WM in Katar

Palästina-Fahne bei Marokko-Jubel

Die marokkanische Mannschaft feiert ihren Sieg und zeigt dabei auch eine palästinensische Flagge. Foto: picture alliance / AA

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern spielt bei der Fußball-WM in Katar weiterhin eine sichtbare Rolle. Am Dienstagabend jubelten die marokkanischen Nationalspieler nach ihrem Einzug ins Viertelfinale ausgelassen mit Palästina-Flagge auf dem Rasen des Education-City-Stadions.

Auch auf den Straßen Dohas waren spät am Abend zahlreiche palästinensische Fahnen zu sehen. Der Weltverband FIFA wertet die Solidaritätsbekundung der Marokkaner nach dpa-Informationen vorerst nicht als verbotene politische Botschaft.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Anders als WM-Gastgeber Katar unterhält Marokko diplomatische Beziehungen zu Israel. »Herzlichen Glückwunsch an unsere marokkanischen Freunde für ihren großartigen Sieg«, schrieb Israels Verteidigungsminister Benny Gantz am Dienstagabend bei Twitter.

hamas Katar dürfte sich über die Solidaritätsbekundungen der Marokkaner freuen. Das Golfemirat ist ein Verbündeter der im palästinensischen Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas, die sich Israels Vernichtung auf die Fahne geschrieben hat. Jährlich unterstützt Katar den Küstenstreifen mit Millionenbeträgen – etwa für Hilfsgüter. Aus Israel wird jedoch immer wieder der Vorwurf laut, dass die katarischen Gelder auch für Terrorzwecke genutzt werden.

»Die Präsenz Palästinas im Herzen der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar bestätigt, dass es das zentrale Thema der Nation ist und in den Herzen von Millionen unserer arabischen Nationen und der freien Völker der Welt präsent ist«, teilte ein Sprecher der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas mit. 

Der Fußball-Weltverband FIFA und die WM-Organisatoren feierten zu Turnierbeginn die tatsächlich bedeutende Entwicklung, dass erstmals Direktflüge von Israel nach Katar angeboten wurden, um Tausende israelische und palästinensische Fans zu den Spielen zu bringen. »Fußball hat die Kraft, Menschen zusammenzubringen, er überwindet alle Grenzen und fördert die Einheit wie nichts anderes«, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino gewohnt pathetisch. Die Realität auf den Straßen Dohas sah teilweise anders aus. 

reporter Auf einem Video des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders in Israel war etwa zu sehen, wie ein Reporter wütend angeschrien wird: »Es gibt kein Israel, sondern Palästina. Sie sind hier nicht willkommen, dies ist Katar, das ist unser Land.« Ein israelischer Korrespondent vor Ort berichtete der dpa, dass insbesondere hebräisch sprechende Korrespondenten deutliche Probleme haben, ihre Arbeit zu machen. Gewalttätig ginge es aber nicht zu.

Israels Außenministerium empfahl den Fans, ihre israelische Identität nicht offen zu zeigen. Katar betonte, dass die Einreiseerlaubnis für Israelis nichts mit einer Normalisierung der Beziehung zu tun habe und lediglich temporär sei. dpa

Nahost

Unterschiedliche Erwartungen an Kriegsdauer: Israel blickt skeptisch auf Trumps Signale

Zugleich besteht in den USA die Sorge, Israel könnte an einer Fortsetzung der Angriffe im Iran interessiert sein, selbst wenn Washington einen Abschluss der Operation anstrebt

 11.03.2026

Nahost

Geschosse treffen Schiffe in und nahe Straße von Hormus

Noch fahren einige Schiffe durch die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und den iranischen Küsten. Aber die Passage wird langsam unberechenbar

 11.03.2026

London

Antisemitischer Angriff: Musikproduzent vor Auto gestoßen

Das Opfer sagt: »Er schrie die abscheulichsten Beleidigungen aus voller Kehle. ›Heil Hitler‹, ›Tod allen Juden‹, die widerwärtigsten Dinge.«

 11.03.2026

Teheran

Rätseln um Irans obersten Führer: Wo ist Chamenei junior?

Modschtaba Chamenei folgt als neuer oberster Führer im Iran auf seinen getöteten Vater. Doch es bleibt still um den neuen Religionsführer

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Kanada

Nach Schüssen auf US-Konsulat: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für israelische Einrichtungen

Auch israelische und jüdische Einrichtungen müssen künftig noch intensiver bewacht werden

 11.03.2026

Washington

Weißes Haus verspricht Bericht zu Angriff auf Mädchenschule im Iran

Im Iran-Krieg wurden offenbar viele Schülerinnen getötet. Immer noch ist offiziell unklar, wer dafür verantwortlich ist. Das Weiße Haus verspricht Transparenz

 10.03.2026

Krieg

Reiseverband: Bald Ausreise aller Gäste aus Golfregion

Noch immer sitzen viele Urlauber infolge des Iran-Kriegs in der Golfregion fest. Reiseveranstalter arbeiten daran, sie trotz gesperrter Lufträume nach Hause zu bringen

 10.03.2026

Wiesbaden

Inflation unter zwei Prozent – aber Sorgen wegen Iran-Kriegs

Die Inflation in Deutschland fällt im Februar auf 1,9 Prozent. Der Iran-Krieg könnte die Preise aber wieder anheizen

 10.03.2026