, wenn diese die Regierung übernähmen

 01.11.2026

Elif Eralp reißt beim Landesparteitag der Linken in Berlin einen Blumenstrauß in die Höhe

Regierungsbildung in Berlin

Koalitionsgespräche von Rot-Grün-Rot in Berlin vor dem Start

Trotz bundesweiter israelfeindlicher Kontroversen hat die Berliner Linke Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen zugestimmt. Nach dem Wochenende geht es los

 01.11.2026

Überwachungskameras an der Fassade der Synagoge in Hagen, links ein Davidstern

Antisemitismus

Judenfeindliche Straftaten mit islamistischem Motiv auf Rekordniveau

Seit 2023 steigen die Zahlen rasant an. Behörden in Deutschland registrieren immer mehr antisemitische Straftaten. Viele haben einen islamistischen Hintergrund

 01.11.2026

Vanessa Emde zwischen Teilnehmern einer Kundgebung vor dem Linke-Parteitag in Berlin

Regierungsbildung in Berlin

Linker Protest gegen Linke-Führung – Abgeordnete Emde dabei

Vanessa Emde steht wegen ihrer israelfeindlichen Positionen in der Kritik und könnte aus der Berliner Linksfraktion ausgeschlossen werden. Nun taucht sie auf einer Kundgebung am Parteitagsort auf

 01.11.2026

Als Batman verkleidete Person vor brennender Mülltonne in Frankfurt

Gewalt eskaliert

Krawalle und Plünderungen in Frankfurt

Nachdem die Polizei eine zunächst friedliche Demonstration junger Menschen auflöst, eskaliert die Lage auf der Zeil – in der Menge waren auch »Viva Palästina«-Rufe zu hören

 01.11.2026

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026