Das Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden hat eine Petition zum Schutz der Fahrzeugmarke Simson gestartet. Unter dem Titel »Unsere Simson fährt nicht für die AfD« soll gegen eine Vereinnahmung der Marke im AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt vorgegangen werden, wie das Zentrum am Montag in Dresden mitteilte.
Die Petition ruft die Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten (Gesa) als Simson-Markeninhaberin dazu auf, gegen die politische Nutzung der Marke und die »Vereinnahmung durch Rechtsextreme« vorzugehen.
Bis Dienstagfrüh hatten mehr als 3800 Menschen die Petition anlässlich der sachsen-anhaltischen Landtagswahl am 6. September unterzeichnet. Sie richtet sich an die Gesa-Geschäftsführer Ulrich Wöstmann und Carsten Reymann. Wörtlich heißt es: »Wir fordern die Gesa auf, alle markenrechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.«
Die Geschichte der jüdischen Familie Simson, die von den Nationalsozialisten verfolgt, enteignet und 1935 aus Deutschland vertrieben wurde, dürfe »heute nicht von einer rechtsextremen Partei vereinnahmt werden«. Jedoch nutze »die AfD in Sachsen-Anhalt die Marke im Wahlkampf, um von ihrem guten Ruf und ihrer Bekanntheit zu profitieren«.
Simson stehe für »ostdeutsche Industriegeschichte, technische Innovation und das Vermächtnis der jüdischen Unternehmerfamilie«, heißt es in der Petition. Zu den Erstunterzeichnern gehören der Leipziger Musiker Sebastian Krumbiegel, die Dresdner SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh. Der Verfassungsschutz stuft die AfD in Sachsen-Anhalt als »gesichert rechtsextremistisch« ein. epd
Lesen Sie mehr zum Streit um die Marke Simson in der nächsten Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen.