Meinung

Pazifisten und Geschäfte

Pax Christi und die »Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs« feiern es als Triumph: Die Deutsche Bank erklärte, keine Geschäfte mit dem israelischen IT- und Rüstungskonzern Elbit Systems zu machen. Die beiden pazifistischen Organisationen hatten Deutschlands größtem Kreditinstitut vorgeworfen, am Leid der Palästinenser zu verdienen: Elbit Systems stellt unter anderem Kameras und Sichtgeräte her, die an Israels Sperranlage zum Westjordanland zum Einsatz kommen. Hieß es zunächst, die Deutsche Bank ziehe sich aus der Beteiligung an Elbit zurück, erklärte ein Sprecher des Unternehmens kurz darauf, man habe von vornherein niemals Anteile besessen. Der Distanzierungsdruck scheint enorm, offenbar fürchtet das Geldinstitut um sein Image. Weit heftigere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank – etwa, dass sie mit Firmen kooperiere, die in Kriegsregionen im Kongo und im Sudan Geschäfte machten – spielen in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Auch aus dem Irangeschäft zog sich die Bank nur auf Druck der USA, nicht etwa von Friedensorganisationen, zurück. Allein mit dem »Paria aus dem Nahen Osten« kann man sich anscheinend nicht mehr sehen lassen. Pax Christi und die Deutsche Bank – so unterschiedlich ihre Interessen sind, an der Delegitimierung Israels wirken beide mit.

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

München

Bayern will keine antisemitischen Straftäter an Hochschulen dulden

Antisemitische Straftaten haben bundesweit stark zugenommen. Für rechtskräftig verurteilte Hochschulangehörige plant die Regierung in Bayern zusätzliche Sanktionen. Die Grünen sorgen sich um die Meinungsfreiheit

von Christoph Renzikowski  23.06.2026

Linken-Parteitag

Sie nennen es jetzt einen Genozid

In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben

von Michael Thaidigsmann  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

Ein iranischer Botschafter stellt klar: Es gibt noch kein grünes Licht für die IAEA. Auch in Hinblick auf die Verwendung von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten äußert er sich anders als der US-Vizepräsident

 23.06.2026

New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

New Yorks Bürgermeister verteidigt seine Wortwahl. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer wirft ihm vor, Judenhass salonfähig zu machen

 23.06.2026

Washington D.C.

Rubio spricht mit Golfstaaten über Iran-Abkommen

Der US-Außenminister hat sich bislang nur zurückhaltend zu Trumps Iran-Deal geäußert. Steht er wirklich dahinter?

 23.06.2026

Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der amerikanische Vizepräsident sagt, wie amerikanische Bauern profitieren sollen

 23.06.2026