Thüringen

Simson-Nachfahren schockiert über Vereinnahmung durch AfD

Dennis A. Baum, Angehöriger und Sprecher der Familie Simson Foto: picture alliance/dpa

Nachfahren der jüdischen Familie Simson sind geschockt, dass ihr Name auf T-Shirts oder Postern in Verbindung mit der AfD oder des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke auftaucht. Eine solche politische Vereinnahmung durch Nutzung des Namens, der auch für eine bekannte Moped-Marke steht, müsse vollkommen ausgeschlossen sein, sagte der Sprecher der heute in den USA lebenden Familie, Dennis Baum, am Rande einer Veranstaltung in Erfurt. Letztlich versuche die AfD, mit dem Namen der von den Nazis vertriebenen Unternehmerfamilie Werbung zu betreiben. 

Baum kündigte an, dass er sich an diesem Samstag an einem »Fest der Demokratie« und damit einer der Protestaktionen im Umfeld des AfD-Bundesparteitags in Erfurt beteiligen werde. Bei der Veranstaltung in der Neuen Synagoge in Erfurt nannte der 82-Jährige den Termin des AfD-Parteitags - genau 100 Jahre nach einem Reichsparteitag in Weimar - einen »Schlag ins Gesicht der Demokratie«. 

Die in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson wie »Schwalbe« oder S50/51 sind bei vielen Jugendlichen Kult und stehen für ostdeutsches Lebensgefühl und Mobilität. Immer wieder zeigen sich AfD-Politiker nicht nur in Thüringen mit den Mopeds oder organisieren Ausfahrten. 

Das Werk, in dem in der DDR Mopeds der Marke Simson gebaut wurden, geht auf die jüdischen Brüder Simson zurück. Es ist damit Teil der jüdischen Geschichte Thüringens. Die Familie war 1936 von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden und in die USA geflohen. dpa

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026