Meinung

Pietät für Amy Winehouse

Wer »Amy Winehouse« googelt, findet sie alle: die gesamte Menge ekelerregender Fotos der jüdischen Soul-Diva. Diese Bilder haben den Tod der Sängerin am vergangenen Samstag gewissermaßen vorweggenommen. Die Öffentlichkeit war vorbereitet, aber nicht mitfühlend. Vielmehr wurde eine kranke Frau zum medialen Abschuss freigegeben. Dabei haben diesmal in den Medien nicht nackte Tatsachen gezählt wie im Falle von Britney Spears, bei der man die diversen Spielarten ihrer Intimfrisur öffentlich bloßstellte.

Drogen Bei Amy Winehouse ging es allein um die Zurschaustellung von Lächerlichkeit. Deren medizinische Ursachen in Form von Bulimie, manisch-depressiver Störung und Lungenemphysem infolge von überhöhtem Drogenkonsum spielten in der Berichterstattung keine Rolle. Amy schielend im Vollrausch, Amy mit Koks in der Nase oder Amy, deren Dekolleté verrutscht war. Nach ihrem Tod zu sagen, das interessiere niemanden, ist wohlfeil.

Es interessiert uns nämlich alle. Die Auflagen von »Bild« und »Gala«, von »The Sun« oder »Daily Mail« beweisen es. Und doch gibt es Schmerzgrenzen. Nicht zufällig wurde in der vergangenen Woche »News of the World« eingestellt, eines der hemmungslosesten Blätter Englands. Nicht nur dort wurde die Grenzlinie zwischen Journalismus und Kriminalität mutwillig überschritten – nur, um mit Kranken, mit Trauernden, mit Entführten Auflage zu machen (und wie selbstverständlich ihre Menschenwürde zu missachten). Vielleicht erlaubt ja der Tod von Amy Winehouse, einen Moment innezuhalten.

Der Autor ist freier Musikjournalist in Berlin.

Jerusalem/Tel Aviv

Sa’ar greift Seibert an: »Bessenheit mit Juden, die in Judäa und Samaria leben«

Auslöser des Streits zwischen dem israelischen Außenminister und dem deutschen Botschafter in Israel ist ein Beitrag Seiberts auf der Plattform X

 23.03.2026

Krieg

Das sagt der Iran zum Trump-Ultimatum

Der US-Präsident hatte das Regime in Teheran aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu beenden

 22.03.2026

Kommentar

Friedrich Merz und Johann Wadephul riskieren Deutschlands Glaubwürdigkeit

Wer zu Südafrikas Genozid-Vorwurf gegen Israel schweigt, zieht sich aus der Verantwortung

von Stephan-Andreas Casdorff  22.03.2026

Studie

Solidarität mit Israel nur zeitweise in deutschen Medien

Das Berliner Tikvah Instituts bescheinigt den deutschen Medien eine einseitige Nahost-Berichterstattung. Israel wird demnach häufig als alleiniger Aggressor des Nahost-Konflikts dargestellt

von Elisa Makowski  22.03.2026

Krieg gegen Iran

Sechs Tote bei Helikopterabsturz in Katar

Die Streitkräfte in Katar bemühen sich, den Golfstaat trotz täglicher iranischer Angriffe zu beschützen. Jetzt stürzt ein Hubschrauber ab. Anzeichen für einen Abschuss gibt es zunächst nicht.

 22.03.2026

Nahost

Führen die USA und Israel noch denselben Kampf?

Donald Trump und Benjamin Netanjahu sind gemeinsam in den Krieg gegen den Iran gezogen. Doch was die Regierungen kommunizieren, ist teilweise sehr unterschiedlich

von Sara Lemel, Cindy Riechau, Anna Ringle  22.03.2026

Krieg

Trump setzt Iran Ultimatum

Sollte das Regime nicht innerhalb von 48 Stunden die Blockade der Straße von Hormus aufgeben, würden die USA Irans Kraftwerke angreifen

 22.03.2026

Nach Antizionismus-Beschluss

Linken-Spitze will gegen Antisemitismus vorgehen

Die Linke kommt wegen interner Debatten über Antisemitismus nicht zur Ruhe. Nun reagiert die Parteiführung mit einem Antrag

 21.03.2026

Nahost

Israels Armee-Chef Zamir: Irans Raketen könnten Berlin treffen

Israels Militärchef warnt: Nach dem iranischen Angriff auf Diego Garcia sieht er auch europäische Hauptstädte wie Berlin im Radius iranischer Raketen. Der Krieg habe etwa die Halbzeit erreicht

 21.03.2026