Meinung

Pietät für Amy Winehouse

Wer »Amy Winehouse« googelt, findet sie alle: die gesamte Menge ekelerregender Fotos der jüdischen Soul-Diva. Diese Bilder haben den Tod der Sängerin am vergangenen Samstag gewissermaßen vorweggenommen. Die Öffentlichkeit war vorbereitet, aber nicht mitfühlend. Vielmehr wurde eine kranke Frau zum medialen Abschuss freigegeben. Dabei haben diesmal in den Medien nicht nackte Tatsachen gezählt wie im Falle von Britney Spears, bei der man die diversen Spielarten ihrer Intimfrisur öffentlich bloßstellte.

Drogen Bei Amy Winehouse ging es allein um die Zurschaustellung von Lächerlichkeit. Deren medizinische Ursachen in Form von Bulimie, manisch-depressiver Störung und Lungenemphysem infolge von überhöhtem Drogenkonsum spielten in der Berichterstattung keine Rolle. Amy schielend im Vollrausch, Amy mit Koks in der Nase oder Amy, deren Dekolleté verrutscht war. Nach ihrem Tod zu sagen, das interessiere niemanden, ist wohlfeil.

Es interessiert uns nämlich alle. Die Auflagen von »Bild« und »Gala«, von »The Sun« oder »Daily Mail« beweisen es. Und doch gibt es Schmerzgrenzen. Nicht zufällig wurde in der vergangenen Woche »News of the World« eingestellt, eines der hemmungslosesten Blätter Englands. Nicht nur dort wurde die Grenzlinie zwischen Journalismus und Kriminalität mutwillig überschritten – nur, um mit Kranken, mit Trauernden, mit Entführten Auflage zu machen (und wie selbstverständlich ihre Menschenwürde zu missachten). Vielleicht erlaubt ja der Tod von Amy Winehouse, einen Moment innezuhalten.

Der Autor ist freier Musikjournalist in Berlin.

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 20.10.2026 Aktualisiert

Vereinte Nationen

Wer finanziert die Arbeit der UN-Berichterstatter?

Die Genfer NGO UN Watch hat einen Bericht vorgelegt, der die Zuwendungen an rund 140 unabhängige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen unter die Lupe nimmt. Auf Platz 3 der Liste: Francesca Albanese

von Michael Thaidigsmann  20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Washington D.C.

Vance gibt keine Wahlempfehlung für Netanjahu ab

Im Gegensatz zu seinem Chef Donald Trump sieht der amerikanische Vizepräsident von einer Unterstützung des israelischen Ministerpräsidenten ab. Warum?

 20.10.2026

Nach Spionage-Urteil

Deutscher Botschafter im Iran einbestellt

Dem Diplomaten solle der starke Protest des Iran übermittelt werden, heißt es. Kurz zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt

 20.10.2026

Gießen

Staatsanwaltschaft klagt AfD-Politiker wegen NS-Parole an

Bei seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der AfD-Jugendorganisation soll Kevin Dorow eine Parole der Hitlerjugend verwendet haben. Nun muss ein Gericht über die Anklage entscheiden

 20.10.2026

Luftwaffenstützpunkt Ovda

Hegseth trifft Netanjahu bei unangekündigtem Israel-Besuch

Wenige Tage vor der israelischen Wahl ging es bei dem Geheimtreffen wohl um das weitere Vorgehen gegen das Mullah-Regime in Teheran

 20.10.2026