»Kein Platz für Antisemitismus an Hochschulen!«

Professoren veröffentlichen Offenen Brief gegen Judenhass an Hochschulen

Dutzende Wissenschaftler haben einen Offenen Brief gegen Antisemitismus an Universitäten in der Bundesrepublik unterzeichnet. Die Headline lautet »Aus aktuellem Anlass: Kein Platz für Antisemitismus an Hochschulen!«.

»Wir, als Lehrende an deutschen Hochschulen und Universitäten sowie Forschende an außeruniversitären Forschungseinrichtungen, stellen uns ohne Wenn und Aber vor unsere jüdischen Studierenden und Kolleginnen und Kollegen«, heißt es in dem Schreiben. »Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit sie unversehrt und sicher an unseren Einrichtungen studieren und arbeiten können und sich Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher fühlen können.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Unterzeichner verurteilen in dem Brief »antisemitische Ausgrenzung, das Verwenden von Terror-Symbolen, die Infragestellung des Existenzrechtes Israels, jegliche Form von Gewalt und Verwüstungen in Universitätsgebäuden.« Die Professoren stellen klar: »Deshalb ist es auch in unserem Sinne, dass Judenhass an unseren Einrichtungen geächtet und gegebenenfalls geahndet wird.«

Lesen Sie auch

»Protestcamps« und Gebäudebesetzungen

»Mit großer Sorge beobachten wir auch die Entwicklungen zum Boykott israelischer Universitäten und der Ausgrenzung israelischer Kolleginnen und Kollegen auf wissenschaftlichen Konferenzen und durch wissenschaftliche Publikationsorgane«, so die Wissenschaftler. »Wir stellen uns klar gegen diese Formen der Ausgrenzung und setzen uns weiterhin für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen an israelischen Universitäten oder Forschenden mit israelischer Staatsangehörigkeit ein.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zu den Unterzeichnern gehören Professoren an Unis in der gesamten Republik – darunter Hochschulen wie etwa die Freien Universität Berlin, an denen es in den vergangenen Wochen zu »Protestcamps« und Gebäudebesetzungen durch Terrorunterstützer gekommen war.

In diesem Rahmen hatten die meisten Teilnehmer den palästinensischen Terror verherrlicht, zu einer neuen Intifada aufgerufen und die Auslöschung Israels gefordert. Die Demonstranten verbreiteten zudem Verschwörungstheorien über den jüdischen Staat und dessen Vorgehen im Krieg gegen den Terror.

Fördern und schützen

Einer der Unterzeichner, Georg Weizsäcker (Fachbereich: Mikroökonomische Theorie und Ihre Anwendungen) erklärte gegenüber der Jüdischen Allgemeinen: »Dass wir das jüdische Leben in Deutschland nicht nur im Allgemeinen, sondern im Besonderen die jüdischen Studierenden fördern und sie im Bedarfsfall auch schützen, ist eine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns, dass sie da sind!«

Bernd Ladwig, Politikprofessor an der FU Berlin, sagte: »Alle Hochschulangehörigen müssen sich frei von Angst und Einschüchterung auf dem Campus aufhalten und ausdrücken können. Damit sind Aktionen unvereinbar, die das begründete Bedrohungsgefühl unter jüdischen und proisraelischen Hochschulangehörigen verstärken.« Ladwig wende sich mit seiner Unterschrift auch »gegen Aufrufe zur Zerstörung des Staates Israel und zum Boykott israelischer Kolleginnen und Kollegen«.

Clemens Fuest vom Ifo-Institut, ein Experte für Steuer- und Finanzpolitik, schrieb dieser Zeitung, er habe den Offenen Brief unterschrieben, da er es für unerträglich halte, wenn es in Wissenschaft und Forschung zu Antisemitismus komme.

»Das hat auch im Rest der Gesellschaft nichts zu suchen, aber gerade die Wissenschaft hat eine besondere Verpflichtung, Ausgrenzung und Diskriminierung entgegenzutreten«, so Fuest. Wissenschaft bedeutet Aufklärung, Rationalität und Dialog. Antisemitismus ist damit unvereinbar. Deutschland hat darüber hinaus selbstverständlich eine besondere Verantwortung, Antisemitismus zu bekämpfen.» im

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026

Sanaa

Regierungstruppen im Jemen melden 181 Angriffe in 24 Stunden

Mit Drohnen und Raketen attackieren Regierungskräfte Militärstützpunkte und Waffendepots der Huthi-Terrormiliz. Wie weit eskaliert die Lage noch?

 16.08.2026

Teheran

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin

Die iranische Justiz hat ein weiteres Todesurteil vollstreckt. Menschenrechtler werfen den Behörden vor, die Todesstrafe zur Unterdrückung von Kritik einzusetzen

 16.08.2026

Berlin

Prien: Differenzierte Haltung zu Israel kann ein Wagnis sein

Der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat Gräben in der Gesellschaft verdeutlicht - und teils auch vertieft. Wer dagegen differenziert argumentiere, habe es oft nicht leicht, sagt Ministerin Prien

 16.08.2026

Magdeburg

Will AfD-Spitzenkandidat Siegmund den Verfassungsschutz abschaffen?

AfD-Spitzenkandidat Siegmund will nach der Landtagswahl die Zukunft des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt prüfen lassen. Diese Optionen fasst er ins Auge

 16.08.2026

Washington/Teheran

Frist verstreicht: Iran-Krieg vor ungewisser Zukunft

Während US-Präsident Trump mit einer Übernahme der Straße von Hormus kokettiert, gehen die Angriffe auf zivile Schiffe weiter. Dabei sollte in diesen Tagen ein finales Abkommen stehen

 16.08.2026

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Dresden/Königstein

Mutmaßliche Kämpfer des Islamischen Staates festgenommen

Zwei Männer sollen als Kämpfer für den IS aktiv gewesen sein und dafür Geld erhalten haben. Nun sitzen die beiden Iraker in Sachsen in Untersuchungshaft

 14.08.2026