Großbritannien

Palästina-Aktivisten auf Rollern in Militärbasis eingedrungen

Militärflugzeug auf dem Stützpunkt Brize Norton in England Foto: IMAGO/Pond5 Images

In England sind Anti-Israel-Aktivisten der Gruppe »Palestine Action« auf das Gelände eines Militärflughafens der Royal Air Force (RAF), der britischen Luftwaffe, eingedrungen und haben dort eigenen Angaben zufolge zwei Transportflugzeuge mit Brecheisen beschädigt und die Triebwerke mittels umfunktionierter Feuerlöscher mit roter Farbe angesprüht.

Der Vorfall ereignete sich auf dem RAF-Stützpunkt Brize Norton in der Grafschaft Oxfordshire. »Palestine Action« teilte mit, die Eindringlinge seien anschließend unbemerkt wieder entkommen. »Von der Basis starten täglich Flüge zur RAF-Basis Akrotiri auf Zypern«, erklärte die Gruppe auf der Plattform X. »Von Zypern aus sammeln britische Flugzeuge Informationen, tanken Kampfflugzeuge auf und transportieren Waffen, um in Gaza Völkermord zu begehen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ein Sprecher der Organisation sagte laut einem Bericht der Zeitung »The Times«: »Obwohl Großbritannien die israelische Regierung öffentlich verurteilt, sendet es weiterhin Militärgüter, fliegt Spionageflugzeuge über Gaza und betankt amerikanische und israelische Kampfflugzeuge.« Das Vereinigte Königreich »mitschuldig am Völkermord in Gaza und den Kriegsverbrechen im gesamten Nahen Osten«, so der Sprecher weiter. Mit der Aktion habe man versucht, »die Ketten der Unterdrückung« zu durchbrechen.

Ein von Palestine Action gepostetes Video soll zwei Personen auf Elektrorollern zeigen, wie sie die Landebahn des Stützpunktes überqueren. Das Verteidigungsministerium in London reagierte zunächst nicht auf die Berichte. Die konservative Opposition im Unterhaus hingegen erklärte es gebe »ernsthafte Fragen«, wie »Demonstranten, die sich als bewaffnete Terroristen hätten entpuppen können, Zugang zu einem angeblich gesicherten RAF-Luftwaffenstützpunkt erhalten konnten«.

Auch der ehemalige Berater mehrerer Labour-Minister, John Woodcock, der als Lord Walney im Oberhaus sitzt und bis Februar Beauftrater der britischen Regierung für die Bekämpfung politischer Gewalt war, zeigte sich entsetzt. »Wie lange soll das noch so weitergehen? Palestine Action terrorisiert Arbeiter und greifen unser Land von innen heraus an. Die Minister müssen jetzt handeln«, schrieb er auf X.

In Brize Norton sind rund 5800 Soldaten stationiert. Es ist der größte Luftwaffenstützpunkt der Royal Air Force. mth

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

München

Bayern will keine antisemitischen Straftäter an Hochschulen dulden

Antisemitische Straftaten haben bundesweit stark zugenommen. Für rechtskräftig verurteilte Hochschulangehörige plant die Regierung in Bayern zusätzliche Sanktionen. Die Grünen sorgen sich um die Meinungsfreiheit

von Christoph Renzikowski  23.06.2026

Linken-Parteitag

Sie nennen es jetzt einen Genozid

In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben

von Michael Thaidigsmann  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

Ein iranischer Botschafter stellt klar: Es gibt noch kein grünes Licht für die IAEA. Auch in Hinblick auf die Verwendung von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten äußert er sich anders als der US-Vizepräsident

 23.06.2026

New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

New Yorks Bürgermeister verteidigt seine Wortwahl. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer wirft ihm vor, Judenhass salonfähig zu machen

 23.06.2026

Washington D.C.

Rubio spricht mit Golfstaaten über Iran-Abkommen

Der US-Außenminister hat sich bislang nur zurückhaltend zu Trumps Iran-Deal geäußert. Steht er wirklich dahinter?

 23.06.2026

Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der amerikanische Vizepräsident sagt, wie amerikanische Bauern profitieren sollen

 23.06.2026